Tragikomödie

"Töchter": Zwei Frauen auf der Suche nach Liebe und Anerkennung

7.10.2021, 13:12 Uhr
Auf der Reise in die Schweiz wird über Glück und Unglück des Lebens diskutiert. Szene mit Alexandra Maria Lara (links), Josef Bierbichler und Birgit Minichmayr.

Auf der Reise in die Schweiz wird über Glück und Unglück des Lebens diskutiert. Szene mit Alexandra Maria Lara (links), Josef Bierbichler und Birgit Minichmayr. © Warner Bros. Pictures

Im Zentrum stehen die Freundinnen Betty (Birgit Minichmayr) und Martha (Alexandra Maria Lara), die beide bald 40 werden und sich auf eine Reise in die Schweiz begeben müssen. Martha soll ihren Vater Kurt (Josef Bierbichler) dorthin zum Sterben bringen. Nur: Der hat gar keinen Termin im Sterbehotel ausgemacht und will in Wahrheit seine Jugendliebe besuchen. Der Trip wird zum emotionalen Abenteuer für alle.

Martha ist ziemlich spaßbefreit, angespannt und Kurt gegenüber wenig verständnisvoll. Als Zumutung empfand sie schon seine Bitte, ihm die Sterbehilfe zu finanzieren – und jetzt soll sie ihn auch noch in die Schweiz fahren. "Warum ist er nicht der lausige Vater geblieben. Kurz vorm Sterben noch nett werden, das ist einfach gemein", schimpft sie. Weil sie wegen eines Unfalls schon lange nicht mehr Auto gefahren ist, muss Betty mit. Die ist das glatte Gegenteil von Martha. Kreativ, locker, dabei immer irgendwie auf der Flucht und auf Antidepressiva.

Auf der Suche nach Anerkennung und Liebe

Beide haben viel emotionales Gepäck dabei. Während Martha von der plötzlichen Nähe zu ihrem Vater überfordert ist, sucht Betty nach ihrem angeblich verstorbenen Erzeuger. Dabei lässt die Freundschaft zwischen den Frauen trotz ihrer Verschiedenheit viel Verständnis und Direktheit zu.

In Kurts altem Golf diskutiert das Trio über Freundschaft, Leid, Glück, das Alleinleben und das Rauchen. Es wird gestritten, gelacht und geweint. "Töchter" ist ein Roadtrip zweier Frauen in der frühen Lebensmitte, die nach Antworten suchen, nach Anerkennung und Liebe. Der Weg dahin ist von Traurigkeit, Unzufriedenheit und Angst geprägt – und auch von kleinen Glücksmomenten.

Verbittert sind beide dennoch nicht. "Man hört in einem Alter mit Drogen auf, wenn man sie eigentlich am nötigsten braucht", sagt Martha. Auch solche kleinen Dialoge machen den Film sehenswert. Ebenso die Orte. Die Reise führt in die Schweiz, nach Italien und Griechenland. Die Aussichten in die Ferne sind kleine Inseln der Erholung. Die passende Musik dazu liefert die Berliner Sängerin Masha Qrella. (121 Min.)

In diesen Kinos läuft der Film.

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