21°

Samstag, 20.07.2019

|

zum Thema

Hunde aus dem Ausland: Wenn die Urlaubsliebe bellt

Tiere aus dem Urlaub mit heimzunehmen, ist umstritten und verbunden mit Bürokratie - 26.06.2019 14:33 Uhr

Ob am Strand oder - wie hier - auf der Straße in Bukarest: Urlaubern begegnen immer wieder freilaufende Hunde. Sie zu retten, in dem man sie mit nach Hause nimmt, ist umstritten. © afp


Aber wenn es nun mal Liebe auf den ersten Blick ist, die uns mit dem Mischlingshund vom Strand in Spanien oder vom Straßenrand in Indien verbindet? Zuerst gilt es dann zu prüfen, ob es wirklich ein herrenloses Tier ist. Ein freilaufender Hund kann sehr wohl einen fürsorglichen Halter haben, denn es ist in vielen Ländern nicht ungewöhnlich, dass Hunde selbst Gassi gehen. Nur wenn Sie sich da sicher sind, können Sie den nächsten Schritt gehen.

Innerhalb der EU gibt es seit 2004 eine europaweite Regelung zum Reisen mit Heimtieren. Demnach brauchen Hund, Katze und Frettchen einen EU-Heimtierpass. Der Heimtierpass stammt vom Tierarzt und wird zum A und O der Aktion.

Bilderstrecke zum Thema

Zehn Gründe, warum Hunde besser sind als Katzen

Katzen hin, Katzen her: Am Anfang war der Hund. Im Gegensatz zu arroganten Miezen, weiß der beste Freund des Menschen immer, wer er ist und wo er herkommt. Zehn Gründe, die für unsere vierbeinigen Lebenspartner sprechen.


Der zweite Schritt führt also zum örtlichen Tierarzt. Er prüft, ob das Tier bereits gechippt oder tätowiert ist und wenn ja, ob es registriert ist und vielleicht doch vermisst wird. Dann muss er den Gesundheitszustand beurteilen. Das hilft auch Ihnen einzuschätzen, welche Behandlungskosten in Deutschland auf Sie zukommen. Fehlt eine Kennzeichnung, muss der Hund gechippt werden.

Weitaus unerfreulicher ist die Sache mit der Tollwut-Impfung. Denn sie ist nur gültig, wenn sie mindestens 21 Tage alt ist. Meistens ist der Urlaub kürzer; gewöhnlich platzt hier der Traum von der Hunderettung. Denn wenn Sie ein Tier ohne Impfung über die Grenze bringen, machen Sie sich strafbar und das Tier landet in der Quarantäne-Station.

Liegt das Urlaubsland außerhalb der EU, gelten die Einfuhrregelungen für Drittländer. Hier unterscheidet der Gesetzgeber zwischen gelisteten und nicht gelisteten Ländern. Bei gelisteten Ländern sind die Einreisebedingungen etwa so wie für die Einreise aus EU-Mitgliedsstaaten. Bei der Einfuhr aus einem nicht gelisteten Drittland ist Geduld nötig: Der Hund braucht einen Tollwutantikörpertest aus einem von der EU zugelassenen Labor. Die Blutprobe darf frühestens 30 Tage nach der Tollwutimpfung entnommen werden. Vom Bluttest bis zur Ausreise ist zudem eine Wartefrist von drei Monaten einzuhalten. Die Prozedur dauert somit insgesamt mindestens vier Monate.

Bilderstrecke zum Thema

Zehn Gründe, warum Katzen besser sind als Hunde

Der Hund, der beste Freund des Menschen? Mag sein - trotzdem ist die Katze das bessere Haustier. Zehn Gründe, warum Katzen besser sind als Hunde.


Für die Einfuhr von Haustieren in Länder der Europäischen Union gilt die Verordnung 998/2003 über die Veterinärbedingungen für die Verbringung von Heimtieren zu anderen als zu Handelszwecken. Die Vorschriften gelten für die Einfuhr von Hunden und Katzen aus dem Ausland gleichermaßen. Generell besteht für gewisse, als gefährlich eingestufte Hunderassen ein Einfuhrverbot.

Sind alle bisherigen Hürden überwunden, steht die gemeinsame Heimreise an. Sind Sie mit dem Auto unterwegs, genügen Wasser, Futter und eine Sicherung für das Tier. Bei Flugreisen wird es komplizierter. Manche Airlines nehmen gar keine Hunde mit, viele nur mit Bedingungen. Ein Hund unter fünf bis acht Kilogramm (inklusive Transportkiste) darf in der Kabine mitreisen. Wiegt das Tier mehr, muss es in einer Transportkiste in einem speziellen Teil des Frachtraums fliegen. Wegen des beschränkten Platzangebots muss der Transport mindestens einen Tag, besser zwei Tage vor dem Abflug bei der Airline angemeldet werden.

Ihr Urlaub dauert nicht so lange, bis die Tollwutimpfung greift? Ein Tierschutzverein oder eine Stiftung vor Ort kann die Urlaubsliebe so lange beherbergen und einen Flugpaten besorgen. Gegen eine Schutzgebühr, die von Verein zu Verein variiert und als Spende bescheinigt wird, können Sie den neuen Hausgenossen dann in Deutschland am Flughafen in Empfang nehmen. 

Sabine Metzger

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Reise