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"Es: Kapitel 2": Rückkehr des Bösen

Der Schocker "Es: Kapitel 2" erschöpft sich in Horrorvisionen - 05.09.2019 08:00 Uhr

"Es" ist wieder da: Szene mit Bill Skarsgård als böser Clown Pennywise. © Warner


Der erste Teil gehörte den 13-jährigen Helden, die sich in ihrer Verlierer-Bande zusammengeschlossen haben. In der Fortsetzung müssen sich die Erwachsenen erneut dem Bösen und traumatischen Erinnerungen stellen.

Mike (Isaiah Mustafa) ist als einziger in Derry geblieben. Auch 27 Jahre später ist die amerikanische Kleinstadt ein sozial unwirtlicher Ort, wie der brutale Übergriff von rechten Schlägern auf ein schwules Paar zu Beginn des Filmes zeigt. Das halb bewusstlose Opfer wird in den reißenden Fluss geworfen und kann sich mit letzter Kraft ans Ufer retten. Aber dort wartet etwas noch Böseres im Tunnel der Kanalisation: Pennywise (Bill Skarsgård), dessen lachendes Clownsgesicht sich in einen Monsterkopf verwandelt und beherzt über den Gestrandeten herfällt.

Die Jugendlichen leisteten damals einen Bluteid: Sollte "es" zurückkehren, werden auch sie wieder gemeinsam dagegen antreten. Aber Pennywise ist bekanntlich nicht nur ein grausamer Mörder, sondern auch ein versierter Manipulator der menschlichen Psyche. Und so endet schon das feuchtfröhliche Wiedersehen im China-Restaurant mit einer kollektiven Horrorvision, in der aus Glückskeksen und Essensresten illustre Mordmonster schlüpfen.

In der Folge wird jedes einzelne Gruppenmitglied von schmerzhaften Kindheitserlebnissen und unkontrollierten Angstattacken eingeholt. Das dauert. Führte der Verzicht auf Rückblenden im ersten Teil zu einer stringenten Erzählung, die Kings Schreckensfantasien klar herausarbeitete, ist im zweiten Teil ein relevanter Plot kaum erkennbar, stattdessen folgt eine Horrorvision der nächsten.

Allzu oberflächlich behandelt Muschietti die interessante Frage, wie sich die traumatischen Kindheitserlebnisse auf die seelische Verfassung der Erwachsenen auswirken. Daran kann auch das zum Teil hochkarätige Ensemble um Jessica Chastain und James McAvoy wenig ändern. (USA/ 165 Min.)

Martin Schwickert

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