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"Mein Leben mit Amanda": Annäherung nach der Katastrophe

Der Film erzählt die Geschichte vom Leben nach dem Terroranschlag in Paris - 12.09.2019 08:00 Uhr

Vincent Lacoste und Isaure Multrier in einer Szene des Films "Mein Leben mit Amanda". © MFA/dpa


Wenn er wieder einmal seine kleine Nichte Amanda (Isaure Multrier) zu spät von der Schule abholt, wäscht die alleinerziehende Sandrine (Ophélia Kolb) dem Bruder den Kopf, so wie es nur große Schwestern tun können.

Ein paar Tage später haben sie sich mit Freunden im Park zum Picknick verabredet. Wie immer kommt David zu spät. Auf dem Weg überholen ihn Polizei- und Krankenwagen. Ein Terrorist hat wahllos in die Menge geschossen und Sandrine hat den Anschlag nicht überlebt. Nur wenige Sekunden zeigt Mikhaël Hers in "Mein Leben mit Amanda" diese stummen Bilder des Schreckens und widmet sich dann den Überlebenden und Hinterbliebenen, die mit der Gewalttat leben müssen. Wie David, der sich um Sandrines Tochter kümmert.

Ohne Sentimentalität, aber mit sensiblem Respekt für seine Figuren erzählt der Film, der die Anschläge vom 13. November 2015 evoziert, von dieser Annäherung unter traumatischen Bedingungen. Mit fast magischer Umsicht verhandelt Hers das komplexe Thema ganz ohne aufdringliche Geschmacksverstärker. Nicht auszudenken, was Hollywood daraus gemacht hätte. (F/107 Min.)

mars

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