Die nächste Reisewelle rollt an

Italien, Mallorca, Zypern: Was Urlauber in den Herbstferien erwartet

Reiseredakteur Matthias Niese
Matthias Niese

Magazin am Wochenende / gute reise

E-Mail zur Autorenseite

31.10.2021, 14:21 Uhr
Auch im November kann man mit etwas Glück dieses Wetter haben - wie hier am Kochel- und Walchensee in den Herbstferien 2020.

Auch im November kann man mit etwas Glück dieses Wetter haben - wie hier am Kochel- und Walchensee in den Herbstferien 2020. © Matthias Niese, NNZ

Die Herbstferien über den 1. November sind für viele eine eher undankbare Reisezeit. Wo soll man groß bei oft schon nasskaltem Wetter - und das wird derzeit ab Sonntag prognostiziert - Urlaub machen? Dabei sind Ferienreisen unter Einhaltung der länderspezifischen Corona-Regeln nach wie vor grundsätzlich möglich, innerhalb Deutschlands, in die meisten Länder Europas und auch in viele Länder dieser Welt.

Abzuraten sind Reisen in Länder, in denen die Corona-Fallzahlen dramatisch steigen, derzeit etwa nach Rumänien, Bulgarien oder Tschechien. Und auch einige östliche Randgebiete Bayerns weisen gerade sehr hohe Inzidenzwerte auf. Wohin kann man also noch fahren oder fliegen? Auf alle Fälle sollten Sie sich vorher etwa beim Auswärtigen Amt informieren, wie stark Ihre Wunschdestination derzeit von Corona betroffen ist und welche Einreiseregeln gelten.

Stau auf den Fernstraßen? Wohl eher nicht

Wandern bei Schlechtwetter törnt ab, fast alle Skigebiete bis auf die Gletscher haben noch zu, zum Baden ist es am Mittelmeer meist zu kalt und einen Flug in die Wärme können sich viele nicht leisten. Also bleiben viele trotz Ferien daheim oder fahren höchstens in Hotels mit Wohlfühlbereich. Die Herbstferien sind heuer gerade auch wegen ansteigender Coronazahlen, die viele wieder zögern lassen, keine Hauptreisezeit.

Der ADAC rechnet daher in seiner Stauprognose für den 29. Oktober bis 1. November mit weitgehend freien Straßen und wenig Staus. Die Anzahl der Baustellen nehme ab und auch der Reiseverkehr sei vergleichsweise verhalten. Trotz Herbstferien-Beginns in Bayern und Baden-Württemberg, der zweiten Ferienwoche in Thüringen sowie dem Ende der Ferien in Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und dem Saarland erwartet der Automobilclub ein "überschaubares Verkehrsaufkommen".

Die zwei regionalen Feiertage - der Reformationstag am 31. Oktober (in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) sowie Allerheiligen am 1. November (in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland), werden den Kurzurlauberverkehr nach Einschätzung des ADAC ebenfalls nur wenig ankurbeln.

An Allerheiligen gilt in den Feiertagsländern zudem ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen. Doch noch bis Ende November gibt es großzügige Ausnahmeregelungen vor allem wegen der Flutkatastrophe im Sommer. Für Behinderungen könnte das Wetter sorgen: Auf plötzlich auftretende Nebelfelder, überfrierende Nässe oder Schnee müssen sich Autofahrende tatsächlich schon jetzt jederzeit gefasst machen. Und auch fürs Wochenende darauf, am Ende der Herbstferien, gilt: Spitzenzeiten des Verkehrsaufkommens sind wie immer Freitagnachmittag, Samstagvormittag und Sonntagnachmittag.

