Der Lago di Garda entspannt sich

Der Gardasee im Herbst: Tipps für Genießer, Entdecker und Sportler

9.10.2021, 07:29 Uhr
Der Gardasee, einer der oberitalienischen Seen, ist der größte See Italiens, benannt nach der Gemeinde Garda am Ostufer.

Der Gardasee, einer der oberitalienischen Seen, ist der größte See Italiens, benannt nach der Gemeinde Garda am Ostufer. © imago images/McPHOTO

Zitronen, Olivenbäume, der junge Wein will probiert werden – im Herbst stillt der Lago di Garda perfekt die Sehnsucht nach dem Süden. Im Sommer wird es hier sehr eng. Davor muss im Herbst niemand Angst haben, dann trumpft die Region mit Ruhe und wunderbar mildem Klima auf. Diese drei Urlauber-Typen kommen dann auf ihre Kosten:

Genießer: Im Herbst ist ihre Hochsaison, schließlich werden Weintrauben und Oliven, Kastanien und Honig, Steinpilze und Pfifferlinge geerntet. Zu all diesen Spezialitäten gibt es Probierfeste. Einige davon wie das berühmte Traubenfest in Bardolino mussten zwar wegen Corona abgesagt werden, das Kastanienfest in San Zeno soll aber stattfinden. Dort lässt sich Ende Oktober und Anfang November der feine Unterschied zwischen Esskastanien und Maroni kennenlernen: Beide isst man frisch aus dem Tütchen, aber die Maroni sind größer und angeblich leichter zu schälen.

Dazu gehört immer ein Schluck junger Wein. Der Vino Novello ist dann selbst der Star beim Fest des Neuen Weins am ersten Novemberwochenende in Bardolino.

Gelegenheit, sich von der guten Qualität lokaler Olivenöle zu überzeugen, hat man am Tag der offenen Tür der Ölmühlen am 24. Oktober, der vor allem im Trentino gefeiert wird. Da besorgt man sich am besten vom Verkehrsbüro die Teilnehmerliste und probiert sich einmal den Lago entlang. Bei jeder Ölmühle gibt es lokaltypische Leckereien.

Schmeckt wie bei Mama

In kleinen Trattorien gehören zur Maronizeit Pasta oder Salat mit Früchten zu den typischen Herbstgerichten. Ganz wie bei Mamma schmecken dann auch Steinpilz und Pfifferling gegrillt, im Risotto oder mit Nudeln. Probieren lässt sich das alles zum Beispiel im Ledrotal, vom 29. September bis 3. Oktober offerieren die teilnehmenden Restaurants bei "Menu ledro autunno" besondere Zutaten wie die violette Kartoffel der Bergregion.

Die wenigen Urlauber blinzeln zufrieden in die Herbstsonne.
 

Die wenigen Urlauber blinzeln zufrieden in die Herbstsonne.   © imago images/McPHOTO

Entdecker: Zwischen Stränden und Steilwänden schlängelt sich die Gardesana-Straße einmal um den See. Sie gehört zu den spektakulärsten Autostrecken der Welt. Im Herbst lässt die klare Luft die Berge rund um den See wie gezeichnet erscheinen. Und das Blau des Wassers harmoniert besonders gut mit dem Feuerrot der Bäume am Ufer.

Die Punta San Vigilio zwischen Torri del Benaco und Garda ist ein magischer Ort. Wie ein Horn ragt die Landzunge in den See. Zur Locanda aus dem 16. Jahrhundert führt eine Zypressenallee, zu besichtigen gibt es eigentlich nicht mehr als den Olivengarten, den winzigen Hafen und die Sirenenbucht.

Aber was braucht es mehr, wenn man bei einem Cappuccino auf der schmalen Terrasse sitzen und die Welt genießen kann? Besonders Glückliche bleiben über Nacht: Ein Abendessen auf der Terrasse des Restaurants bei Sonnenuntergang – romantischer kann es nicht mehr werden.

Camping für Prinzessinen

Auf der Isola del Garda am Westufer werden Prinzessinnenträume wahr. Wer Glück hat, wird sogar von der echten Prinzessin Alberta Cavazza durch Zimmer, Garten und Park geführt. Die Villa mit dem zinnenbewehrten Turm stammt aus dem romantischen 19. Jahrhundert. Zum Schloss gehört der laut ADAC beste Campingplatz Italiens: Wellness Camping Fornella.

Nach einem Bummel von der Scaligerburg über die Plätze zu den antiken Thermen des Catull aus der römischen Kaiserzeit locken in Sirmione die warmen Wonnen der Neuzeit: Aquaria heißt die modern designte Wellness-Therme mit atemberaubendem Sonnenuntergangsblick auf den See direkt aus den warmen Becken.

Die dramatische Westküste von Salò bis Limone ist seit 150 Jahren mondänes Urlaubsziel für Künstler und Geldadel. Heute stehen hier die meisten Nobelhotels und Sterne-Restaurants. Rund um den See haben 30 Fünfsternehotels eröffnet, der Guide Michelin ein Dutzend Sternelokale mit Seeblick gezählt. Als "Neuigkeit des Jahres" gilt das Gourmetlokal Peter Brunel in Arco.

Ganz neu: Der "Ascensore Panoramico" transportiert seit Juli Gardasee-Urlauber in drei Minuten von Riva 130 Höhenmeter hinauf zur alten Bastion an den Hängen des Hausbergs Rocchetta.

Sportler: Wenn Ende September die Sommerhitze nachlässt, sind die Badegäste weg. Von den Kitesurfern kommt nur noch der harte Kern. Nun gehört die Natur den Wanderern, Mountainbikern und Kletterern. Trekking hat nun Saison. Es regnet selten, die Temperaturen sind mild, das Hochgebirge im Norden und die sanften Hügel im Süden bieten abwechslungsreiche Routen. Beim Wandern in den Weinbergen können Sie beim Winzer einkehren und den Blick auf den See genießen.

Etwa bei der Panoramawanderung am Monte Brione. Der markante Felsklotz zwischen Torbole und Riva wirkt wie eine natürliche Aussichtsplattform auf den See, und die Wanderung von Riva durch die Olivenhaine ist eher ein zweieinhalbstündiger Spaziergang mit tollem Blick auf den Hafen von Riva, auf den Gardasee, den Monte Baldo gegenüber und auf Torbole!

Trendiger als Trekking ist E-Mountainbiken. Wer noch kein E-Bike hat, der kann sich auf den Bikefestivals Tremalzo und Riva (10. bzw. 15. bis 17. Oktober) nach einem Gefährt umsehen. Auf der alten Ponalestraße schraubt sich die alte Straße von Riva ins Ledrotal rund 600 Höhenmeter durch senkrechte Felswände hinauf. Die Autos fahren längst durch einen fünf Kilometer langen Tunnel, auf der alten Strecke sind jetzt die Mountainbiker unter sich. Auf der Rückfahrt wird so gut wie jeder im legendären Restaurant Belvedere einkehren.

Mehr Informationen:
www.visitgarda.com/de/gardasee

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