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Coronavirus: Immer mehr Urlaubsziele machen dicht

Neue Risikogebiete kommen hinzu, Grenzen werden gesperrt, Skigebiete beenden die Saison - 13.03.2020 18:42 Uhr

Viele Länder haben ihre Sicherheits- und Hygienemaßnahmen angesichts des Coronavirus verstärkt. © Rouzbeh Fouladi, dpa


Flug- oder Schiffsreisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen schon länger ihre Daten bei Ankunft in Deutschland in sogenannten Aussteigekarten eintragen. Aber auch Schüler, die etwa von einer Ski-Klassenfahrt aus Österreich zurückkehren, werden auf Krankheitssymptome untersucht. Und immer mehr Länder wie die USA oder Tschechien verweigern für mindestens einen Monat die Einreise aus Staaten oder Kontinenten, die sie zu Risikogebieten zählen. Und in Deutschland werden in den allermeisten Bundesländern Universitäten, Schulen und Kindergärten bis mindestens Ostern geschlossen.

Zu den Risikogebieten zählt das Robert-Koch-Institut derzeit folgende Regionen, die ständig aktualisiert werden - bitte schauen Sie auf der entsprechenden Seite nach: ganz Italien, der Iran, in China die Provinz Hubei inklusive der Stadt Wuhan, Teile Südkoreas und relativ aktuell in Frankreich die Region Grand Est mit dem Elsass, Lothringen und der Champagne-Ardenne.

Ausnahmesituation in Italien

In Italien grassiert das Coronavirus besonders stark, vor allem der Norden ist betroffen. Weil sich aber auch viele Italiener in den Süden flüchteten und auch dort vermehrt Fälle auftreten, wurde inzwischen das gesamte Land zur Sperrzone erklärt. Man hat in Italien viel zu spät auf erste Anzeichen reagiert und hat deutlich mehr Erkrankungen zu bewältigen, als das Gesundheitssystem verkraften kann. Ähnliche Sorgen haben auch die anderen Länder, die mit entsprechenden Maßnahmen wie jetzt auch Deutschland reagieren. In Italien ist es aber besonders schlimm, hier gilt sogar eine Art Ausgangssperre, die nur mit triftigem Grund gebrochen werden darf - etwa zur Versorgung mit Lebensmitteln oder kranker oder alter Angehöriger. 

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Hygiene-Tipps: So schützt man sich vor dem Coronavirus

Das Coronavirus breitet sich mittlerweile auch in Europa mehr und mehr aus. Doch wie schützt man sich vor der Krankheit? Wir haben neun Hygiene- und Verhaltens-Tipps nach Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Vorbeugung des Coronaviruses und anderen Virusinfektionen zusammengefasst.


Nun kommt auch noch Frankreich als besonders betroffen hinzu, und zwar die Region Grand Est, die an Deutschland grenzt. Auch weniger von deutschen Urlaubern frequentierte Länder wie China, Südkorea oder der Iran gelten derzeit als gefährlich, zumal autoritäre Staaten wie vor allem der Iran das Risiko herunterspielen und behaupten sie hätten kein außergewöhnlich großes Corona-Problem. Die offiziellen Zahlen über Erkrankte gelten Experten als gefälscht, Misstrauen bei Reisen in autokratisch beherrschte Länder gilt als angebracht.

So gut wie alle Veranstaltungen in betroffenen Gebieten wurden und werden abgesagt. Das Auswärtige Amt rät jedenfalls von allen nicht erforderlichen Reisen in betroffene Regionen ab, viele Arbeitgeber empfehlen generell, auf Reisen derzeit zu verzichten. Menschen, die nach einem Aufenthalt in einem betroffenen Land typische Symptome bemerken, sollten sich auf alle Fälle auf eine Infektion testen lassen.

Erkrankte islamistische Kämpfer als Überträger

Ein unterschätztes Problem sind im Nahen und Mittleren Osten auch religiöse Kämpfer, die etwa auf Seiten schiitischer Milizen in Syrien kämpfen, sich dort mit Corona infizieren und dann nach Hause zurückkehren, um sich kurieren zu lassen. Pakistan hat einige derartige Personen an seiner Grenze aufgegriffen. Die meisten Fälle dürften kaum entdeckt werden.

Quartiere in Österreich müssen schließen

Einen Leser erreichte die Tage eine Mail aus dem Bregenzerwald im bislang weniger betroffenen Österreich, das nun zwei Sperrzonen eingerichtet hat. Das Urlaubs- und Transitland hat nun das gesamte Paznauntal mit den Gemeinden Ischgl, Kappl, See und Galtür sowie die Gemeinde St. Anton am Arlberg unter Quarantäne gestellt (Stand 13.3.)