Airport: "Hohe Nachfrage" nach Flügen

Nachdem der Albrecht Dürer Airport Nürnberg bereits in den Sommerferien deutlich mehr Passagiere hatte als im Jahr zuvor, rechnet der Flughafen "auch für die Bayerischen Herbstferien (29. Oktober bis 7. November) mit einer entsprechend hohen Nachfrage derjenigen, die den Sommer verlängern und in den Süden fliegen wollen." Während der einwöchigen Ferien werden gut 55.000 Passagiere bei 500 Starts und Landungen erwartet. Stärkster Reisetag wird laut Flughafen Freitag der 29. Oktober mit fast 6.500 Passagieren sein.

Ewiges Nadelöhr: Die A8 gen Süden bei Holzkirchen. In den Herbstferien sind - bis auf wenige Ausnahmen - kaum Staus zu erwarten, so der ADAC.

Ewiges Nadelöhr: Die A8 gen Süden bei Holzkirchen. In den Herbstferien sind - bis auf wenige Ausnahmen - kaum Staus zu erwarten, so der ADAC. © Tobias Hase, NN

Die meisten Fluggäste wollen ab Nürnberg in die Türkei (17.500 Passagiere), gefolgt von Mallorca. Auch Städtereisen sind gefragt: Die beliebtesten Metropolen sind Paris, London und Palermo. Neu im Winterflugplan ist das italienische Bologna mit Ryanair.

Als Tipp zur Wintersaison nennt der Flughafen die neue Verbindung mit Corendon Airlines, die starten mehrmals wöchentlich auf die Kanarischen Inseln, unter anderem nach Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote und Teneriffa.

Spontan noch Flüge zu bekommen?

"Der Trend zum Ultra-Lastminute ist spürbar. Es gibt noch freie Plätze. Gerade das Kanaren-Angebot wurde aufgestockt. Hier können noch spontan Einzelplätze, aber auch Pauschalreisen gebucht werden", sagt Flughafensprecher Christian Albrecht. Wer damm am Flughafen ankommt, sollte sich rechtzeitig losgefahren sein, denn die Fluggesellschaften geben entsprechende Vorlaufzeiten vor. "In der Regel sollten Sie zwei Stunden vor Abflug am Flughafen sein", so Albrecht. Und vor Ort müssen Sie bestimmte Vorgaben beachten. Hier lesen Sie, welche Corona-Verhaltensregeln am Flughafen gelten.

In diese Länder können Sie unbedenklich eine Fernreise machen

Auch Fernreisen sind in sehr viele Länder wieder möglich, diese haben bei der Bekämpfung von Corona mit Impfkampagnen große Fortschritte gemacht, Touristen sind ein wichtiger Wirtschaftstfaktor. Also erleichtern sie wärmehungrigen Urlauber die Einreise. Einen Überblick über die wichtigsten exotischen Ziele in der Ferne finden Sie in diesem Artikel:

Das gilt für die wichtigsten europäischen Reiseländer

Frankreich: Museen, Theater, Restaurants und Sporthallen sind in Frankreich geöffnet. Eintritt bekommt aber nur, wer einen Impf-, Test- oder Genesungsnachweis vorlegt. Auch für Fahrten mit Reisebus und Fernzug herrscht in Frankreich Nachweispflicht. Für die Einreise aus Europa ins französische Festland ist ein Impfnachweis oder ein negativer PCR- oder Schnelltest nötig. Auch für die Rückreise nach Deutschland muss ein Nachweis her. Die Infektionszahlen steigen in Frankreich wieder leicht an. Zuletzt steckten sich innerhalb einer Woche landesweit etwa 48 Menschen auf 100 000 an.

Griechenland/Zypern: Wer nach Griechenland reisen will, muss sich auf der Webseite travel.gov.gr anmelden. Dort muss unter anderem angegeben werden, wo man sich aufhalten wird. Anschließend erhält man einen QR-Code mit dem man einreisen kann. Alle Reisenden müssen entweder einen aktuellen negativen Schnelltest vorlegen oder voll geimpft sein. Das gilt auch für Kinder ab zwölf Jahren

Urlaub in Epirus, Griechenland. Hier liegt die Vikos-Schlucht, die tiefste ganze Europas.

