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Freitag, 26.04.2019

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Leben und Überleben in Namibia

Unterwegs im wilden Nordosten des südafrikanischen Landes - 09.02.2019 08:00 Uhr

Ein Leopard hat seine Jagdbeute auf einen Baum geschleppt. Hier hat er alle Zeit der Welt, die Impala-Antilope zu vertilgen. Deren Kitz sucht derweil unten am Boden nach seiner Mutter. © Gudrun Bayer


Mehr Gefühls-Auf-und-Ab geht nicht. Begeisterung und Entsetzen, Faszination, Hoffnung und Verzweiflung, Glück und Trauer, Verständnis und Fassungslosigkeit. Mehr davon passt nicht in eine Woche. Dabei ist das Sammeln von Gefühlen mein Antrieb, zu reisen. Das Sammeln von Gefühlen und Geschichten. Durch all die intensiven Momente, die einzelnen Begebenheiten und Gespräche komme ich einem Land ganz nah. Dem Land, seinen Menschen und mir selbst. Denn auch deshalb reise ich. Um die Teile von mir, die der hektische Alltag immer wieder verschüttet, zu befreien und so zur Ruhe zu kommen.

Mehr Gefühle und Geschichten aber als in dieser Woche im wilden Nordosten Namibias habe ich in noch keinem Land gefunden. Unablässig, so scheint es, widerfährt einem hier als Urlauber etwas Neues, Unerwartetes. Obwohl das Land doch so weit und so flach ist und damit so übersichtlich daherkommt.

Aber wie sich eine ganze Elefantenherde hinter ein paar dünnstämmigen Bäumchen in Luft auflösen kann, so kann direkt neben dem Geländewagen im gelb-strohigen Gras, das dank der viele Flüsse und des für eine Wüstenregion häufigen Regens tapfer aus dem Sandboden sprießt, eine vielköpfige Impala-Antilopen-Schar mit Dutzenden zarter Kitze liegen. Oder ein hungriges Löwenrudel. Oder die Reste eines von einem Geparden gerissenen Steinböckchens, auf die vom nebenstehenden Baum aus 40 Geier gieren.

Die Elefanten versammeln sich am Wasserloch. Namibias Nordosten ist verhältnismäßig niederschlagsreich. Dennoch ist deutlich zu sehen, dass er zur Kalahari-Wüste gehört. © Gudrun Bayer


Und wie beim afrika-üblichen Sundowner – meist einem Gin Tonic, und vielleicht auch einem zweiten - die Gespräche gerne mal zum kollektiven Schwelgen über dieses einzigartige Stück Erde geraten, kann es bei beim Abendessen am Feuer, das die Moskitos abhält, durchaus ernster werden. Da dreht sich die Diskussion dann plötzlich um das zerbrechliche Zusammenleben im Vielvölkerland Namibia.

Um den Umgang der weißen Farmer mit den afrikanischen Ureinwohnern; um das Verhältnis der Menschen zur Natur; ums Wildern und ums geregelte Jagen, das nötig ist, um das Wildern zu verhindern; um die gerechte Aufteilung von Land. Um den Wert eines toten Elefanten als Fleischlieferant für die arme Bevölkerung. Und um den Wert eines lebenden Elefanten, der sich vor allem dadurch höher als der Fleischwert klettern kann, dass möglichst viele Touristen kommen und das Tier beobachten wollen.

"In meiner Kindheit war Krieg"

Als kleine deutsche Reisegruppe sind wir in den Nationalparks des Nordostens bis hin zum Caprivi-Zipfel unterwegs, dem abgelegendsten Teil Namibias. Am Steuer des aufgerüsteten Toyota Land Cruiser sitzt Durr Ferreira, unser Guide. Ein kräftiger namibianischer Farmer mit portugiesischen Wurzeln. Einer, der Opernmusik liebt und an den Bewegungen der Antilopen erkennt, auf welchem Baum der Leopard sitzt. Einer, der gleichzeitig mit dem Allradauto durch den Wüstenwald pflügen, das Brutverhalten des Blaustirn-Blatthühnchens erklären und darauf achten kann, dass wir in der hochsommerlichen Dezember-Hitze genug Wasser trinken.

Und der uns zwischendurch mit einfachen Sätzen klar macht, mit welch bewegter blutiger Geschichte das erst seit 1990 unabhängige Land Namibia umzugehen hat. „Du musst überlegen, in meiner Kindheit war Krieg“, sagt der 45-Jährige einmal, als wir typische Europäer-Ideen zur Modernisierung des Landes entwickeln. Wir Friedenskinder schlucken und schweigen. „Hier haben die ersten Naturschützer vor 20 Jahren geschlafen“, sagt er ein anderes Mal und zeigt auf eine Holzplattform ganz weit oben in einem Baum. Da wird klar, wie viel Mut es in diesem Land bedeutet hat, sich für Werte einzusetzen, die für uns selbstverständlich sind. Was für wertvolle Errungenschaften die Nationalparks also darstellen, die wir gerade besuchen.

