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Hochsteigen und durchatmen

Die Bergseen rund um den Gardasee haben Abstecher verdient - 10.08.2019 08:00 Uhr

Natur, Kultur und einen grandiosen Blick hat der Ledrosee zu bieten. © Foto: Daniela David/dpa


Ledrosee (elf Kilometer westlich von Riva del Garda)

Der Ausblick ist grandios: ein kristallklarer Bergsee eingerahmt von Fast-Zweitausendern mit dunklen Wäldern und zackigen Felsgipfeln. Und dieser Traumblick hat sich seit 1927 kaum verändert. Denn seit damals thront das Hotel Lido Ledro wie eine herrschaftliche Villa am Westufer des Ledrosees bei Pieve di Ledro. Das Ledrotal ist die ruhige Antwort auf den Trubel zwischen Riva und Torbole. Dabei trennen nur ein fünf Kilometer langer Tunnel und ein paar Kilometer Bergstraße die beiden Welten. "Bei uns ist nur im Juli und August etwas mehr los, weil viele italienische Familien zum Badeurlaub an den Ledrosee kommen. Immerhin liegt die Wassertemperatur dann sogar höher als im nahen Gardasee", erzählt Stefania vom Tourismusbüro. Neben viel ursprünglicher Natur wartet auch eine Portion Kultur am Ledrosee – ganz alte und eine sehr zeitgenössische. Das Pfahlbauten-Museum am Seeufer in Molina zählt zum Weltkulturerbe der Unesco. Mehr als 4000 Jahre jünger ist "Ledro Land Art", ein Skulpturen-Wanderweg im Tal von Pur hinter dem Südufer des Sees.

Consorzio Pro Loco Valle di Ledro: www.vallediledro.com/de

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Südtirol: Auf dem Etschtalradweg übers Trentino an den Gardasee

Viele träumen davon, einmal mit dem Rad über die Alpen bis an den Gardasee zu fahren. Ab dem Brenner geht´s viel bergab, und gerade in Südtirol wurde die Radweg-Infrastruktur tourenfreundlich ausgebau: Wo noch vor wenigen Jahren nur beinharte Mountain-Biker auf holperigen Wirtschaftswegen das Fahrradglück fanden, findet sich heute auf dem Etschtalradweg und woanders ein dichtes Netz von überwiegend garantiert autofreien Radwegen. Gute Reise war für Sie dort.


Tennosee (elf Kilometer nördlich von Riva)

Nur wenige, aber kurvenreiche Autominuten oberhalb des nördlichen Gardaseeufers bettet sich der kleine Tennosee in den Bergwald. Das klare Türkis des Wassers erinnert an die Karibik, nur der Kiesstrand und die Wassertemperatur dürften etwas rauer sein. Im See gibt es übrigens eine kleine Insel, die bei niedrigem Wasserstand auch schon mal zu Fuß zu erreichen ist. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt Canale di Tenno, ein autofreies Bergdorf, das heute noch so aussieht wie bereits vor Jahrhunderten und zu den schönsten Orten des Trentinos zählt. Die "Casa degli Artisti", das Haus der Künstler, steht Malern und Bildhauern der Region für ungestörte Arbeit zur Verfügung. Und noch etwas Besonderes zeigt sich rund um den Tennosee: Hier befinden sich die nördlichsten Olivenhaine Europas.

APT ingarda Trentino: www.gardatrentino.it/de/gardasee/

Tobliner See (23 Kilometer nördlich von Riva)

Das Castel Toblino, eine stolze Burg aus dem 16. Jahrhundert, residiert auf einem Felsvorsprung im See und war schon Mittelpunkt vieler Legenden und verbotener Liebschaften – und einer italienischen Fernsehserie. In Vollmondnächten sollen zwei ehemalige Bewohner des Schlosses, die im See ertrunken sind, als Geister über dem See schweben. Auch am frühen Morgen, wenn noch Nebel durch das Schilf wabert, verströmt der Tobliner See eine ganz besondere Stimmung. Kein Wunder, dass sich an diesem romantischen Ort viele Paare das Jawort geben. Andere Gäste genießen auf der Terrasse des Kastells, das heute ein Restaurant beherbergt, ihren Kaffee oder den beliebten Vin Santo Trentino – und natürlich den Ausblick in die Gardaseeberge. Der Tipp für Aktive: Einmal rundherum zu Fuß, eine knapp zehn Kilometer lange Wanderung durch Wald und Weinreben.

