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Flugzeug-Mythen: Was schwebt denn da?

Hartnäckig halten sich Gerüchte übers Fliegen - wir räumen damit auf - 11.01.2020 07:40 Uhr

Mancher meint sogar, er habe schon eine Kuh vorbeifliegen sehen. Das ist natürlich Quatsch. © Tyler Olson/Shutterstock.com


Flugzeuge fliegen heute von selbst?
Die Technik im High-Tech-Cockpit verbessert bestimmte Fähigkeiten und vereinfacht gewisse Aufgaben, aber ein Jet kann von selbst genauso wenig fliegen wie ein hochtechnisierter Operationssaal ein Organ verpflanzen. Es kommt immer darauf an, wie gut der Mensch die Technologie beherrscht. 100 Prozent der Starts und die meisten Landungen werden noch per Hand ausgeführt.

Wo befinden sich die gefährlichsten Airports?
Wirklich gefährliche Flughäfen fliegt keine kommerzielle Airline an. Aber natürlich gibt es Rollfelder, die Piloten als Herausforderung betrachten. Die Landebahnlänge und/oder die Beschaffenheit des Terrains bestimmen, wie schwierig Start und Landung sind. Bekannt für ihre kurzen Pisten sind die Airports von La Guardia in New York und dem Chicago-Airport Midway sowie für ihr tückisches Gelände die Anden und der Himalaya. Grundsätzlich wird nur gelandet, wenn nach Faktoren wie Wetter oder Gewicht maximal 85 Prozent der verfügbaren Pistenlänge zum Anhalten benötigt werden.

Was passiert, wenn jemand die Flugzeugtür öffnet?
Nichts, weil sich die Türen oder Notausgänge in der Luft nicht öffnen lassen. Abgesehen von all den mechanischen und elektronischen Riegeln sorgt in über 10000 Metern Höhe bereits das Luftdruckgefälle zwischen außen und innen dafür, dass die Tür nicht bewegt werden kann.

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Ist Qantas die sicherste Airline?
Seit 1951 verzeichnet die Airline keine tödlichen Unfälle, aber es gibt nicht die eine sichere Fluggesellschaft. Passagiere vertrauen gern Statistiken. Doch angesichts der seltenen Flugzeugabstürze und Millionen von Abflügen zugleich ist das eine akademische Betrachtungsweise. Wird Airline A, die in den vergangenen 20 Jahren einen Absturz verzeichnet, sicherer sein als Airline B, die im selben Zeitraum zwei Abstürze hatte? Wer lieber mit United Airlines als mit Aeroflot, lieber mit Lufthansa als mit China Airlines fliegt – kein Problem. Sind erstere sicherer? Rational betrachtet, sind sie alle gleich.

Wie gefährlich sind Luftlöcher?
Wenn der Flieger in zehn Kilometern Höhe aufgrund eng beieinanderliegender Kalt- und Warmluftzonen – etwa bei Gewitter – abrupt absinkt oder zu trudeln beginnt, ist das für überängstliche Menschen der pure Horror. Das Ende scheint nahe. Zwar gibt es deswegen immer wieder Verletzte – meist nicht angeschnallte Passagiere und vor allem Crewmitglieder. Aber für Piloten sind Luftlöcher Routine. Abstürze, die auf Turbulenzen zurückzuführen sind, lassen sich seit Beginn der kommerziellen Luftfahrt an einer Hand abzählen. Das Phänomen Luftlöcher wird allerdings wegen des Klimawandels häufiger auftreten.

Sind die Sicherheitsinstruktionen wichtig?
Erklärt werden das Anlegen der Rettungsweste (nicht an Bord aufblasen!) und die Lage der Notausgänge. Doch der Kurs geht am Kern des Problems vorbei. Wer kann sich in der Panik eines Notfalls noch daran erinnern, wo bei der Rettungsweste vorne und hinten ist? Die Sicherheitsinstruktionen sollten also gekürzt werden und den Leuten vor allem eintrichtern, was sie auf keinen Fall tun sollten: nämlich Handgepäck, selbst Wertobjekte, mitnehmen. Denn wer noch schnell im Rucksack nach seinem Tablet sucht oder mit seinem Rollkoffer die engen Gänge versperrt, der bringt sich und Andere in Gefahr. Für das Evakuieren eines Großraumjets sind nur neun Minuten vorgesehen, das heißt, dass jede Sekunde zählt.

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Tinga Horny

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