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Bettwanzen: So schützen Sie sich vor dem Reise-Horror

Fälle nehmen weltweit stark zu - auch durch Sharing-Plattformen wie Airbnb - 01.06.2019 15:41 Uhr

Besonders gemein: Die Plagegeister machen sich über Schlafende her. © Lightspring/shutterstock.com


Diese Reise wird eine Familie aus Schwabach, die ihren Namen nicht genannt sehen will, nie vergessen. Sie brachte aus Madrid nicht nur schöne Eindrücke, sondern auch eine ganze Horde Bettwanzen im Gepäck mit nach Hause.

Dort krochen die Tiere aus den offenen Koffern und besetzten bei ihrer Suche nach Körpergeruch, der Wärme und Atemluft eines menschlichen Wirts alle Schlafräume. Über Nacht zeigten sich bei drei Familienmitgliedern juckende Wanzenstraßen. Die ziehen sich wie Ketten etwa über Rücken und Oberschenkel, denn die Insekten beißen bei der Suche nach einem geeigneten Blutgefäß der Reihe nach in die Haut.

In Teilen New Yorks und Vancouvers gelten Bettwanzen schon als Plage. Inzwischen sind die Blutsauger auch in Deutschland auf dem Vormarsch und kaum zu stoppen. © dpa


Der Kammerjäger ging mit Suchhunden durchs Haus, identifizierte die Plagegeister dank ihrer Kotspuren, Eier und Nymphenhäute und musste die Wohnung so unter Hitze setzen, dass die Farbe von den Türzargen blätterte. Der Schaden ist immens, die Familie traumatisiert.

Bettwanzen spielten in Deutschland als Schädlinge kaum noch eine Rolle. Doch mit dem Boom des Tourismus – angefeuert auch durch Sharing-Quartiervermittler wie airbnb – wandern die Tiere wieder leichter von Kontinent zu Kontinent und von Haus zu Haus.

Neun Monate ohne Futter in Ritzen sitzen

Die guten Kletterer lauern dann gemeinsam bis zu neun Monate ohne Nahrung in Fußbodenritzen, hinter Tapeten, Scheuerleisten, Lichtschaltern, Steckdosen oder im Bettgestell. Sie verkriechen sich in Kleidung und Taschen und wandern mit ins nächste Quartier. Dort suchen sie sich den nächsten Wirt – selbst in einem sehr guten Hotel ist man davor nicht gefeit.

Schon vor der Reise beugen Sie vor, indem Sie den Rucksack oder Koffer mit Sprays besprühen, die etwa den Wirkstoff Permethrin enthalten – der schreckt Bettwanzen ab.

Speziell abgerichtete Spürhunde können Bettwanzen am Geruch erkennen. Wenn der Mensch die Parasiten mit der Nase wahrnehmen kann, ist der Befall schon sehr massiv. © Issler


Gleich nach Bezug des Zimmers suchen Sie am besten Bettwäsche, den Fußboden und Möbel nach den Spuren der ovalen, bräunlichen Tiere ab. Haben Sie Zweifel? Lassen Sie sich ein anderes Zimmer geben!

Haben Sie das Zimmer bezogen, können Sie Gepäcktaschen und Kleidung dicht in Plastiktüten einpacken. Legen Sie sie möglichst weit entfernt von Ihrem Bett ab, etwa auf Stühlen oder an Kleiderhaken.

Bevor Sie weiter- oder heimreisen, schütteln Sie Kleidung oder einen Schlafsack nochmal aus.

Daheim stellen Sie Ihr Gepäck gleich in die Badewanne. Sind Bettwanzen mitgereist, werden sie sich nachts auf die Suche nach Nahrung machen und aus den Taschen klettern. Doch die steile Badewannenwand kommen sie nicht so leicht hinauf. Außerdem sehen Sie auf dem hellen Untergrund die Tiere und können sie leicht beseitigen.

Die Kleidung und die Taschen sollten Sie dann sicherheitshalber mit 90 Grad waschen oder mit Kälte oder chemischen Methoden behandeln.

Mehr Informationen:
www.umweltbundesamt.de/publikationen/bettwanzen-
wandern
sowie
https://bettwanzenproblem.de/ 

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