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Namibias wilde Ecke im Nordosten

Namibia ist ein Land mit vielen Facetten. Eines, das sich perfekt für touristische Rundreisen anbietet. Doch in den abgelegenen Nordosten kommen die Urlauber kaum. Daher würde sich der Abstecher wirklich lohnen.


Der Caprivi-Zipfel ist benannt nach dem deutschen Reichskanzler Leo von Caprivi. Er hat 1890, als die Kolonialmächte Afrika unter sich aufteilten, dieses Stück für Deutschland beansprucht und dafür auf die Küste Kenias und auf Helgoland verzichtet. Der Zipfel ist eigentlich ein Korridor. 460 Kilometer lang, zwischen 90 und 32 Kilometer breit. Er sollte Deutsch-Südwestafrika (also Namibia) mit Deutsch-Ostafrika (also Tansania) verbinden. Doch die Victoriafälle waren im Weg. Heute grenzt Namibia hier an Angola, Sambia, Zimbabwe und Botswana; die Fälle liegen ein Stück außerhalb des Landes in Sambia und Zimbabwe. Obwohl mehrere Flüsse, allen voran der Okavango, die Region fruchtbar machen, ist sie sehr arm.

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Namibia - ein Paradies für Vogel-Fans

Wer an die Tiere Namibias denkt, denkt an Löwen, Elefanten oder Flusspferde. Dabei lohnt es sich, Fernglas und Teleobjektiv auch auf die Vögel zu richten. Über 320 verschiedene Arten leben alleine im Khaudum-Nationalpark im Nordosten des Landes.


Die San, also die Buschmänner, leben hier noch in ihrem angestammten Land. Vertreter anderer Volksgruppen, wie etwa die Mbukuschu, sind hierher geflohen. Die Menschen wohnen in Lehm- oder Wellblechhütten ohne Strom und Wasseranschluss, der Grund gehört meist dem Staat, der ihn von den örtlichen Gemeinden verwalten lässt. Wer das sieht, drückt die Daumen, dass es Namibias Regierung schafft, die grundlegendsten Punkte ihrer „Vision 2030“ umzusetzen: Für alle Bürger sauberes Wasser, Strom, ein festes Haus und Schulbildung.

Weit ab von den Touristenströmen

Nur wenige Touristen – von denen in Nambia abgesehen von den Südafrikanern die Deutschen den weitaus größten Teil stellen – kommen auf ihren Rundreisen bis hierher. Die weiten Wege und die abenteuerliche Infrastruktur halten sie ab. Was für alle, die es trotzdem und gut vorbereitet wagen, ein Glück ist; sind sie doch nahezu allein mit den bunten Vögeln, Antilopen, Elefanten, Flusspferden, Affen und Raubtieren, den Leberwurst- und Brechnussbäumen und dem Nachthimmel, der aussieht, als habe jemand einen Sack voll Extra-Sterne angeklebt.

Und mit den intensiven Momenten, die zeigen, dass es im Busch und in der Wüste vor allem um eines geht: ums Überleben. Ums erfolgreiche Jagen oder rechtzeitige Fliehen. Ums Anpassen an die extremen Lebensbedingungen mit besonderen Farben, Körperfunktionen oder Fähigkeiten.

Die Wildhunde sind geschickte Jäger und sehr soziale Tiere. Aber sie sind auch leichte Beute für größere Raubtiere und müssen daher ständig auf der Hut sein. © Gudrun Bayer


An einem künstlichen Wasserloch im Süden des schwer zugänglichen Khaudum-Nationalparks treffen wir ein Rudel Wildhunde, das eine Oryxantilope erlegt hat. Der Wildhund-Bestand weltweit wird auf nur noch 5000 geschätzt, zehn von ihnen liegen und stehen jetzt vor uns. Manche sind schon vollgefressen, andere zerren und reißen an der Beute und noch andere warten hungrig, bis sie an der Reihe sind. Gleich daneben kappeln sich zwei junge Elefantenbullen, ein Milan kreist am Himmel.

Wenig später begegnen wir Wissenschaftlern auf der Suche nach Wildhunden. Sie wollen unter anderem erforschen, so erklärt uns Martin Strauss von der Universität von Südafrika, wie die gefleckten Jäger – die auch Hyänenhunde genannt werden - Klimaveränderungen wegstecken und ob sich beim Jagen ihre Körpertemperatur erhöht. Durr beschreibt, wo wir die Hunde gesehen haben.

