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Markt der Partnerstädte lockt mit ganz besonderem Sortiment

Weit gespannte Beziehungen reichen nach Amerika und Asien - 18.12.2012 20:47 Uhr

Zum ersten Mal ist die israelische Partnerstadt Hadera auf dem Markt der Partnerstädte am Rathausplatz dabei. Naomi Ehrlich-Kuperman verkauft dort Spezialitäten aus ihrem Land wie diese Granatäpfel.

© Michael Matejka


Anfangs von manchen belächelt, umfasst der Markt heute 22 Verkaufsbuden mit Produkten aus aller Welt. Vertreten sind diesmal alle 14 offiziellen Partnerstädte, dazu sechs „befreundete“ Städte sowie die französische Partnerregion Mittelfrankens Limousin und Santiago de Cuba.

Eine Verbindung eigener Art besteht — nicht zuletzt durch den Dürer-Weg — mit den Orten Montan und Klausen in Südtirol; beim Besuch einer offiziellen Delegation samt Blaskapelle ist die Verbindung — sozusagen die Nürnberger Montan-Union — erst am vergangenen Samstag förmlich bekräftigt worden.

Hatten vor allem die Geschäftsleute auf dem Hauptmarkt die Ergänzung und Erweiterung zunächst misstrauisch beäugt, ist der Markt der Partnerstädte längst akzeptiert und etabliert — nur ein größeres Angebot an kulinarischen Imbiss-Spezialitäten wird den Anbietern aus Angst vor zu viel Konkurrenz bisher nicht zugestanden.

„Früher hat man ihn gesucht, heute wird er besucht“ bringt es der für den Markt zuständige Mitarbeiter der Stadt Nürnberg, Werner Trini, auf den Punkt. Und das trotz der hohen Kosten: Pro Stand werden 2000 Euro Miete plus Stromkosten fällig.

Das Amt für Internationale Beziehungen ist bekanntlich auch selbst am Markt vertreten und betreibt mit dem sogenannten Kunstautomaten eine eigene Bude. Dort kann man Werke von drei einheimischen und drei internationalen Künstlern erwerben. Auch wenn es Schwierigkeiten gibt, Kunst auf einem Weihnachtsmarkt zu etablieren, zeigt sich der Leiter des Amtes, Norbert Schürgers, zufrieden. „Es besteht die Hoffnung, durch den Verkauf von Kunst vielleicht neue Kundschaft auf den Markt zu locken“, meint er. Für sechs der Partnerstädte übernehmen jeweils die Partnerschaftsvereine den Budenbetrieb, und das, wie zum Beispiel bei San Carlos, ehrenamtlich. Deshalb fließt der Erlös in humanitäre Projekte. Andere nutzen die Einkünfte für die eigene Vereinsarbeit (Cordoba) oder die Partnerstadt privatisiert den Stand für ein Komitee (Atlanta).

Dass die humanitären Projekte durchaus etwas bewirken, zeigt sich am Beispiel der Partnerstadt Kalkudah auf Sri Lanka. Seit 2004 wird Kalkudah, das durch den Jahrhundert-Tsunami und Militärkonflikte massive Zerstörungen erlitten hatte, von Nürnberg unterstützt. Anfangs bestand diese Unterstützung noch aus Transportmitteln und dem Bau eines Krankenhauses. Für 2013 ist aber die Errichtung von „Little Nuremberg“, einer aus 25 kleinen Häusern bestehenden Siedlung, geplant. Im März soll es zudem eine Bürgerreise zum Besuch der an der Ostküste der Insel gelegenen Stadt geben, so Schürgers.

Für die Zukunft wolle man sich in Nürnberg verstärkt um solche projektbezogenen Auslandsbeziehungen bemühen. Mit Ben Gardane, einer 70000-Einwohner-Stadt an der libysch-tunesischen Grenze, plant Schürgers auf Anregung des Deutschen Städtetages das nächste Unterstützungsprojekt.

Eine, wenn nicht die Weihnachtsspezialität schlechthin, finden die Besucher am Stand von Gera: Thüringer Weihnachtsstollen — ergänzt um weiteres Gebäck wie Eierschecken und Punsch-Igel. Das Back- und Zuckerwerk stammt aus der Traditionsbäckerei von Wolfgang und Martina Laudenbach, die das Handwerk in der siebten Generation pflegen — und es schafften, auch den real existierenden Sozialismus zu überstehen. Jeweils ab Ende Oktober werden bis zu 13 Tonnen Stollen produziert, nach altem Familienrezept, versteht sich.

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Maximilian Hubert / woh

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