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"A Toy Story 4": Ein Spielzeug in der Identitätskrise

"Alles hört auf kein Kommando: A Toy Story 4" findet die richtige Balance zwischen Witz und Ernst - 20.08.2019 10:42 Uhr

Das zusammengebastelte Spielzeug Forky (rechts) weiß nicht recht, wohin es gehört. Die anderen Figuren wollen ihm helfen. © Disney/Pixar


Während alles staunte, zuckte Regisseur John Lasseter nur mit den Schultern: "Der Computer ist nur ein Werkzeug", sagte er damals. "Wichtig ist, was man daraus macht."

Über 20 Jahre später kann man sehen, was daraus wurde: Ein Meer von CGI-Filmen aus aller Herren Länder – aus denen die Werke von Pixar noch immer wie Leuchttürme aus den Fluten hervorragen. Das gilt selbstverständlich auch für den mittlerweile vierten "Toy Story"-Teil: Die Animationen sind auf dem höchsten Stand der Kunst. Dazu kommen atemberaubende Action, Herz, Hirn und Humor sowie erneut ein mitreißender Score des US-Songschreibers und Komponisten Randy Newman.

Ach ja, eine Handlung gibt es natürlich auch: Die kleine Bonnie muss in den Kindergarten – und zwar ohne ihre Spielzeuge. Das macht sie total traurig. Also schleicht sich Spielzeug-Cowboy Woody (gesprochen von Bully Herbig) mit und hilft Bonnie, aus dem Inhalt eines Papierkorbs die Behelfspuppe Forky (Marc Oliver Schulze) zu bauen. Diese begreift aber nicht, dass sie jetzt Spielzeug ist, und versucht immer wieder, in den Müll zurückzukehren, aus dem sie kam. Die anderen Spielzeuge wollen Forky helfen, indem sie sein Selbstvertrauen stärken oder ihm einfach nachjagen, wenn er wieder mal davonläuft. Bei einer solchen Aktion geraten sie auch in einen finsteren Antiquitätenladen, der von der bedrohlichen Puppe Gabby beherrscht wird...

Regisseur Josh Cooley findet stets die richtige Balance zwischen Witz und Ernst, greift allerdings auch ein paar Mal zu oft zu lauten Buh-Effekten, um die Zuschauer aus den Sitzen zu heben. Zudem nehmen die Verfolgungsjagden diesmal sehr viel Raum ein, so dass die zwischenmenschlichen (oder zwischenpuppigen) Momente etwas kurz geraten.

Die haben es dann aber in sich: Der wackelig zusammengeklebte Forky ist zum Schießen komisch. Und dass sich ausgerechnet die zerbrechliche Schäferinnen-Figur Porzellinchen zur unerschrockenen Abenteurerin entwickeln darf, ist ein cooler Beitrag zur Gender-Debatte. Radikal neu ist aber, wie der Konflikt zwischen der bösen Gabby und Woody gelöst wird: Beide Parteien setzen sich in Ruhe zusammen, reden darüber, was sie jeweils wirklich brauchen und finden gemeinsam eine Lösung. Das ist nicht nur für einen Kinderfilm vorbildlich. (USA/100 Min.)

Peter Romir

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