Dienstag, 10.12.2019

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Ein Iglu bauen in Pfronten im Allgäu

Bald laufen sie wieder mit Schneeschuhen herum oder schichten Schnee zu Hütten auf - 16.11.2019 07:22 Uhr

So baut man also ein Iglu. © Sigrun Eibner


Zu viel künstlerische Freiheit ist beim Bau eines Iglus eher nicht erwünscht. Es soll so stabil sein, dass es als Übernachtungsdomizil taugt. Aber es sind ja auch unsere ersten Versuche, während Wolfgang und Alex schon unzählige Iglus gebaut haben. Im Rahmen der Pfrontener Outdoor-Erlebnisse weihen sie mit weiteren Kollegen Urlaubsgäste in die Kunst des Iglubaus ein.

Am Morgen, bei klirrender Kälte, beginnt unser "Erlebnis" an der Talstation der Breitenbergbahn. Erst nachdem alle mit Schneeschuhen, Stöcken, Gamaschen und Lawinenverschüttetensuchgeräten ausgestattet sind, geht es auf den Berg. Zunächst mit der Gondel, dann mit dem Sessellift, bis endlich die eigene Muskelkraft gefragt ist. Die Fortbewegung mit den etwas unförmigen Schneeschuhen ist nur auf den ersten Metern ungewohnt. Dank des Tipps, etwas breitbeiniger als normal zu gehen, laufen wir bald zügig den Berg hinauf.

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Schneeschuhwandern und Iglubauen in Pfronten

Eine Tour mit Schneeschuhen und Übernachtung in einer Hütte am Gipfel oder der Bau eines Iglus, in dem man dann auch schlafen kann, das sind nur zwei von zahlreichen Outdoor-Erlebnissen, die Pfronten im Allgäu seinen Gästen anbietet.


Auf einem weiten Plateau mit grandiosem Ausblick auf den schroffen Gipfel des Aggenstein haben wir das vorläufige Ziel erreicht, hier soll unser Iglu stehen. Bevor es ans Bauen geht, packen Wolfgang und Alex Köstliches aus ihren Rucksäcken: Allgäuer Bergkäse, Hartwurst und ein duftendes Bauernbrot werden zu einem Mini-Buffet im Schnee: So einfach kann höchster kulinarischer Genuss sein.

Dann aber geht es an die Arbeit: Den Untergrund plattmachen, zwei Gräben in rechtem Winkel zueinander ausschaufeln, hier werden die "Steine" ausgesägt, aus denen das Iglu entstehen soll. Reihe für Reihe schichtet Wolfgang die Quader aufeinander, bis sich der Baumeister schließlich völlig eingemauert hat. Doch die Rettung naht: In rund eineinhalb Metern Tiefe haben wir von außen einen Zugang geschaufelt. Denn nur mit einem Eingang, der tiefer liegt als das Iglu, bleibt die Kälte außen.

Drei Grad Plus im Iglu

Tatsächlich fühlt es sich im Inneren wärmer an als draußen, zum einen, weil der schneidend kalte Wind hier keine Chance hat und zum andern, weil die menschliche Körperwärme als natürliche Heizung fungiert. "In einem neu gebauten Iglu hat es etwa zwei bis drei Grad plus", erklärt Wolfgang, der zudem als Bergführer und bei der Bergwacht aktiv ist. Und auch in einem schon länger erbauten Schneehaus fällt die Temperatur selbst in kalten Nächten nicht unter null Grad.

"Die größte Angst unserer Gäste ist immer, im Iglu zu erfrieren", berichtet Wolfgang mit einem Schmunzeln. Aber dank Isomatte und extra dickem Schlafsack, den alle Gäste gestellt bekommen, sei das noch nie passiert. Und auch die Angst, das Iglu könne einstürzen, sei völlig unbegründet. Zum Beweis, klettert Wolfgang leichtfüßig obendrauf – und das Bauwerk hält sein Gewicht locker aus.

Klar im Allgäu: Käsespätzle mit allerlei Feinem dazu. © Sigrun Eibner


Nach beinahe vier Stunden ist unser Iglu endlich fertig, wir haben jede Menge gelernt und sind trotz der durchaus anstrengenden Arbeit ziemlich durchgefroren. Als Wolfgang und Alex ihr Handwerkszeug einpacken, sind alle hoch erfreut. Die Aussicht auf einen Tee auf der Hütte ist einfach zu verlockend. Noch einmal etwa eine halbe Stunde Aufstieg, dann sind wir am Gipfel des Breitenbergs angelangt, wo die Ostlerhütte auf 1838 Meter Höhe thront.

Am nächsten Morgen geht es mit den Schneeschuhen wieder Richtung Tal, doch Lust auf den Sessellift hat keiner. Als inzwischen schon versierte Schneeschuhwanderer laufen wir am Lift vorbei bis zur Gondelbahn. Die schaukelt uns zurück ins Tal. Ein einmalig schönes Erlebnis liegt hinter uns – da sind sich alle Iglubauer einig.

Noch mehr Outdoor-Möglichkeiten

Frühmorgens als erster seine Schwünge auf der menschenleeren Piste am Breitenberg ziehen und anschließend Brunch mit regionalen Schmankerln auf der Hochalphütte – das ist nur ein Angebot von zahlreichen Outdoor-Erlebnissen, die Pfronten im Allgäu seinen Gästen anbietet. Neben Schneeschuhtouren und Iglu-Übernachtung gibt es auch eine Wildtiersafari, bei der Rehe und Hirsche in freier Natur beobachtet werden können - mit anschließendem Abendessen. Darüber hinaus werden Meditationen im Wald, sportliches Training unter freiem Himmel oder Skitouren angeboten.

Mehr Informationen:
Pfronten Tourismus
www.pfronten.de
das diese Reise unterstützt hat.
Anreise:
Pfronten ist von Nürnberg etwa 250 Kilometer entfernt und mit dem Auto in gut drei Stunden erreichbar. Mit dem Zug über Augsburg in etwa vier Stunden.
Günstig wohnen:
Hotel Pension Alpenblick
www.goldstein-pfronten.de
Luxuriös wohnen:
Chalet am Breitenberg
www.chalet-breitenberg.de
Reisezeit:
Ganzjährig.

Schneeschuhwandern in Pfronten © Sigrun Eibner


Sigrun Eibner

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