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Altenmarkt-Zauchensee ist einfach herzig

Hier lernen Anfänger von Profis das Genuss-Skifahren und manche verloben sich - 30.11.2019 07:22 Uhr

Skischüler, Wiedereinsteiger und Könner treffen hier auf den Pisten aufeinander. © Silke Roennefahrt


Mit ihm traut sich kaum einer mal eben auf die Piste. Selbst die Profis aus unserer Gruppe treffen sich zum 30-minütigen Aufwärmtraining, bevor sie mit Michael Walchhofer ihre Schwünge ziehen. Schließlich hat man nicht alle Tage die Gelegenheit, neben einem ehemaligen Weltmeister auf den Brettern zu stehen. Der 45-Jährige beendete seine Karriere als Rennläufer zwar schon vor Jahren, doch auf Skiern ist er trotzdem noch immer in atemberaubendem Tempo unterwegs. Vor einer kleinen Tour mit dem "Michi" muss trotzdem niemand Angst haben: Walchhofer passt sich den Fähigkeiten der jeweiligen Gruppe an, meist buchen ihn die Gäste seines Hotels in Zauchensee.

Das gleichnamige Skigebiet mit seinen 65 Pistenkilometern spricht aber nicht nur diejenigen an, die mit einem Ex-Weltmeister Ski fahren wollen. Als neue Zielgruppe haben die Tourismusmanager der Region Altenmarkt-Zauchensee Anfänger und Wiedereinsteiger entdeckt, die genüsslich skifahren wollen. Zwar gilt das Gebiet zwischen Gamskogel, Rosskopf und Tauernkar als durchaus anspruchsvoll, doch lassen sich die schwierigen Pisten meistens auf einer blauen Variante umfahren.

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Pistenspaß in Altenmarkt-Zauchensee

Schneesichere Lage und traumhaftes Panorama: Das Skigebiet Altenmarkt-Zauchensee ist einen Abstecher wert. Die Pisten gelten als anspruchsvoll, doch sind auch Anfänger oder Wiedereinsteiger Zielgruppe des Tourismusverbandes. Denn oft können die anspruchsvolleren Abfahrten auf einer blauen Route umfahren werden.


Ein neuer Ski, den der Altenmarkter Skihersteller Atomic entwickelt hat, soll den (Neu-)Start noch einfacher machen: Er ist leichter und drehfreudiger als der klassische Carving-Ski und soll vor allem der Generation den Umstieg erleichtern, die das Skifahren noch auf den klassischen Brettern gelernt hat.

Wie viel Handarbeit trotz allem noch in den High-Tech-Modellen steckt, lässt sich bei einer Betriebsführung beobachten. Bis zu 15 verschiedene Schichten legen die Mitarbeiter übereinander und stecken sie in die Skipresse. Der Kern ist aus Holz, hinzu kommen Materialien wie Carbon oder Glasfaser. Auch die passenden Paare werden von Hand zusammengestellt — "eine Aufgabe, die sehr viel Erfahrung verlangt", sagt der Chef der Entwicklung, Helmut Holzer. Schließlich soll zum Beispiel der oft unterschiedliche Biegungswinkel der beiden Bretter möglichst gut zusammenpassen.

Saison bis in den April hinein

Nach so viel Theorie lockt der Praxistest im Skigebiet, das als besonders schneesicher gilt. Bis in den April hinein dauert die Saison der Skischaukel Zauchensee-Flachauwinkl. Und wer direkt im 1350 Meter hoch gelegenen Zauchensee wohnt, der kann meistens bis vor die Hoteltür carven.

Zum Genussskifahren gehören aber nicht nur perfekt präparierte Abfahrten, sondern auch Angebote abseits der Pisten. Ende Februar wird ein Hüttenshopping veranstaltet, das das Skifahren mit Einkaufsbummeln verknüpft. Zum Ausklang der Saison im April ist der Feinschmeckermarkt in Altenmarkt. Dort lassen sich nicht nur kulinarische Andenken wie die hochprozentigen "Dachstein Botanicals" der Radstadter Destillerie Mandlbergut erstehen, in drei Hütten wird auch mit Produkten vom Wochenmarkt frisch gekocht, Geschmortes vom Hochlandrind mit Rotkraut und Spätzle zum Beispiel.

Ronja und Sandokan schaukeln Verliebte durch die Winterlandschaft, ihr Kutscher heißt Robert Herzgesell. © Silke Roennefahrt


Besonders romantisch klingt der Skitag aber bei einer Kutschfahrt aus. Ronja und Sandokan schaukeln uns gemütlich durch die Winterlandschaft, immer an der Zauch entlang bis hin zum Rastplatz. Hier hat Kutscher Robert Herzgesell schon oft ein Herz in den Schnee gezeichnet und die Kulisse mit Fackeln illuminiert.

Der Ort sei beliebt für Hochzeitsanträge, sagt Herzgesell. Und offenbar ist er zu schön, um "Nein" zu sagen: Der Kutscher hat das jedenfalls noch nie erlebt – vielleicht liegt das aber auch einfach nur an seinem Namen.

Mehr Informationen:
www.altenmarkt-zauchensee.at
das die Reise unterstützte.
Anreise:
Mit dem Auto über Salzburg in knapp vier Stunden. Mit der Bahn in bestenfalls viereinhalb Stunden bis Radstadt, weiter mit dem Taxi.
Günstig wohnen:
Landhaus Steiner
www.landhaus-steiner.at
Luxuriös wohnen:
Hotel Sportalm
www.sportalm.com
Beste Reisezeit:
Ende November bis in den April, je nach Schnee- und Wetterlage meist bis einschließlich Ostermontag.

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