Der betäubte Wildhund liegt im Schatten eines Autos. Die Wissenschaftler untersuchen ihn und legen ihm dann einen Forschungs-Sender um den Hals. © Gudrun Bayer


Wir dürfen dafür dabei sein, als sie eines der Tiere mit einem Betäubungspfeil Schlafen legen und ihm einen Sender um den Hals hängen. Sie hieven den schlafenden Hund in unser Auto und wir fahren ihn zu einem Baum, wo er im Schatten wieder zu sich kommen kann.

Über einem Wasserloch im kleinen Mahango-Nationalpark kreisen die Geier. Wir finden den blutigen Schädel eines Elefanten. Ein Stück entfernt die Haut, die wie eine leere Hülle am Boden liegt. Im Dornbusch dahinter einen großen Knochen. Die Tat von Wilderern? In Durr steigt sichtbar Zorn hoch. Doch die Ranger am Parkausgang klären auf: der Elefant starb beim Kampf mit einem anderen Bullen; die Ranger zerlegten ihn dann und nahmen alles mit, was Menschen nützt.

Im Süden des Khaudum-Parks schauen wir zu, wie ein Kudu - also eine Waldantilope - in aller Seelenruhe direkt auf ein Rudel junger Löwen zuschreitet. Wir erwarten eine wilde Jagd, doch die Löwen lassen den Kudubock ziehen. In unsere Freude darüber mischt sich Enttäuschung über das ausgebliebene Spektakel.

Debbie und Tychi Naici, zwei von vier Männern des San-Dorfes Detua, zeigen, wie ihre Vorfahren im Busch Feuer machten. © Gudrun Bayer


Im San-Dorf Detua zeigen uns Debbie und Tychi Naici, zwei von vier Männern des Dorfes, wie ihre Vorfahren in der Wildnis überlebten und sich die bewundernde Bezeichnung Buschmänner verdienten. Die zwei graben eine Pflanzenknolle aus, die so viel Wasser gespeichert hat, dass es sich trinken lässt. Sie drehen aus den Fasern der fleischigen Blätter einer anderen Pflanze ein dünnes Seil. Und sie machen mit Hilfe von zwei Holzstäben und etwas dürrem Gras Feuer. Mehrere Versuche sind dafür nötig; es fehlt die Übung. Zum Überleben im Busch ist das Land der San längst zu klein geworden.

Heute ernährt die Bewohner von Detua die gelegentliche - legale - Jagd, das Maismehl, das ihnen die Regierung schenkt, die Rente der Älteren und das Geld der Touristen. Außerdem bekamen sie 2017 über EU-Entwicklungshilfe sieben Milchkühe, von denen aber eine schon der Karakal, also der Wüstenluchs, gerissen hat.

Neben der Divava-Lodge direkt am Ufer des Okavango liegt das Dorf Divava. Johnny, der in der Lodge arbeitet und im Dorf wohnt, bringt uns hin. Auf dem Weg zeigt er die einzige Wasserstelle: Ein Leitungsrohr mit Hahn, das neben dem Weg aus der Erde ragt. Es kommt von der Lodge, die das Dorf unterstützt. Einige Frauen haben traditionelle Festtagskleidung angezogen. Sie zeigen, wie sie Hirse kochen. Dann tanzen sie für uns. Mittendrin die 19-jährige Roswitha in grün-schwarzer Bluse und Jeans. Ärztin will sie werden, erzählt sie. Gute Schulnoten braucht sie dafür. Von der Lehmhütte an die Universität, es wäre ihr zu gönnen.

Alles scheint möglich

Und wenn Tinus, der Manager der Nambwa Tented Lodge im Bwabwata Nationalpark, begeistert über die Pläne referiert, ausgediente Getränkedosen einzuschmelzen und aus dem Metall Becher als Souvenirs herzustellen; wenn Durr, der Guide und Farmer, von einer Technik schwärmt, mit der Plastikflaschen in Diesel umgewandelt werden, um damit die Generatoren zur Stromerzeugung anzutreiben – dann klingt Roswithas Ziel gar nicht einmal so abwegig.

Namibia hat viel erreicht in den 28 Jahren seiner Unabhängigkeit. Und doch ist noch viel zu tun. Aus namibischer Sicht, und erst Recht aus europäischer. Die Schere zwischen Reich und Arm klafft extrem weit auseinander. Das Land muss Schritt für Schritt weitergehen auf seinem Weg in eine moderne Gesellschaft. In seinen Bemühungen, allen Volksgruppen gerecht zu werden und allen Namibiern ein gutes, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Und in seinen Bemühungen, seine einzigartige Natur zu erhalten.

