Reisen mit Camper

Der erste Urlaub im Wohnmobil? Das sollten Einsteiger vorab wissen

18.6.2021, 12:02 Uhr
Traumplatz auf einer Klippe über einer Strandbucht im spanischen Andalusien. Hier hat der Autor mehrere Nächte geschlafen und ist unten baden gegangen.

Traumplatz auf einer Klippe über einer Strandbucht im spanischen Andalusien. Hier hat der Autor mehrere Nächte geschlafen und ist unten baden gegangen. © Matthias Niese, NN

Abstand zu anderen lässt sich mit dem Wohnmobil, Caravan oder Campingbus leicht halten. Mit Küche und Dusche sind die Reisenden autark von Einrichtungen der Campingplätze, die in Bayern seit dem 21. Mai wieder öffnen dürfen, und Fernreisen dürften ohnehin eher die Ausnahme bleiben.

Wer weder Wohnmobil noch Camping-Anhänger besitzt, muss es oder ihn ausleihen. Tipp: Machen Sie das rechtzeitig, gerade in diesen Zeiten überlegen sich das viele und wollen es zum ersten Mal im Leben ausprobieren. Insbesondere wenn Sie in touristisch hochfrequentierte Regionen fahren, sollten Sie Ihre Reise während der Schulferien am besten sogar sechs bis acht Monate im Voraus buchen.

Richtige Wohnmobil-Auswahl vermeidet zu hohe Kosten

Und bedenken Sie: Wohnmobilurlaub kann je nach Größe des Fahrzeugs und seiner Ausstattung richtig ins Geld gehen. Die Miete, eventuell anfallende Gebühren für gefahrene Kilometer, Maut und Sprit, Versicherungen, Reinigungspauschalen sowie die Kosten für Campingplätze in der Hochsaison können locker den Preis für einen pauschalen All-inclusive-Familienurlaub inklusive Flug überschreiten.

Am billigsten übernachten Sie, wenn Sie auf freien Wohnmobilstellplätzen stehen, die es inzwischen allerorten im In- und Ausland gibt. An hochfrequentierten Orten wird das freie Stehen schwierig sein, etwas weiter im Hinterland finden Sie aber meist genug schöne Plätzchen. Wer Fahrräder oder sogar E-Bikes dabei hat, ist maximal mobil. Unzählige Tipps für Touren, Camping- und Stellplätze und sogar Wasserhähne geben etwa spezielle Wohnmobil-Reiseführer.


Hier finden Sie Tipps der Redaktion für Stellplatzführer und Wohnmobil-Handbücher


Die Zahl der Anbieter, die Fahrzeuge verleihen, ist wenig überschaubar. Wichtig: Es gibt Unternehmen, die eigene Fahrzeuge im Bestand haben, und es gibt Vermittler, die Mobile privater Anbieter auf ihren Seiten führen.

Vor dem Urlaub Versicherungen prüfen

Eine Kfz-Haftpflicht muss laut Gesetz vorhanden sein. Sinnvoll sind Teilkasko, gegebenenfalls auch eine Vollkasko. Daneben können spezielle Campingversicherungen oder zumindest eine klassische Hausratspolice sinnvoll sein, um den persönlichen Besitz abzusichern. Bei Reisen ins Ausland stellt sich die Frage nach einer entsprechenden Krankenversicherung. Und wer ohnehin Mitglied in einem Automobilclub ist, der sollte prüfen, ob der Schutzbrief auch für Fahrten mit einem (angemieteten) Camper gilt.

Beim Anmieten sollten Mobilurlauber beachten, dass sie das für sie geeignete Fahrzeug mieten. Für ein Paar reicht meist ein Campingbus oder ein als Wohnmobil ausgebauter Kastenwagen, damit sind Sie maximal flexibel, kommen auch über schmale Bergpässe und durch enge Dorfstraßen und finden selbst in Stadtzentren auch mal einen Parkplatz. Etwas mehr Luxus haben Sie in einem teilintegrierten Wohnmobil, wo noch das Fahrerhaus als Teil des ursprünglichen Fahrzeugs herausschaut und hinten der Aufbau aufgesetzt wurde.

Abstellplatz: Wohin mit dem Wohnmobil?


Familien holen sich am besten ein klassisches Alkovenwohnmobil mit Stockbett im Heck und Elternbett überm Fahrerhaus. Sollte es etwa durch Frankreich gehen, achten Sie darauf, dass das Fahrzeug nicht höher ist als drei Meter. Sonst zahlen Sie auf Autobahnen die Maut eines Omnibusses.

Achten Sie auch darauf, ob Sie das Fahrzeug mit Ihrer Fahrerlaubnis chauffieren dürfen. Die meisten Camper wiegen maximal 3,5 Tonnen. In diesem Fall reicht der Führerschein B, wobei viele Vermieter darauf bestehen, dass alle Fahrer mindestens 21 Jahre alt sind. Ist das Wohnmobil schwerer, benötigen die Fahrer die Lizenz C1 (bis 7,5 Tonnen). Meist ist das Fahrzeug dann unnötig groß. Achten Sie auch auf die mögliche Zuladung. Es werden schnell die Zuladungsgrenzen erreicht. So besteht die Gefahr, die 3,5 Tonnen zu überschreiten - dann ist das Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Spannend wird es bei der Übernahme zu Urlaubsbeginn. Dafür sollten die Urlauber ausreichend Zeit einplanen. Es gibt eine Einweisung in die Funktionen des Fahrzeugs, außerdem sollten alle Schäden aufgenommen und dokumentiert werden. Auch der Bestand laut Inventarliste sollte abgeglichen werden. Schließlich verlangen die meisten Vermieter eine Kaution, die sie unter Umständen bei der Rückgabe des Fahrzeugs einbehalten, falls etwas nicht in Ordnung ist.

Stellplatz auf einer Wiese hinter einem Bauernhof in Kärnten. Hier ein klassisches 6,50m-Familienwohmobil mit Alkoven, unter 3,5 Tonnen und sechs Sitzplätzen mit Doppeldinette. Für vierköpfige Familien eignen sich auch Fahrzeuge unter 6,50 Meter mit vier Gurtplätzen.

Stellplatz auf einer Wiese hinter einem Bauernhof in Kärnten. Hier ein klassisches 6,50m-Familienwohmobil mit Alkoven, unter 3,5 Tonnen und sechs Sitzplätzen mit Doppeldinette. Für vierköpfige Familien eignen sich auch Fahrzeuge unter 6,50 Meter mit vier Gurtplätzen. © Matthias Niese, NN

Ein ordentliches Übergabeprotokoll ist wichtig, ebenso der Mietvertrag. Nur mit diesem nämlich können die Mieter insbesondere im Ausland belegen, dass sie das Fahrzeug rechtmäßig bewegen. Das Papier sollte daher im Fahrzeug mitgeführt werden, für Dritte jedoch nicht zugänglich sein.

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