Kriegs-Drama

Das Massaker von Srebrenica im Film: "Quo Vadis, Aida?"

5.8.2021, 15:50 Uhr
Szene aus dem Film.

Szene aus dem Film. © Farbfilm Verleih/dpa

Im Mittelpunkt steht Aida. Sie ist Mutter von zwei Söhnen und arbeitet als Übersetzerin für die Vereinten Nationen. Im Juli 1995 erlebt sie hautnah mit, wie sich die Situation verschärft. Während immer mehr muslimische Menschen aus der Umgebung zum Stützpunkt der Vereinten Nationen fliehen und vor den Toren campieren, sehen die UN-Soldaten keine Verantwortung bei sich, sondern kooperieren mit Mladic – ein fataler Fehler.

Es sind beklemmende Momente, wenn Aida ihren Mann, ihre Söhne, aber auch Nachbarn und Bekannte in das scheinbar sichere Camp retten will. Sie ist hin- und hergerissen zwischen Job und Gewissen. Letztlich aber ist sie abhängig von den fremden Soldaten. Eigentlich ist Aida eine starke Frau, doch was soll sie tun, wenn die Männer sie ignorieren?

"Quo Vadis, Aida?" erinnert nicht nur an das Massaker von 1995. Erzählt wird auch, was passiert, wenn UN-Soldaten ohne menschliches Augenmaß stur Befehlen folgen. Auf sehr eindringliche Weise zeigt der Film, wie fatal und folgenreich ihre Entscheidungen sein können.

Die Bosnierin Zbanic thematisierte schon mit ihrem Spielfilmdebüt "Esmas Geheimnis" den sexuellen Missbrauch während des Bosnienkrieges und gewann 2006 den Goldenen Bären. "Quo Vadis, Aida?" war in diesem Jahr für den Oscar als Bester internationaler Film nominiert.

In diesen Kinos läuft der Film.

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