Montag, 18.11.2019

|

zum Thema

Game of Thrones in Nordirland: Auf dem Königsweg

Die Serie wurde hier vor allem gedreht, rund um Belfast werden Fans glücklich - 28.09.2019 08:00 Uhr

Die Tafel erklärt, welche Szene aus „Game of Thrones“ an dieser Stelle gedreht wurde. Im der Serie sind die Orte allerdings mit Hilfe des Computers verändert. © Jeanette Seitz


Da darf etwa eine Reiseteilnehmerin der anderen mal eben für ein Foto "den Kopf abschlagen" – und zwar genau an der Stelle, an der Ned Stark in der ersten Episode der ersten Staffel einen Deserteur enthauptet. Da lacht das Fan-Herz. "Game of Thrones"-Touren sind in Nordirland ein großes Thema – auch noch nach Ende der letzten Staffel. "Das Vermächtnis von Game of Thrones" heißen die Touren nun.

Nordirland – die grüne Insel mit schroffen Felsen und spektakulären Landschaften. Hier hatte der amerikanische Fernsehsender HBO ein wahres Paradies an Drehorten für seine mittelalterlich angehauchte Fantasy-Serie gefunden. Freilich, die meisten Szenen sind in den Titanic Studios in Belfast und den Linen Mill Studios in Banbridge entstanden – die zum Bedauern der Fans nicht besichtigt werden können. Immerhin ist in den Linen Mill Studios ab Frühjahr 2020 eine GoT-Studio-Tour geplant.

Bilderstrecke zum Thema

Nordirland: So sieht es aus, das Vermächtnis von Game of Thrones

Bei einem Besuch in Nordirland kann man eintauchen in die Fantasy-Welt Westeros und viele Drehorte der erfolgreichen HBO-Serie "Game of Thrones" besuchen.


Nordirlands Hauptstadt Belfast ist dennoch ein perfekter Ausgangspunkt, um in die Fantasy-Welt Westeros einzutauchen und den Serien-Charakteren nachzuspüren. "TV-Produktionen sind ein großes Thema in Nordirland", sagt Dee Morgan. Insbesondere "Game of Thrones" habe der Wirtschaft einen ungeahnten Aufschwung beschert. Immer mehr Touristen finden den Weg in den hohen Norden. Wobei Dee Morgan lieber von "Gästen" spricht. "Wir sind begeistert, dass die Menschen unser Land besuchen", sagt sie. Immerhin zwei Millionen pro Jahr sind es ungefähr – und die Zahl steigt.

26 Drehorte können Touristen besuchen

Eine spezielle Landkarte listet alle GoT-Drehorte auf, 26 an der Zahl. Mit dabei jeweils eine kurze Beschreibung der Szene(n), die dort gedreht wurde(n). Viele sind von Belfast aus gut zu erreichen. Und vor Ort gibt es dann nochmal Tafeln mit Erklärungen und den entsprechenden Szenenfotos.

Sicher: Wer eine 1:1-Umsetzung der realen Orte mit denen, die in der Serie zu sehen sind, erwartet, wird enttäuscht sein. HBO hat alle Locations mit Computertechnik nachbearbeitet, verändert, vergrößert, angepasst. Aber allein das Gefühl, sich genau an der Stelle zu befinden, in der Jon und Daenerys auf der Klippe von "Drachenstein" stehen und Jon das erste Mal den Drachen Drogon berührt, treibt Fans Tränen in die Augen.

In Wirklichkeit heißt diese Felsklippe Fair Head. Besitzer des Landes ist Sean McBride. Er lässt Fans gern auf sein Land – gegen einen kleinen Obolus zum Parken. Wenn er gerade da ist, läuft er auch mit in Richtung Klippe, mitten durch Kühe und eine riesige Schafherde, und plaudert aus dem filmischen Nähkästchen. Die Landschaft ist überwältigend, sodass auch Nicht-Game-of-Thrones-Fans auf ihre Kosten kommen.

Früh am Morgen in die dunklen Hecken

Genauso wie bei der Bootstour, bei der man Fair Head dann aus einer ganz anderen, nicht minder beeindruckenden Perspektive bewundern kann. Weiter geht es zur "Sklavenbucht" (eigentlich Murlough Bay), in der Tyrion und Jorah gefangen genommen werden. Und auch Bootsführer Richard Lafferty weiß einiges über die Dreharbeiten zu erzählen.

