Bräuche

Halloween 2021: Wo ist der Tag ein Feiertag?

27.10.2021, 14:07 Uhr
Kürbis-Gesichter flackern in der Dunkelheit: Ein alter Brauch zum Halloween-Fest.

Kürbis-Gesichter flackern in der Dunkelheit: Ein alter Brauch zum Halloween-Fest. © Patrick Pleul/ZB/dpa

Am 31. Oktober 2021, in diesem Jahr einem Sonntag, ist wieder Halloween: Dunkle Gestalten ziehen durch Frankens Straßen und plündern im Schein der Kürbis-Fratzen die Süßigkeitsvorräte der Haushalte - oder nicht? Vergangenes Jahr sah das Bild aufgrund von Corona deutlich anders aus. Die Stadt Nürnberg hatte beispielsweise darum gebeten, dass "Süßes oder Saures"-Läufe wegen der Infektionsgefahr ausbleiben, viele Veranstaltungen in der Region wurden abgesagt.

Dieses Jahr gibt es weniger Einschränkungen. Aktuell steht die bayerische Krankenhaus-Ampel auf Grün, damit darf man sich privat mit beliebig vielen Leuten treffen. Auch Feiern in Clubs und Diskos sind wieder erlaubt.

Ist Halloween ein Feiertag?

In einigen Bundesländern haben die Menschen am 31. Oktober tatsächlich frei. Das liegt allerdings nicht an Halloween, sondern am Reformationstag. Dieser Tag ist ein Feiertag in Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Protestanten in aller Welt feiern an diesem Tag den Beginn der Reformation der Kirche durch Martin Luther, mit dem Ursprung von Halloween hat das allerdings nichts zu tun.

In Bayern haben die Menschen am 31. Oktober nicht frei, dafür am darauffolgenden Tag: Allerheiligen am 1. November ist im Freistaat und anderen katholisch geprägten Bundesländern wie Baden-Württemberg ein gesetzlicher, stiller Feiertag. Damit ist in der Nacht auf den 1. November um 2 Uhr nachts Schluss in Clubs und Diskotheken. Der Name Halloween leitet sich übrigens vom Englischen "All Hallows Evening" ab, übersetzt der Abend vor Allerheiligen.

Geschichte und Bräuche

Halloween hat seinen Ursprung in einem Brauch der Kelten. In ihrer Mythologie kehren zum "Samhain"-Fest Verstorbene aus dem Totenreich zurück und ziehen mit Geistern und Dämonen umher. Ihre Geschichten besagen: Die Toten versuchen in dieser Nacht, sich die Seelen der Lebenden zu schnappen. Daher haben sich die Einheimischen verkleidet, um die Geister abzuschrecken.

Irische Einwanderer brachten den Brauch im 19. Jahrhundert in die USA, von dort kam er später nach Europa zurück. Auch in Deutschland erfreut sich das Fest einiger Beliebtheit.

In den USA pilgern besonders Nervenstarke um Halloween gerne in sogenannte "Haunted Forests". In diesen Spuk-Wäldern warten als Zombies oder Serienmörder kostümierte Darsteller nach Einbruch der Dunkelheit hinter Bäumen, um die Besucher zu erschrecken. Spuk-Wälder gibt es landesweit, in einigen kann man auch übernachten.

In der Region war lange Zeit das Horror-Haus einer Neumarkterin eine regelrechten Pilgerstätte für Gruselfans. Seit 2019 hat es sich in der Schauder-Stätte allerdings ausgegruselt.

Geschnitzte Kürbisse und Süßigkeiten

Natürlich haben sich auch die Süßwarenindustrie und Kürbisbauern den Trend zu Nutze gemacht. Der Brauch der Kinder, mit den Worten "trick or treat" (Süßes oder Saures) durch die Straßen zu ziehen und an Haustüren Süßigkeiten einzufordern, geht auf eine frühe christliche Tradition aus dem Irland im 11. Jahrhundert zurück. Am Allerseelentag wurden nach einer Sage damals "Seelenkuchen", kleine Brote mit Johannisbeeren, an Bettler verteilt. Sie versprachen im Gegenzug für die Seelen von Verstorbenen zu beten.

Aber was hat es eigentlich mit den Kürbis-Laternen auf sich, die gerne in Vorgärten und vor Haustüren flackern? Sie erinnern wohl an die Legende des Hufschmieds Jack Oldfield aus Irland, der einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben soll. Nach seinem Tod, kam Oldfield der Erzählung nach weder in den Himmel noch in die Hölle, weil selbst der Teufel ihn dort nicht haben wollte. Lediglich ein Stück glühende Kohle gab er dem Hufschmied mit. Damit die Kohle nicht verglüht, legte Oldfield sie in eine ausgehöhlte Rübe. Seitdem werden die leuchtenden Kürbisse vor allem in Amerika gerne auch als "Jack-O-Lanterns" bezeichnet.

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