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Kreuzfahrt durchs Paradies

Die Inselwelt vor dem südöstlichen Afrika ist einzigartig - 08.06.2019 08:00 Uhr

Solch traumhafte Sandstrände finden sich zum Beispiel auf den Seychellen. © Jag_cz/shutterstock.com


Auf Mauritius wird kein Schriftsteller so oft zitiert wie Mark Twain. "Zuerst wurde Mauritius erschaffen", schrieb der vielgereiste US-Autor einmal, "dann das Paradies. Aber das war nur eine Kopie von Mauritius." Im Indischen Ozean liegen noch mehr hübsche Inseln, die Mauritius in nichts nachstehen – am bequemsten hüpft man mit dem Kreuzfahrtschiff von Eiland zu Eiland.

Etwa mit der "Costa Victoria" (wieder ab Oktober) oder mit der "Costa Mediterranea", die zwei Wochen lang mit allen Annehmlichkeiten, die große Schiffe heute so bieten, durch die Inselwelt vor dem südöstlichen Afrika schippern. Mauritius, die Seychellen, Madagaskar und Réunion liegen auf der Route, überall liegen die Dampfer zwei, drei Tage vor Anker. Gerade genug Zeit, um die Highlights kennenzulernen.

Schmucke Gebäude aus der Kolonialzeit, wunderbare Gärten, Berge und natürlich das azurblaue Meer mit weiten, weißen Sandstränden ziehen jedes Jahr Hunderttausende Touristen nach Mauritius. Die haben die Wahl zwischen Luxusresorts mit zum Teil gesalzenen Preisen und günstigen familiären Hotels – oder eben einer von 1000 Kabinen auf dem Schiff, die preislich irgendwo dazwischen liegt. Dafür ist man dann aber auch stets mit gut 2500 anderen Passagieren unterwegs.

Hier darf man keine Fische fangen

Sie besuchen dann zum Beispiel die private "Île aux 2 Cocos" im Südosten von Mauritius. Dort dürfen im Meeresschutzgebiet um die private Insel keine Fische gefangen werden, entsprechend aufregend und artenreich ist für Schnorchler und Gäste im Glasbodenboot die Unterwasserwelt.

Natur- und Tierliebhaber werden den Besuch auf der nahegelegenen Île aux Aigrettes mögen, wo die meistbedrohten Pflanzen und Tiere der Insel einen sicheren Lebensraum gefunden haben – so auch die letzten freilebenden Exemplare der Aldabra-Riesenschildkröten. Wer gern zu Fuß unterwegs ist, dem seien die Regenwälder und der Botanische Garten empfohlen, dessen Riesen-Seerosen so wuchtig und stark sind, dass sie ein Kleinkind tragen können.

Und weil in Mauritius viel Zuckerrohr wächst, sind meist Brennereien nicht weit, die ausgezeichneten weißen und braunen Rum produzieren. Unbedingt probieren sollten Urlauber auch die kreolische Küche. Die ist, genau wie die Insulaner selbst, eine Mischung aus Indien, Afrika und China. Leckere Fisch-Curries und Eintöpfe kommen auf den Tisch, allen voran das Nationalgericht Rougaille – ein gut gewürztes Wurst-Gulasch mit Tomaten und Erbsen.

Nichts freilich geht über die Strände an Land, und die sind nach langen Seetagen das Lieblingsziel der meisten Passagiere. Traumhaft sind die Buchten der Seychellen-Hauptinsel Mahé, die wie die der kleineren Eilande Praslin und La Digue zu den schönsten und beliebtesten der Welt gehören. So attraktiv sie auch sein mögen – nur zum Baden wären die Seychellen viel zu schade.

Die erotischste Kokosnuss der Welt

Auf Praslin etwa muss man das "Vallée de Mai" gesehen haben, einen Wald voller mächtiger Palmen. Seine unbestrittene Attraktion ist die "Coco de Mer", die wohl erotischste Kokosnuss der Welt. Sie sieht aus wie ein hübscher Frauenpopo, der Blütenstand des männlichen Baums wiederum hat einiges mit dem männlich-menschlichen Fortpflanzungsorgan gemein. Kein Wunder, dass im "Vallée de Mai" viel gelacht und gelästert wird.

Bilderstrecke zum Thema

Kreuz und quer durch den Indischen Ozean

Bei einer Kreuzfahrt mit der Costa Victoria betritt man mit Mauritius, den Seychellen und Madagaskar einige der bekanntesten Inseln des Indischen Ozeans.


Mehr Paradiese gefällig? Madagaskar ist eines, leider ein bitterarmes. Die Strände auf den vorgelagerten Inseln Nosy Be und Nosy Komba sind herrlich und noch weitgehend unberührt. Das Landesinnere lässt sich angesichts kurzer Liegezeiten in den Häfen und schlechter Straßen nicht erkunden, doch die Urwälder nahe der Küste sind einen Tagesausflug wert. Einheimische Führer wissen, wo die farbenprächtigsten Chamäleons und die putzigen Lemuren-Äffchen zu finden sind, die es nur auf Madagaskar gibt.

Und dann ist da noch Réunion, die vierte Insel der Kreuzfahrt. Als französisches Übersee-Département ist sie ein Stück EU, in dem mit Euro bezahlt und zu EU-Konditionen telefoniert wird. Mit fantastischen Gebirgslandschaften um den "Piton des Neiges", dem mit über 3000 Meter höchsten Vulkan im Indischen Ozean, protzt Réunion, mit wilden Wasserfällen in smaragdgrünen Wäldern, die von 950 Kilometern markierten Wanderwegen durchzogen sind. Dass es auch dort wunderschöne Strände mit weißem und schwarzem Sand gibt, sei nur nebenbei erwähnt.

Vier Inseln, vier Paradiese. Und sorry Mr. Twain: Jedes davon ist ein wunderschönes Original, das sich nicht kopieren lässt.

Mehr Informationen:

Costa Crociere
www.costakreuzfahrten.de

Anreise zum Starthafen:

Ab München und Frankfurt direkt zum Kreuzfahrt-Start auf Mauritius. Ab Nürnberg mit Turkish Airlines und
Zwischenstopp in Istanbul.

Wohnkategorien:

Eine Premium Balkonkabine ist etwa 50 Prozent teurer als die Innenkabine. Trinkgelder sind inklusive.

Beste Reisezeit:

Im Prinzip ganzjährig. Viel Sonne und niedrige Luftfeuchtigkeit zwischen April und Mai sowie von September bis November. 

Joachim Hauck

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