Die Baumallee The Dark Hedges, bestehend aus 150 Buchen, ist GoT-Fans als "Königsweg" bekannt. Ein Gang durch diese Bäume, deren Kronen sich über dem Weg berühren und miteinander zu verschlingen scheinen, zählt sicher zu den Höhepunkten einer solchen Tour. Man sollte möglichst früh am Morgen da sein, um dieses Naturwunder ungestört genießen zu können.

Makrabre Köpfungsszene. © Jeanette Seitz


The Dark Hedges hat eine weitere Besonderheit: Als Sturm Gertrude im Jahr 2016 zwei dieser mächtigen Bäume fällte, beschloss HBO gemeinsam mit der nordirischen Tourismusbehörde, aus dem Holz zehn Türen mit Motiven passend zur damals aktuellen Staffel sechs anfertigen zu lassen. Diese Türen gab man an Bars oder Hotels, die schon immer besonders gastfreundlich waren und sich um den Tourismus verdient gemacht haben – und die sich in der Nähe einer der Drehorte befinden. Dort können sie heute von jedermann besichtigt werden. Hardcore-Fans holen sich einen "Journey of Doors"-Passport und lassen sich den Besuch einer jeden Tür mit einem Stempel bescheinigen. Und die Bars verzeichnen laut deren Wirten tatsächlich einen starken Besucherzuwachs durch die Installation der faszinierend detailreich geschnitzten Türen.

Weiter geht es nach Castle Ward (eine das ganze Jahr über geöffnete National Trust-Einrichtung), das in der Serie "Winterfell" darstellt, die Burg der Familie Stark. Auch wenn hier nur sehr wenig davon zu erkennen ist, wie es in der Serie nach der Bearbeitung mit Computertechnik dann tatsächlich aussieht, so bieten die Verantwortlichen doch alles, was der Fan begehrt.

Ein kühles Bier aus Trinkhörnern

Gekleidet in einen Umhang nehmen wir auf Holzbänken an Holztischen Platz und bekommen Gemüseeintopf in Holzschüsseln serviert. Das "Winter Ale" genießen wir aus Trinkhörnern oder Silberbechern. Dann führt uns Robert Brown herum. Auch er ist im Stil von GoT angezogen, hat in etlichen Staffeln sogar als Komparse mitgewirkt. Beim Spaziergang durch die Wälder rund um Castle Ward lassen sich die Drehorte vieler Szenen entdecken.

Brown hat laminierte Szenenfotos dabei, die er an den jeweiligen Stellen zeigt. Das vermittelt einem wirklich ein Gefühl für den immensen Aufwand der GoT-Dreharbeiten. Zum Abschluss dürfen wir Bogenschießen – genau an der Stelle, an der Bran in der ersten Folge der ersten Staffel ebenfalls das Schießen übt.

Zurück in Belfast lohnt noch ein Rundgang durch die Hauptstadt. Sechs gläserne Installationen, die an verschiedenen Orten platziert wurden, zeigen markante Motive aus der erfolgreichen Serie. "Glass of Thrones" nennen sich diese sechs überdimensionalen "Fenster". Das in der Nähe der Titanic Studios zeigt natürlich den Eisernen Thron, um den sich in der Serie ja alles dreht. Ein Hocker wurde so davor platziert, dass man sich für Fotos quasi auf den Eisernen Thron setzen kann – und serienlike seinen Mitreisenden zurufen: Bend the knee! (Beuge das Knie)

Mehr Informationen:
Tourism Ireland und Nordirland
www.ireland.com
www.tourismni.com
die diese Reise unterstützt haben.
Anreise:
Flug z. B. mit KLM von Nürnberg über Amsterdam (umsteigen) nach Belfast.
Günstig wohnen:
The Maldron Hotel
www.maldronhotelbelfastcity.com
Luxuriös wohnen:
Titanic Hotel Belfast
www.titanichotelbelfast.com
Beste Reisezeit:
Mai bis September.

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Reise