Die Geier warten. Wenn so viele versammelt sind, ist klar, dass die Beute schon herumliegt. Sie müssen nur noch Geduld haben, bis sie gefahrlos herankommen. © Gudrun Bayer


Im Norden des Khaudum-Nationalparks erwartet uns das Erlebnis, das alle anderen dieser Reise überlagert. Das uns umtreibt, auch als wir schon längst zuhause sind. Beim Beobachten einer großen Elefantengruppe an einem künstlichen Wasserloch sieht Durr einen kleinen Rüssel aus einer gemauerten Tränke herausspitzen. Ein Elefantenbaby steckt in der Tränke fest. Seine Herde steht zwar noch am Wasserloch herum, kümmert sich aber nicht mehr. „Wenn ein einzelnes Tier zu schwach ist, um mit der Herde mitzulaufen, wird es aufgegeben“, erklärt Durr.

Um das Kalb zu retten, tun wir, was sonst streng verboten ist: Wir fahren mit dem Auto auf die Elefanten zu, um sie zu vertreiben. Die Herde geht. Ein großer alter Bulle jedoch bleibt. Immer wieder fährt Durr ins seine Richtung; weicht wieder zurück, wenn der Bulle zum Angriff ansetzt.

Wir probieren es mit Lärm, zerplatzen eine aufgeblasene Papiertüte. Der Knall beeindruckt auch ihn; er geht. Durr steigt ins Loch zu dem Kalb, legt ihm einen Gurt um, ruft uns dann zur Hilfe. Gemeinsam ziehen, schieben und heben wir. 60 Kilo können schwer sein. Dann ist der Mini-Bulle befreit. Und jetzt? Mehr helfen können wir ihm nicht. In Namibia gibt es weder Aufzuchtstationen für Elefanten, noch Waisenherden. Wir fahren weiter. Wir können den Kleinen nur dalassen und hoffen, dass seine Herde zurückkommt oder dass ihn eine andere mitnimmt.

Doch Toni - so nennen wir das Kalb später, obwohl wir uns fest vorgenommen haben, ihm keinen Namen zu geben – folgt dem Auto wie einer Mutter. Irgendwann schütteln wir ihn ab. Er bleibt am Wasserloch zurück; nur der alte sture Bulle ist schon wieder da. Zwei Stunden später am Parkausgang informiert Durr den Aufpasser. Ob der sich kümmert?

Wir erfahren es nie, reden den Rest der Reise viel darüber, dass wir Toni wenigstens eine Chance eröffnet haben. Wir schwanken zwischen Hoffnung und Trauer. Versichern uns gegenseitig, dass es keine bessere Lösung gegeben habe in diesem Land, in dem der Tod ständig greifbar ist. Und das einen genau deshalb spüren lässt, wie kostbar das Leben ist.

Immerhin: Der kleine Videoschnipsel, den einer von uns vom Ende der Rettungsaktion aufgenommen hat und den Durr auf Facebook postet, wirkt. Es entsteht eine öffentliche Diskussion darüber, dass die Tränken an den künstlichen Wasserstellen zur tödlichen Falle werden können und umgebaut werden müssen. Es wird ein Konzept entwickelt, wie das funktionieren könnte.

Gefühls-Mischmasch auch zum Abschied

Im Bwabwata-Nationalpark beobachten wir einen Leoparden, der eine Impala-Kuh auf dem Ast eines Baumes verspeist. Nicht weit entfernt irrt das verwaiste Kitz durch die Büsche. Ein leichtes Opfer für den nächsten Räuber. Es ist unser letztes Erlebnis vor dem Heimflug. Wieder so eines, das für Gefühls-Mischmasch sorgt. Begeisterung über das Glück, den gefleckten Jäger doch noch gesehen zu haben. Trauer um die Impala-Kuh, Mitleid mit ihrem todgeweihten Kitz. Nachdenken über das Leben.

Mehr Informationen:

www.namibia-tourism.com
Reiseveranstalter Abendsonne Afrika
www.abendsonneafrika.de
Air Namibia
www.airnamibia.com

Alle drei haben diese Reise unterstützt.

Anreise:
Air Namibia fliegt täglich über Nacht nonstop von Frankfurt nach Windhoek. Flugzeit etwa 10,5 Stunden.

Günstige Rundreise:
18 Tage Selbstfahrerreise ab Windhoek bis Victoria Falls inklusive Sossusvlei, Damaraland, Etosha Nationalpark und Sambesi Region.

Luxuriöse Rundreise:
Elf Tage geführtes Campingabenteuer ab/bis Windhoek inklusive Khaudum Nationalpark und Sambesi Region.

Beste Reisezeit:
Die Trockenzeit im namibischen Winter Ende April bis Ende September. 

Gudrun Bayer

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