In der Mail aus dem nahen Damüls im Bregenzerwald im Bundesland Vorarlberg heißt es: "Guten Tag, Aufgrund des Coronavirus wurde uns heute mitgeteilt, dass wir mit 15.03. das Skigebiet sowie alle Unterkunftsbetriebe schließen müssen. Von dieser Maßnahme ist auch Ihre Buchung in unserer Ferienwohnung betroffen. Wir werden Ihre Reservierung selbstverständlich kostenfrei stornieren und Ihnen die Anzahlung zurück überweisen. Sollten Sie daran Interessiert sein, Ihren Urlaub zu einem späteren Zeitpunkt in unserem Haus zu verbringen, würden wir uns darüber sehr freuen."

Planen Sie dennoch, demnächst auf einer Reise eine Veranstaltung zu besuchen, sollten Sie sich unbedingt vorher beim Veranstalter erkundigen, ob das geplante Event tatsächlich stattfindet.



Nordrhein-Westfalen

Gesundheitsminister Jens Spahn warnt nicht nur vor Reisen in ausländische Risikogebiete, auch nicht notwendige Ausflüge nach Nordrhein-Westfalen sollen vermieden werden. Der Landkreis Heinsberg ist der am stärksten betroffene in ganz Deutschland und steht noch immer als einziges Risikogebiet hervorgehoben auf der Seite des Robert-Koch-Instituts.

Israel und Westjordanland

Seit dem 6. März ist die Einreise aus Deutschland für nicht-israelische Staatsangehörige und Nicht-Palästinenser nicht mehr möglich. Ausnahmen gibt es nur, wenn sich Einreisende in eine 14-tägige Quarantäne begeben - Hotels zählen in diesem Fall aber nicht. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten im Palästinischen Gebiet sind zudem geschlossen.

Reisen nach China

Urlaubende müssen in China auf alle Fälle mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Das Auswärtige Amt rät Reisenden davon ab, das Festland Chinas zu besuchen. Es ist unter den derzeitigen Umständen eh nicht ratsam, nach China zu reisen, wenn nicht sogar unmöglich, da auch kaum Flüge gehen. Nachbarländer haben die Grenzübergänge gesperrt, auch die Grenze zu Russland ist geschlossen. Wer aus einem Risikogebiet nach Peking und Shanghai reisen will, muss sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben.


Arzt warnte vor Coronavirus - nun ist er daran verstorben


Reisen in die USA

Der wahlkämpfende Präsident Trump hat EU-Bürgern für einen Monat die Einreise in die USA untersagt, angeblich, weil in Europa die Maßnahmen gegen Corona nicht ausreichend seien. Wer eine Pauschalreise gebucht hat, ist in der Regel versichert und bekommt sein Geld zurück. Wer einzelne Bausteine wie Flüge oder Ausflüge und Hotels gebucht hat, muss auf Kulanz hoffen - wegen der Fülle der Fälle vermutlich vergeblich.

Reisen nach Tschechien

Auch hier wurden bis auf Weiteres die Grenze etwa für Reisende aus Deutschland, die keinen festen Wohnsitz in dem EU-Mitgliedstaat haben, dicht gemaht. Die Maßnahme gilt auch für Ausländer aus Italien, Spanien, Österreich, der Schweiz, Schweden, Norwegen, den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Dänemark und Frankreich​.

Reisen nach Südkorea

Nach China hat Südkorea die meisten offiziellen Erkrankungsfälle gemeldet. Das Land hat deshalb Ende Februar die höchste Alarmstufe ausgerufen.

Was muss ich als Flugreisender wissen?

Selbst wer in ein Land hineinkommt, kommt eventuell nicht mehr heraus, denn die schlechten Nachrichten über betroffene Gebiete überschlagen sich derzeit. Viele Airlines haben den größten Teil ihrer Flüge eingestellt und könnten deshalb sogar zusammenbrechen.

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Auch für die Mitarbeiter an den Flughäfen ist das keine leichte Situation. Am Nürnberger Flughafen herrscht Angst vor dem Coronavirus.  Auch andernorts fürchtet man sich: In Deutschland sind Schutzmasken wegen des Coronavirus fast ausverkauft. 

Wie kann ich mich im Flugzeug vor dem Coronavirus schützen?

Fachleute empfehlen, die Lüftungen einzuschalten, weil deren Filter die Kabinenluft hocheffizient säubern. Sowieso ist die Luft in Flugzeugen sehr trocken, das mag der Coronavirus überhaupt nicht.


Veranstaltungen wegen Coronavirus abgesagt: Eventim unter Druck


Wer noch mehr tun will, der setzt sich auf einen Fensterplatz. US-Forscher von der Universität Atlanta haben nämlich festgestellt, dass man dort mit den wenigsten anderen Passagieren in Berührung kommt.


Neben Menschen ist der Coronavirus auch für Katzen gefährlich - davor warnt eine Tierärztin. 



Auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes finden Sie weitere Infos.  

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