Nachdenken übers Menschsein

Können wir die Erde retten? "Everything will Change" stellt Fragen zur Zeit

14.7.2022, 13:55 Uhr
Jessamine-Bliss Bell als Cherry, Noah Saavedra als Ben und Paul G. Raymond als Fini (von links) in einer Szene von "Everything will Change".

© Farbfilm Verleih/dpa Jessamine-Bliss Bell als Cherry, Noah Saavedra als Ben und Paul G. Raymond als Fini (von links) in einer Szene von "Everything will Change".

Im Jahr 2012 hatte der Regisseur Marten Persiel einen unvergesslichen, teils fiktionalen Dokumentarfilm vorgelegt. "This ain't California" hieß das Werk, erzählte in verrückt-sympathischer Manier von der Skateboard-Szene im Ostberlin der Vorwendejahre. In seinem neuen Werk "Everything will Change" blickt der aus Berlin stammende Regisseur nun nicht zurück, sondern in die Zukunft unseres Planeten. Es geht um das Artensterben.

"Everything will Change" spielt im Jahr 2054. Flora und Fauna sind während des sogenannten 6. Massensterbens weitgehend von unserem Planeten verschwunden. Um eben diesen aber doch noch zu retten, begeben sich drei Antihelden auf einen aufregend-wilden Road-Trip in die Vergangenheit.

Zerstörerisches Verhalten

Science-Fiction und wissenschaftliche Fakten verbindet dieser Film zu einer Reflektion über das Menschsein. Naturbilder und Infrarotaufnahmen, Gespräche mit renommierten Wissenschaftlern und Künstlern führen auf eine Reise durch die Geschichte von Flora und Fauna, bei der sich das Kinopublikum mit wichtigen, aufrüttelnden, vielleicht sogar überlebensnotwendigen Fragen konfrontiert sieht.

Ist die Jetztzeit, unsere Gegenwart, vielleicht wirklich die letzte Periode, in der noch etwas gerettet werden kann? Und: Was ist der Ursprung unseres zerstörerischen Verhaltens? Darüber darf man nach der Vorstellung gerne lange nachdenken.

Neben Darstellern wie Noah Saavedra, den man aus Filmen wie "Und morgen die ganze Welt" oder "Egon Schiele – Tod und Mädchen" kennt, ist unter anderem auch der renommierte deutsche Regisseur Wim Wenders in einer kleinen Rolle mit von der Partie. Marten Persiel selbst sagte zu seinem Film: "Das Artensterben des frühen 21. Jahrhunderts ist naturgeschichtlich einzigartig. Es wird sich nie wieder in dem Ausmaß wiederholen können – was weg ist, ist weg. Es ist das größte Thema unserer Zeit."

Seine Botschaft kommt an: Unlängst gewann "Everything will Change" den Publikumspreis in der Sparte Spielfilm beim Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken. (93 Min.)

In diesen Kinos läuft der Film.

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