Mittwoch, 23.10.2019

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Am Tiroler Achensee über allem stehen

Überall in der Region bieten sich Aktivurlaubern tolle Ausblicke - 28.09.2019 08:00 Uhr

Vom Gipfel des Bärenkopf bietet sich Wanderern dieses tolle Panorama. © Tilmann Grewe


Entlang von Magerwiesen schlängelt sich der Schotterweg den Hang hinauf. Schafgarbe, Alpenröschen und Latschenkiefern wachsen hier. Hinten erheben sich das Sonnjoch und die Bettlerkarspitze in den leicht bewölkten Herbsthimmel. In der Ferne ist das Stanser Joch zu sehen.

Wir befinden uns im Naturpark Karwendel. Etwa 920 Quadratkilometer umfasst dieses Schutzgebiet, das sich vom Westufer des Tiroler Achensees bis nach Bayern erstreckt. Urwälder und Wildflüsse geben hier seltenen Tier- und Pflanzenarten Refugien, dem Steinadler etwa, dem Weißrückenspecht, dem Bergmolch, dem Bergahorn, der Tamariske oder dem Frauenschuh.

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Naturpark Karwendel: Wildes Land am Tiroler Achensee

Etwa 920 Quadratkilometer umfasst der Naturpark Karwendel, der sich vom Westufer des Tiroler Achensees bis nach Bayern erstreckt. Urwälder und Wildflüsse tragen dazu bei, dass wichtige Tier- und Pflanzenarten Refugien finden – der Steinadler etwa, der Weißrückenspecht, der Bergmolch, der Bergahorn, die Tamariske oder der Frauenschuh. Wir haben die Gegend erwandert und diese Impressionen mitgebracht.


Die Rundwanderung zum Bärenkopf ist mittelschwer und wird sogar im Winter noch gegangen, dann jedoch als Skitour. Am Gipfelkreuz tut sich ein grandioser Blick auf. Rechterhand zieht sich das Inntal gen Osten. Links glitzert der Achensee, eingebettet zwischen Karwendelgebirge und Brandenberger Alpen.

Die Orte Maurach und Pertisau erkennt man am Ufer und ganz hinten am nördlichen Seeende Achenkirch. Vor zwei Jahrzehnten wetteiferten die drei Seegemeinden sowie die nahe gelegenen Orte Steinberg und Wiesing noch um Urlaubsgäste, dann rauften sie sich zusammen und gründeten den Tourismusverband Achensee.

Dort kann man unter anderem klettern, Golf und Tennis spielen, raften, squashen, reiten oder paragleiten – rund 50 Sportarten sind möglich. Im Winter ist Pertisau ein Langlaufzentrum, während man oberhalb von Achenkirch eher alpin Ski fährt. Mountainbiker finden unzählige markierte Routen, Wanderer ebenso, darunter ein Abschnitt des 320 Kilometer langen Adlerweges, der von St. Johann nach St. Anton führt und auf drei Etappen den Achensee berührt.

Unnütze Schatten vom unnützen Berg

Wir leihen uns E-Mountainbikes, um den Unnutz zu umradeln. Seinen Namen verdankt der 2078 Meter hohe Berg im Rofangebirge den tiefen Schatten, den seine drei Gipfel auf Achenkirch fallen lassen – unnütze Schatten. Auf dem Weg zum Startpunkt umrunden wir auf gut ausgebauten Radwegen den Achensee. Segelboote und Kajakfahrer schaukeln auf den Wellen. Sogar Taucher watscheln ins Wasser. Kite-Surfer ziehen vor allem im Herbst Kurven über den See und an den Ufern sitzen Wanderer und Ausflügler im Gras. Die Szene wird um gut 1000 Meter überragt von den Kuppen der Seebergspitze und der Seekarspitze.

Mit dem E-Mountainbike geht´s bequem hinauf und hinab. © Tilmann Grewe


"Schont in der Ebene den Akku des E-Bikes für den späteren Bergaufstieg", rät Radführer Olaf. Wir folgen, um nicht später am Berg zu erlahmen – immerhin müssen wir auf acht Kilometern Strecke 600 Höhenmeter bewältigen. "Hochtourig treten, mit niedrigen Gängen fahren", rät uns Olaf beim kurzen Zwischenstopp. Und: Jeder hat seinen eigenen Rhythmus. Mit ungeahnter Schubkraft erleichtert der kleine Elektromotor den steilen Aufstieg.

Während die einen auf dem breiten, hellen Rollsplitt-Weg nach dem rechten Rhythmus spüren, hochgezogene Schultern und verkrampfte Oberkörper zu entspannen suchen, gleiten andere scheinbar mühelos den Berg hinauf. Die junge Esmee aus den Niederlanden etwa sitzt aufrecht im Sattel, als fahre sie mal schnell auf dem Hollandrad zur Arbeit. Gert aus Belgien spielt jetzt jahrzehntelange Raderfahrung aus. Tomáš aus Tschechien wiederum arbeitet sich ohne Motor voran, erst auf dem letzten, deutlich steileren Anstieg lässt auch er sich von der Technik helfen.

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Ausprobiert: Wintercampen am Achensee

Günstig und abenteuerlich: so lässt sich Wintercampen im Skigebiet beschreiben. Zum Beispiel am österreichischen Achensee.


Am Ende aber werden wir alle belohnt. Mit einem weiteren Ausblick auf den Achensee, der 600 Meter unter uns liegt. Mit herrlich kühlendem Felsquellwasser. Und mit gut 18 Kilometern Abfahrt auf einem engen, steilen, teils ausgewaschenen Ziehweg, der sich schnell in einen breiten, zunehmend abflachenden Schotterweg verwandelt. Wir empfinden Glücksgefühle beim anstrengungsloses Dahinradeln. Vorbei geht es an Wiesen und Jausenstationen, sich schlängelnden Bächlein und alten, dunkelbraunen Holzkaten mit Petunien und Geranien in Blumenkästen.

Bei Steinberg treffen wir auf die breite Landstraße, die uns zurück zum Achensee bringt. Schnell klettert der Tacho auf 40 Kilometer pro Stunde. Der Asphalt lässt die Mountainbike-Reifen singen, die Seele wird leicht. Gleich heben wir ab, gleich . . .

|Mehr Informationen:

Tirol Werbung

www.tirol.at

Tel.: 00 43 / 5 12 / 5 32 00

sowie Tourismusverband Achensee

www.achensee.com

Tel.: 00 43 / 5 95 / 30 00,

die diese Reise unterstützt haben.

Anreise:

Mit dem Auto rund 260 Kilometer in etwa drei Stunden. Mit dem Zug von Nürnberg über München nach Jenbach in gut drei Stunden. Von dort mit dem Taxi zum Achensee.

Luxuriös wohnen:

Das Rieser

www.hotel-rieser.com

Tel.: 00 43 / 5 24 / 3 52 51

Günstig wohnen:

Gästehaus Hubertus

www.gaestehaus-hubertus.at

Tel.: 00 43 / 52 46 / 63 38

Beste Reisezeit:

Ganzjährig.

Tilmann Grewe

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