Urlaub in Epirus, Griechenland. Hier liegt die Vikos-Schlucht, die tiefste ganze Europas. © Matthias Niese

Zypern stuft Deutschland in der roten, also stark betroffenen Kategorie ein. Das bedeutet für alle Einreisenden, die nicht nachweislich geimpft oder genesen sind, dass sie sowohl vor als auch nach der Einreise jeweils einen Test machen und diesen auch selbst bezahlen müssen. Zudem muss spätestens 48 Stunden vor der Einreise auf einer Website ("cyprusflightpass.gov.cy") der "Cyprus Flight Pass" beantragt und während des Urlaubs stets mitgeführt werden.

Großbritannien: Mehr als 40 000 Neuinfektionen pro Tag und so viele Todesfälle wie zuletzt im März: Die Corona-Lage in Großbritannien hat sich wieder deutlich verschärft. Trotzdem sind Discos, Restaurants, Kinos und Stadien im ganzen Land weiterhin voll. Einen Impf- oder Testnachweis braucht man im größten Landesteil England dafür nicht. Die Regierung steht zunehmend unter Druck, ihren Plan B mit relativ leichten Maßnahmen wie einer Maskenpflicht in Innenräumen einzuführen. Die Einreise aus den meisten europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, wird ab dem 24. Oktober deutlich einfacher: Vollständig Geimpfte müssen zwar noch immer einen Test für Tag Zwei nach ihrer Einreise buchen, dies kann aber anders als bislang auch ein günstigerer Schnelltest sein. Für die Rückreise nach Deutschland reicht ein Impfzertifikat, um Quarantäne zu vermeiden.

Italien: Weil die Corona-Lage auf entspanntem Niveau ist, die Infektionszahlen sinken und mehr als 85 Prozent der Menschen über zwölf Jahren mindestens einmal geimpft sind, nähert sich Italien immer weiter dem Normalzustand. Das Werkzeug im Kampf gegen die Pandemie ist der "Grüne Pass", also der Nachweis über Impfung, Genesung oder negativen Test. Kinder unter zwölf Jahren müssen noch keinen Pass haben.

Pause in Riva am Gardasee. Im Herbst ist hier besonders wenig los.

Pause in Riva am Gardasee. Im Herbst ist hier besonders wenig los. © Matthias Niese

Touristen benötigen den Pass – es gilt das in Deutschland gängige EU-Zertifikat – zu Eintritten etwa in Museen, Kinos, Sportstätten, Diskotheken und Restaurants. Auch Fernverkehrszüge, Seilbahnen und Fähren verlangen den Pass. Bei der Einreise sind für alle Erwachsenen und Kinder ab sechs Jahren eine Online-Anmeldung auszufüllen und der Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines Covid-Tests zu erbringen.

Kroatien: Von Touristen wird eine Bescheinigung verlangt, die belegt, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Hotels empfangen Gäste ohne Einschränkungen. Gaststätten und Cafés dürfen auch in ihren Innenbereichen bewirten, aber nur an den Tischen, zwischen denen Abstände eingehalten werden. An öffentlichen Versammlungen darf nur eine bestimmte Anzahl von Menschen teilnehmen. Die Ansteckungszahlen steigen seit Monaten beständig. Aus deutscher Sicht gilt das Land jedoch – im Gegensatz zum Nachbar- und Transitland Slowenien – nicht als Hochrisikogebiet.

Niederlande: Die Niederlande befürchten eine neue Corona-Welle, denn die Infektionszahlen steigen seit zwei Wochen stark an. Auch die Patientenzahlen in den Krankenhäusern nehmen zu. Das ist vor allem darauf zurück zu führen, dass viele Maßnahmen aufgehoben wurden. So muss man etwa keinen Sicherheitsabstand mehr wahren. Eine Maske muss nur noch in Bus und Bahn und auf Flughäfen getragen werden. Vor dem Besuch von Gaststätten muss man mit dem Corona-Pass nachweisen, ob man geimpft, genesen oder getestet ist. Das gilt auch für Einreise und Heimkehr. Alle Gaststätten, auch Clubs und Discos, müssen um Mitternacht schließen.