APT Trento: www.discovertrento.it/de

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Mit der Vespa im Zweitaktrausch zum Gardasee

Zehn Freunde aus Nürnberg und Schwabach haben sich einen Traum erfüllt: Mit ihren historischen Vespas über Alpenpässe quer durch Südtirol und das Trentino an den Gardasee zu fahren. Die Landschaft ist grandios, das Erlebte bleibt unvergessen.


Lago di Molveno (45 Kilometer nördlich von Riva)

Der Lago di Molveno schmiegt sich in 800 Metern über dem Meer idyllisch zwischen Brenta-Dolomiten und Paganella-Massiv und animiert mit seinem tiefen Blau zum Badestopp – zumindest im Hochsommer. Der fast fünf Kilometer lange und anderthalb Kilometer breite See entstand vor etwa 3000 Jahren, als sich ein wuchtiger Erdrutsch von den Hängen des Monte Dion löste und Bergbäche aufstaute. In Molveno selbst pulsiert das Freizeitleben. Am See versammeln sich die Surfer, durch die autofreien Gassen des Alpendorfes schieben sich die Sightseeing-Spaziergänger, kaufen Speck und Bergkäse, schlürfen Spritz und Espresso. Man wundert sich nur, dass selbst am Morgen einiges los ist – und das in einem italienischen Ort. Tja, der Berg ruft auch hier. Der Tipp für Wasserratten: Der kleine Badesee Laghetto di Nembia am Südende lockt mit wärmerem Wasser.

APT Dolomiti di Brenta Paganella: www.visitdolomitipaganella.it/de

Caldonazzosee (58 Kilometer nordöstlich von Riva)

Im Valsugana östlich von Trento liegen zwei charmante Badeseen zwischen Bergen und Weingärten unmittelbar nebeneinander. Wer es klein und übersichtlich mag, bevorzugt den Lago di Levico, nur durch einen waldigen Hügel vom Caldonazzosee getrennt und umrahmt von dichtem Grün. Überdimensionale historische Fotografien an den Außenwänden des Lido di Levico erinnern an die guten alten Tage, als das Strandbad der Treffpunkt schlechthin war – zum Flirten, Tanzen, für Dolce Vita und Amore. Auch heute steigen vor allem am Wochenende noch lebhafte Beach Partys mit Barbecue und heißer Musik.

APT Valsugana: www.visitvalsugana.it/de/

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Ein neuer Radweg umarmt bald den Gardasee

Italiens größter See hat das erste spektakuläre Teilstück eines umfassenden Radweges bekommen. Zwischen Limone und Riva ragt er aus steilen Felswänden übers Wasser. Hier sind die ersten Bilder.


Tovelsee (99 Kilometer nördlich von Riva)

Zwischen hohen Felsen treibt das Toveltal einen tiefen Spalt ins Brenta-Massiv, 17 Kilometer lang von 600 Metern Höhe bis mindestens auf 1200 Metern Höhe, wo der sagenumwobene Tovelsee das Talende markiert. Bis in die 1960er Jahre färbte sich der See im Sommer auf natürliche Weise rot. Seit 1964 hat sich dieses Phänomen allerdings nicht mehr wiederholt. Man vermutete ursprünglich, dass die Exkremente von Almkühen spezielle rote Algenarten gedeihen ließen. Neueste Untersuchungen konnten das aber nicht bestätigen. Aber das aktuelle glasklare Türkis des Wassers und das romantische Ufer verleihen dem See ebenso etwas Märchenhaftes. In dieser Umgebung fühlt sich auch Orso Bruno, der Braunbär, wohl, weshalb ihm das Besucherzentrum des Adamello-Brenta Naturparks am Seeufer gewidmet wurde. So viel Naturerlebnis macht Appetit, um nicht zu sagen Bärenhunger, auf die deftige Trentiner Kost.

APT Val di Non: www.visitvaldinon.it/de

Mehr Informationen:

Trentino Marketing

www.visittrentino.info/de

Anreise:

Ab Nürnberg nach Riva del Garda mit dem Auto 550 km, mit dem Zug gut sieben Stunden. Auch verschiedene Fernbusslinien bedienen den Gardasee. 

Armin Herb

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