Im Ausland oft andere Vorschriften

Löwen haben Vorfahrt: Verrückte Verkehrsregeln

5.6.2021, 07:42 Uhr
In Südafrika gelten wilde Tiere wie dieser Löwe als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. Im Zweifelsfall haben sie

In Südafrika gelten wilde Tiere wie dieser Löwe als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. Im Zweifelsfall haben sie "Vorfahrt". © Thomas Dressler / imago images / imagebroker

Wer jenseits der Grenzen motorisiert unterwegs ist, der hat normalerweise selten Probleme mit den Verkehrsgesetzen vor Ort, solange er sie nachvollziehen kann. Doch bisweilen gibt es seltsame Bestimmungen.

Einigermaßen verständlich ist auf Zypern noch das Verbot, dass der Fahrer weder Essen noch Trinken darf. Der Griff nach der Wasserflasche oder dem Sandwich kann gefährlich ablenken. Der Konsum von Nahrungsmitteln am Steuer wird wie das Telefonieren mit dem Handy geahndet und zieht 85 Euro Bußgeld nach sich. Allerdings ist es unverständlich, dass der Verzehr von Essbarem zu jedem Zeitpunkt unerlaubt ist, also auch in einem parkenden Wagen.

Spanien würden viele Leute nicht unbedingt als ein Land der Stille bezeichnen. Schließlich spielt sich das Leben in den warmen Monaten draußen ab. Doch wer seine Musik so laut dreht, dass er das Tatütata einer Ambulanz oder Feuerwehr nicht hören kann oder an einem Krankenhaus vorbeifährt, riskiert, von der Polizei angehalten zu werden. Das Gleiche gilt auch, wenn er das Radio beim Tanken nicht ausmacht und alle mithören müssen.

Pfützen können kosten

Großbritannien und Japan haben nicht viel gemein. Aber beide Länder schätzen es gar nicht, wenn gedankenlose Raser durch Pfützen pflügen und dabei die Passanten auf den Gehsteigen komplett nass machen.
Vor allem das regenreiche Vereinigte Königreich kennt in so einem Fall keine Gnade. Wer dabei erwischt wird, dem droht eine Geldstrafe bis zu 5000 Pfund (ca. 5800 Euro). Japan hat diese Pfützenregel noch erweitert. Wer Fußgänger durch seine Fahrweise mit Matsch und anderem Straßendreck bespritzt, ist ebenfalls dran.

Rücksicht nehmen heißt es auch in Südafrika. Wo wilde Tiere wohnen, sind sie auf der Straße als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer zu betrachten. Konkret bedeutet das: Wo der Autofahrer nicht ausweichen kann, muss er eben warten – so lange, bis sich der vierbeinige Passant entfernt hat. Wer also die Gruppe herumlungernder Löwen oder kreuzender Gazellen stört, der riskiert eine Geldstrafe.

Mit weniger Achtsamkeit werden dagegen Kamele im US-Staat Nevada behandelt. Dort gibt es eine Vorschrift, die es Kamelen verbietet, die Straße zu kreuzen. Nun gehören diese Höckertiere nicht unbedingt zur indigenen Spezies in Amerika. Aber die Regel hat ihren Ursprung im 19. Jahrhundert, als die Armee entdeckte, dass die Wüstenschiffe äußerst zuverlässige Lastenträger in der Hitze waren. Deswegen wurden sie importiert und später, als sie durch Lastwagen ersetzt wurden, zur Landplage. So kam es zu diesem Verbot, das nie abgeschafft wurde.

Wer mit dem Auto zu spritzig durch Pfützen fährt, kann bestraft werden - zum Beispiel im Land des Regens, in Großbritannien.

Wer mit dem Auto zu spritzig durch Pfützen fährt, kann bestraft werden - zum Beispiel im Land des Regens, in Großbritannien. © Swen Pförtner, dpa

Nun zu den Gesetzen, die mit dem menschlichen Körper zu tun haben. Australien zum Beispiel ist riesig. Aber dennoch ist es untersagt, den Arm aus dem Fenster hängen. Erlaubt ist eine aus dem Wagenfenster gestreckte Hand nur, um einem anderen Verkehrsteilnehmer etwas zu signalisieren. Ansonsten sollte man sämtliche Körperglieder besser im Vehikel lassen. Mehr mit Sitte, weniger mit Sicherheit hat die Regel in Thailand zu tun, dass Männer nicht mit nacktem Oberkörper am Steuer sitzen dürfen. Von Frauen ist keine Rede. Aber egal, wie sinnvoll diese Verordnung ist, sie erspart der Öffentlichkeit bestimmt den Anblick vieler nackter Schmerbäuche.

Karibische Promillewerte

„No risk, no fun“, lautet eine englische Redeweise und scheint auf Costa Ricas Straßenverordnung perfekt zu passen. Dort ist noch ein gewisser Alkoholspiegel im Blut beim Fahren erlaubt. Solange niemand Schlangenlinien fährt oder rote Ampeln übersieht, also offensichtlich betrunken ist, wird ihn kaum ein Polizist wegen Alkoholgenuss anhalten. 0,75 Milligramm pro Liter Blut sind erlaubt.



Aber auch Deutschland hat kuriose Verkehrsregeln, zumindest in den Augen ausländischer Besucher. Das Halteverbot an der Autobahn verstehen Fremde überhaupt nicht. Während die ganze Welt gerne hierher kommt, um auf deutschen Autobahnen wegen des fehlenden Tempolimits zu rasen, kann sie es nicht fassen, dass man nur im äußersten Notfall auf dem Seitenstreifen parken darf. „Diese Regel ist verrückter als alles andere“, schreibt das Portal Businessinsider.com.

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