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Ansturm auf die Berge: Darum sorgt sich der Alpenverein

Viele Anfänger testen Ski-Alternativen aus, doch die Wintersportgebiete sind ungesichert - 10.12.2020 13:17 Uhr

Bilder wie dieses dürfte man in diesem Winter häufiger in den Bergen sehen - Tourengeher machen sich auf und fahren im Freistil ab. Das kann höchst gefährlich sein. 

26.01.2016 © Christian Riedel


Das Coronavirus hat unseren Horizont verschoben, vom Jenseits auf ein Diesseits der Landesgrenzen. Inzwischen sind höchstens Tagesausflüge in den Schnee zumindest denkbar (wenngleich offiziell nicht erwünscht), neben den Mittelgebirgen Thüringer Wald, Frankenwald, Fichtelgebirge, Oberpfälzer- und Bayerischer Wald sind gerade noch die Berge südlich von München in einem Frühaufsteher-Tagestrip erreichbar. Dort ließe sich möglichst autark und individuell Sport in höheren und somit schneesichereren Lagen an der frischen Luft treiben.

Möglicher Ansturm? Alpenverein sorgt sich

Weil das in diesem Jahr vermutlich viel mehr Menschen tun woll(t)en als sonst - viele davon das erste Mal und somit reichlich ahnungslos - könnte es voll, chaotisch und gefährlich werden. Vor allem der Deutsche Alpenverein (DAV) sorgt sich und wollte diese Woche die seit Oktober vorbereitete Initiative FUN statt Gaudi vorstellen. Die steht für freundlich, umsichtig und naturverträglich - das einzig angebrachte Verhalten in den Bergen in diesem Corona-Winter, das dem vermeintlichen Ansturm von Winterwanderern, Schneeschuhwanderern und Tourengehern dank einiger Benimmregeln die negativen Begleiterscheinungen nehmen soll. Wegen der Lage wurde die Kampagne jedoch abgesagt.

"Eine Kampagne mit diesem Namen (...) passt nicht in die aktuelle und jüngst deutlich verschärfte Corona-Situation", begründet der Vereinspräsident Josef Klenner die Absage von #WinterFUN. "Das Infektionsgeschehen hat sich seitdem leider sehr ungünstig entwickelt, darauf müssen wir jetzt reagieren." Für kommende Woche ist eine aktualisierte Version der Kampagne angekündigt.


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Trotzdem betont der DAV, dass die Inhalte weiterhin wichtig seien, falls trotz allem viele Menschen in die Berge aufbrechen sollten. Denn die Skigebiete blieben vorerst geschlossen, der Ski- und Schneeschuhtourenboom werde sich wohl in den Bayerischen Alpen noch verstärken, inklusive der vielen Neueinsteiger. Daher lautet der dringende Appell des DAV: "Seid besonnen!"

(Berg-)Sport an der frischen Luft bleibt erlaubt

Sport an der frischen Luft bleibt auch in der aktuellen Situation erlaubt und sinnvoll, "weil er die physischen und psychischen Abwehrkräfte stärkt. Dazu gehört auch der Bergsport", so der DAV. Josef Klenner mahnt allerdings zur Besonnenheit: "Die Bergsportgemeinde muss ihren Anteil zur Eindämmung des Infektionsgeschehens beitragen. Dabei kommt es jetzt auf jeden einzelnen Bergsportler an. Bitte haltet Abstand, wenn ihr in den Bergen unterwegs seid!" Man müsse Hotspots vermeiden und im Zweifel auch mal verzichten.

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Außerdem sei das gesamte Gebirge außerhalb der Täler derzeit ungesichert, was fürs alpine Tourengelände wie für die Skigebiete gelte. Pisten seien nicht präpariert, Pistenpatrouillen fänden nicht statt, Lawinengefahr bestehe. Entsprechendes Können und Wissen seien überall gefordert. Daher sollten gerade Anfänger nicht einfach drauflos gehen, sondern sich Erfahrenen anschließen - in der erlaubten Gruppengröße. Zur vollständigen Ausrüstung etwa eines Tourengehers gehörten LVS-Gerät, Sonde, Schaufel, dazu der aktuelle Bergbericht zu Lawinenlage, Wetter, Schneelage. Denn man sei selbstverantwortlich unterwegs.

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