Eifersüchtig in Spanien

Nett, mehr nicht: Woody Allens "Rifkin's Festival"

7.7.2022, 08:58 Uhr
Szene aus "Rifkin's Festival" mit Gina Gershon und Louis Garrel.

© Filmwelt/dpa Szene aus "Rifkin's Festival" mit Gina Gershon und Louis Garrel.

Allen hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen, ein Gericht gab ihm vor Jahrzehnten weitgehend recht. Aber einige Schauspieler, etwa Colin Firth, Mira Sorvino und Greta Gerwig, sind zu dem vierfachen Oscar-Preisträger auf Distanz gegangen. Auch die Fangemeinde ist geschrumpft. An frühere Kassenerfolge kann der Regisseur von Meisterwerken wie "Der Stadtneurotiker" und "Manhattan" längst nicht mehr anknüpfen.

Nun kommt "Rifkin's Festival" in die Kinos, sein 50. Regieprojekt: In der Praxis seines Psychotherapeuten lamentiert der New Yorker Filmdozent Mort Rifkin (Wallace Shawn), dass er seine Frau, die PR-Agentin Sue (Gina Gershon), zum Filmfestival ins spanische San Sebastián begleiten musste. Sue sei in ihren jüngeren Klienten, einen "Schwachsinns"-Regisseur, verknallt, jammert der eifersüchtige Gatte – und reiste als Aufpasser und lästiges Anhängsel ins sonnige Spanien mit.

Shawn (78) spielt eine echte Allen-Figur: leicht neurotisch und hypochondrisch, an einer Schreibblockade leidend und von Fragen nach dem Sinn des Lebens geplagt. Der Plot bietet reichlich Stoff für Humor, Herzschmerz und sinnierende Gespräche, auch wenn dem Film der Tiefgang von Allens früheren Meisterwerken fehlt. Seine Stärke liegt in den eingestreuten Schwarz-Weiß-Szenen, in denen Allen das europäische Kino feiert. (92 Min.)

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