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Im Norden Thailands entspannen

Hier ist es grüner, gemächlicher und kühler als in der Hauptstadt Bangkok - 24.08.2019 08:00 Uhr

Das Wahrzeichen von Nan: die gold glänzende, neun Meter hohe Statue des Walking Buddha auf einem Hügel über der Stadt. © Steffen Radlmaier


Eine gute Stunde dauert der Flug von Bangkok nach Nan oder Udon Thani und schon ist man in einer anderen Welt. In der Hauptsaison von November bis Februar sinken die Temperaturen schon mal auf fünf Grad. Während der Regenzeit Im Sommer ist es drückend heiß. Ausländische Touristen verirren sich nur selten in diese abgeschiedene Gegend an der Grenze nach Laos. Das ist schade, denn hier kann man – ganz anders als im Süden – Thailand noch von der traditionellen Seite erleben. Die Zeit scheint in den nördlichen Provinzen stehengeblieben zu sein.

Die Landschaft ist überwältigend grün, Hügel, Tropenwälder und Reisfelder wechseln sich ab, und in der Ferne sieht man die bis zu 2000 Meter hohen Bergketten. Zu den Attraktionen gehören etliche Nationalparks. Industrie gibt es so gut wie nicht, die Menschen leben überwiegend von Landwirtschaft. Reis, Getreide, Obst, Gemüse und Baumwolle werden hier angebaut. Immer wieder kommt man an gepflegten Dörfern vorbei. Und überall sind überlebensgroße Plakate des amtierenden Königs Rama X. zu sehen, der auch eine Villa am Starnberger See besitzt.

Am Fluss spazieren

Es gibt hübsche, alte Städtchen wie das verträumte Chiang Khan am Mekong, der graubraun und träge dahinfließt. Der kleine Grenzverkehr nach Laos am anderen Ufer funktioniert problemlos mit Hilfe kleiner Boote. Was thailändische Touristen in dieser gepflegten Langeweile machen? Am Fluss spazieren, Radfahren, ein bisschen shoppen, fotografieren oder in einem der zahlreichen Restaurants essen. Überrascht von der Qualität, Frische und Vielfalt der Thai-Küche wird man fast immer, enttäuscht so gut wie nie.

Dan Sai ist auch so eine verschlafene Provinzstadt in der Provinz Loei, die aber einmal im Jahr zu wildem Leben erwacht: Das Phi Ta Khon Festival dauert drei Tage, findet im Juni oder Juli statt und lockt Besucher aus dem ganzen Land an. Man muss sich das Volksfest als eine Mischung aus Fürther Kirchweih, Halloween und Karneval in Rio vorstellen. Die ganze Stadt ist bei dem traditionellen Geisterfest auf den Beinen, Geschäfte und Restaurants freuen sich über die vielen Kunden. Über Ursprung und Bedeutung des Festivals werden viele Geschichten erzählt. Welche davon stimmt, ist nicht so wichtig.

Grell bemalte Holzmasken

Höhepunkt ist der Festzug am zweiten Tag mitten durch die Hauptstraße. Aus riesigen Lautsprechern dröhnen monotone Rhythmen zu fiebrigen Gitarrenriffs, dazu bewegt sich die Kolonne verkleideter Männer in einem langsamen Tanz. Die meisten tragen die traditionellen, grell bemalten Holzmasken. Während es am Vormittag laut und derb zu geht, ist die Prozession am Nachmittag ein spirituelles Ereignis, bei dem sich Ahnenkult, Buddhismus und Hinduismus munter mischen.

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Der Nordosten Thailands: Tradition und Ruhe

Die nordöstlichen Provinzen Thailands sind bisher vom Massentourismus verschont. Es gibt viel zu entdecken - von spektakulären Tempelanlagen bis hin zu wunderschönen Landschaften. Das ursprüngliche Thailand, hier kann man es noch erleben.


Geistiger Führer ist der 71-jährige Jao Phaw Kuan, der angeblich Kontakt mit Verstorbenen aufnehmen kann. Jedenfalls glauben das seine rund 80.000 Anhänger, die sich von ihm Auskunft über ihre Vorfahren erhoffen Bei der Prozession tragen ihn weißgekleidete Männer auf einer selbstgebauten Rakete drei Mal um den Phon Chai Tempel, auch buddhistische Mönche werden bei dem Umzug auf Bambusschilden auf Schultern getragen und viele Maskenträger schließen sich an.

Vier Mal im Jahr, so erzählt Jao Phaw Kuan, kommt der Geist über ihn. Sein Rezept für ein erfülltes Leben ist einfach: "Halte deine Begierden im Zaum und verlange nicht zu viel vom Schicksal, dann wirst du glücklich sein."

Mehr Informationen:

Thailändisches Fremdenverkehrsamt

www.thailandtourismus.de

Anreise:

Thai Airways fliegt regelmäßig von Frankfurt nonstop nach Bangkok (Flugzeit etwa elf Stunden), von dort aus Inlandflug nach Udon Thani oder Nan. www.thaiairways.com

Fremdenverkehrsamt und Fluglinie haben diese Reise unterstützt.

Günstig wohnen:

Nan Boutique Resort

www.tazshotels.com

Luxuriös wohnen:

PhuNaCome Resort

www.phunacomeresort.com

Beste Reisezeit:

Von Oktober bis Februar 

Steffen Radlmaier

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