Österreich: Die Sieben-Tages-Inzidenz ist nach wochenlangen stabilen Werten zuletzt wieder über 180 geklettert. Die Corona-Regeln für Touristen bleiben aber vorerst gleich: Schon bei der Einreise muss man getestet, genesen oder geimpft sein. Im Alltag haben es Geimpfte leichter: Sie müssen nur in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln FFP2-Masken tragen. Für Ungeimpfte gilt die Maskenpflicht auch in allen anderen Geschäften und Kultureinrichtungen. In Wien sind die Vorgaben strenger – hier gilt die 3G-Regel ab sechs Jahren, im Rest Österreichs ab 12.

Spanien und Portugal: In den bei den Deutschen sehr beliebten Urlaubsländern ist die Corona-Lage weiterhin sehr entspannt. Die Infektionszahlen sind deutlich niedriger als in Deutschland. In Portugal lag die Zahl der Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner und sieben Tage zuletzt um die 40, in Spanien betrug die Inzidenz sogar nur rund 20. In Deutschland war der Wert am Mittwoch mit gut 80 rund vier Mal so hoch wie in Spanien. Die Impfquoten sind zudem in beiden Ländern mit die höchsten in Europa und auch weltweit.

Ein Blick aufs Meer auf der Insel Mallorca.

Ein Blick aufs Meer auf der Insel Mallorca. © Matthias Niese, NNZ

Im Zuge der positiven Entwicklung sind inzwischen auf der Iberischen Halbinsel fast alle Corona-Beschränkungen weggefallen. Einige Regeln müssen aber noch beachtet werden: In Spanien besteht in der Öffentlichkeit in Innenräumen und in Bussen und Bahnen weiter Maskenpflicht. Im Freien nur, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. In Portugal muss man den Mund- und Nasenschutz nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Altersheimen, Krankenhäusern sowie in Theatern, Kinos und großen Einkaufszentren tragen. Im Freien darf die Maske abgesetzt werden.

Auch das Nachtleben ist weitgehend von Beschränkungen befreit. Für Bars, Clubs und Diskos gilt in beiden Ländern die 3G-Regel. Eintritt erhält nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Zur Einreise auf dem Luft- oder Seeweg muss unterdessen weiterhin eine digitale Reiseanmeldung ausgefüllt werden. Und alle Touristen, die älter als zwölf sind, müssen einen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen. Wer den nicht hat, ist verpflichtet, einen negativen PCR- oder Antigen-Test vorzuweisen.

Schweiz: In der Schweiz eröffnet am 23. Oktober das erste Skigebiet außerhalb der Gletscherregionen für Touristen: Diavolezza im Oberengadin. Dort soll es, wie in den anderen Skigebieten, nach dem Willen der Bergbahnen keine zusätzlichen Auflagen für Touristen geben. Es gilt Maskenzwang etwa im öffentlichen Verkehr, und in Innenräumen von Restaurants sowie Bars und Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen Gäste entweder einen negativen Test, eine Impfung oder eine Genesung nachweisen. Das EU-Zertifikat wird anerkannt.

Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen steigt in einigen Regionen wieder. Die Lage sei angespannt und der epidemiologische Trend ungünstig, sagte der Krisenleiter im Bundesamt für Gesundheit. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss bei der Einreise einen negativen Antigen- oder PCR-Test vorlegen. Zudem müssen alle Einreisenden digital ihre Kontaktdaten hinterlegen. Wer das nicht getan hat und erwischt wird, muss 100 Franken (rund 93 Euro) Buße zahlen.

(Regeln der Europäischen Reiseländer - Quelle: dpa)

1 Kommentar