Sonntag, 08.12.2019

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Die erste Spur ziehen im Schnee von Fieberbrunn

In dem Wintersportort in den Kitzbüheler Alpen finden auch Tourengeher perfektes Gelände - 01.11.2019 07:42 Uhr

Eine eigene Spur in den unberührten Schnee ziehen – das geht im Pillerseetal sowohl bergauf, als auch danach bergab. © Michael Husarek


Erbaut wurde die Kapelle, um an die Knappen zu erinnern, die sich einst unter heute kaum mehr vorstellbaren Mühen in das Gestein unterhalb des Gebragipfels gegraben haben. Fieberbrunns Ortsgeschichte ist eng mit dem Bergbau verbunden. Das zu Tage geförderte Eisen wurde zum einst weltbekannten Pillerseestahl verarbeitet. Heute sind davon allenfalls noch Spuren zu entdecken, der Begriff Pillerseetal ist dagegen geblieben.

Als eine von fünf Pillerseetalgemeinden lebt Fieberbrunn heute vom Tourismus. Warum, das macht spätestens die Abfahrt von der Gebrakapelle deutlich: Erst warten traumhafte Pulverhänge, dann folgt von den frühlingshaften Temperaturen am Nachmittag bereits angewärmter, leicht sulziger Schnee.

Die Skischaukel bietet 270 Pistenkilometer

Doch nicht nur Tourengeher kommen hier auf ihre Kosten. In der nahegelegenen Skischaukel Fieberbrunn halten die Pisten problemlos bis zum Spätnachmittag. Sie laden zu einer ausgiebigen Tour ein – über Saalbach reicht der Skiverbund bis Hinterglemm und Leogang. 270 Pistenkilometer kommen so zusammen. Wobei es in den Ferien zu den Stoßzeiten am Morgen durchaus zu Wartezeiten an den Zubringergondeln kommen kann.

Wer das Warten nicht mag, der sollte den Aufstieg selbst in die Hand nehmen Diese Mischung macht‘s, findet auch Hans Fleckl. Er geht gerne mal einen Tag mit den Tourenskiern los und am anderen mit der Pistenausrüstung. "Es ist einfach irre, mit so wenig Aufwand so viel zu fahren", packt er die Vorzüge Fieberbrunns in einen Satz.

Durch die Alpin Card wird alles noch größer

Obwohl er erst 31 Jahre jung ist, hat Fleckl die rasante Entwicklung seines Heimatortes miterlebt: vom beschaulichen Skigebiet, weitgehend unbekannt, zum festen Bestandteil der größten zusammenhängenden Skischaukel Österreichs: Die in der jetzt startenden Saison erstmals eingeführte Ski Alpin Card vereint die Gebiete Schmittenhöhe in Zell am See, Kitzsteinhorn/Kaprun und den Skicircus Saalbach-Hinterglemm-Leogang-Fieberbrunn.

Das sind 408 Pistenkilometer, die sich mit einem Skipass nutzen lassen. Noch muss an zwei Punkten der Skibus für die Verbindung genutzt werden, aber auch das soll sich in Zukunft ändern.

Ganz nebenbei haben sich Fieberbrunn und das gesamte Pillerseetal aber auch längst einen Namen für Tourengeher und Freerider gemacht. "Bei uns geht immer was abseits er Pisten", sagt Hans Fleckl. Und blickt wie zur Bestätigung den Pulverschneehang hoch, den er soeben elegant hinunter gefahren ist. Und in dem er als Erster seine Spuren hinterlassen hat. Tatsächlich gibt es fast immer Hänge mit Top-Verhältnissen – man muss nur wissen wo.

Oben an der Bergstation des Hochhörndl, dem höchstgelegenen Punkt im Fieberbrunner Skigebiet, zeichnet sich der Traumschnee diesmal jedenfalls nicht ab. Windverblasener und entsprechend -gepresster Schnee lässt nicht Gutes erwarten. Doch wenige Schwünge später folgen die Pulverschneehänge. Und nach einem Aufstieg zum Hohen Mathstein geht der Pulvertraum erst so richtig los.

Der 31-Jährige Hans Fleckl erklärt seine Heimat. © Michael Husarek


Traumhaft fühlen sich währenddessen auch die Kinder betreut. Sie sammeln sich allmorgendlich an der Talstation, um mit ihren Skilehrerinnen loszufahren. Die Vierjährigen bleiben noch unten am Tellerlift, die etwas älteren dürfen mit der ob ihrer alten Technik schon wieder außergewöhnlichen Streuböden-Bahn nach oben fahren. Mittags treffen sich Eltern und Kinder wieder im Tal.

Manchmal fährt eine der Kindergruppen direkt am Bauernhof von Hans Fleckl vorbei. Zehn Island-Ponys betreut seine Familie, dank eines Offenstalls sind die Tiere meistens draußen. Die Kinder finden es toll, an den Ponys vorbeizukommen und Hans Fleckl weiß jetzt schon, was er mit seinem knapp einjährigen Sohn machen wird, sobald der laufen kann: "Dann geht’s zum Skifahren." Erst auf der Piste, dann abseits der Pisten und dann mit Tourenskiern. Der perfekte Dreiklang für einen Fieberbrunner, der die Voraussetzungen dafür vor der eigenen Haustüre hat.

Aber auch für die Urlauber gilt: Mit so wenig Aufwand so viel fahren, das gelingt nicht überall.

Mehr Informationen:

Kitzbüheler Alpen Marketing

www.kitzalps.com,

das die Reise unterstützte.

Anreise:

Ab Nürnberg mit dem Auto über die A 9 und A 12 rund 310 Kilometer, etwa dreieinhalb Stunden. Mit dem Zug über München und Wörgl. Dreieinhalb Stunden, zweimal umsteigen.

Günstig wohnen:

Gästehaus Neumayer

Alpine-Sports-Appartements

www.pension-neumayer.com

Luxuriös wohnen:

Hotel Edelweiß

www.edelweiss-hochfilzen.at

Beste Reisezeit:

Wintersaison im Skizircus 29.11.2019 bis 13.04.2020

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