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Gut langgelaufen im tschechischen Erzgebirge

Dort finden sich noch Loipen, auf denen es ruhig zugeht - 16.02.2019 07:49 Uhr

Eva Nduwimana testet die Bedingungen im Skigebiet rund um Bozi Dar (Gottesgab). © Michael Juhran


"Gestern hatten wir noch dichtes Schneetreiben", sagt Eva Nduwimana, die im Skigebiet für die Koordinierung der Loipenpräparierung zuständig ist. Tagsüber waren 30 Zentimeter Neuschnee gefallen, so dass die Spurmaschinenfahrer unablässig im Einsatz waren, um zumindest 50 der über 150 Kilometer langen Langlaufstrecken in einen optimalen Zustand zu versetzen.

Die Erzgebirgsmagistrale ist wegen ihres sanften Geländeprofils bei deutschen und tschechischen Freizeitsportlern beliebt. Wer keine steilen Steigungen oder Abfahrten mag, ist hier genau richtig. Das kann an Wochenenden zu regem Verkehr auf der Hauptstrecke führen. Doch Eva kennt alternative Strecken, auf denen es völlig ruhig zugeht. Auf einer parallel zur Magistrale verlaufenden Loipe etwa skatet sie lässig in Richtung des zweithöchsten Berges Böhmens, dem Spicak (Spitzberg).

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Nun taucht man ein in einen Wintermärchenwald. Fichten und Krüppelkiefern bücken sich unter der schweren Last des Schnees. Selbst auf den Nebenloipen ist es nahezu unmöglich, sich bei der ausgezeichneten Ausschilderung zu verlaufen. Mal ist man auf dem Christkindweg, dann auf dem Jens-Weißflog-Weg unterwegs. Immer wieder weisen große Infotafeln auf die bewegte Geschichte der Region hin.

Nahe Hrebecna (Hengstererben) passieren die Läufer eine Bergbauregion, in der seit Ende des 15. Jahrhunderts Erz gefördert wurde. Nach elf Kilometern sind sie am Ziel der Tour, der Roten Grube. Hier befindet man sich direkt im Epizentrum von 15 Haupterzgängen, in denen Bergleute mit primitiven Werkzeugen in 60 Meter tiefen Stollen Kassiterit (Zinnstein) abbauten. Im 16. Jahrhundert wurden hier jährlich bis zu 50 Tonnen hochwertiges Zinn gefördert.

Immer an der deutschen Grenze entlang

Eine Imbisshütte steht dort, wo einst zahlreiche Pochwerke, eine Schmelzhütte und eine Schmiede das kostbare Erz vor Ort verarbeiteten. Für den Rückweg fällt die Wahl auf eine Route über den Tellerhäuser auf deutscher Seite. Bis nach Bozi Dar sind es von dort nur noch vier Kilometer. Trainierte Skater machen einen Umweg über den sieben Kilometer entfernten Fichtelberg, doch dafür benötigt man schon eine recht gute Kondition.

Nach der Skitour bietet sich ein Ausflug nach Karlsbad ins Hotel Ambassador an zu einem Entspannungsbad mit Cannabis-Extrakt und Hanföl. Nur wenige Meter vom Hotel entfernt sprudeln 15 warme Trink-Heilwasserquellen in den Kurkollonaden, mit denen sich das körperliche Wohlbefinden auch gratis verbessern lässt. Besser als der kohlendioxidhaltige Naturtrunk schmeckt der in Karlsbad nach einem alten Geheimrezept hergestellte Kräuterlikör Becherovka. Auch der, so versichert Gästeführerin Michaela Svecova im Jan-Becher-Museum, sei gesund – zumindest für den Magen.

Mehr Informationen:
Tschechische Zentrale für Tourismus,
www.czechtourism.com, die diese Reise unterstützt hat.                         Anreise: Von Nürnberg nach Bozi Dar (Gottesgab) 240 Kilometer über Cheb (Eger) in knapp drei Stunden.

 

 

Michael Juhran

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