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Nan geht seinen eigenen Weg

Im Norden Thailands werden Sprache und Kultur bewahrt - 24.08.2019 08:00 Uhr

Beim Nachtmarkt in Nan treffen sich die Einwohner zum abendlichen Picknick auf dem Marktplatz © Steffen Radlmaier


Das rund 150 Jahre alte Wandbild ziert eine Wand im Tempel Wat Phumin und spielt eine wichtige Rolle in der Kunstgeschichte der Provinz Nan, die bis vor hundert Jahren noch ein eigenständiges Königreich war.

In der gleichnamigen Provinzhauptstadt zählen viele Tempel und Klöster zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Da kann man erleben, dass für die Einwohner die Religion eine wichtige Rolle im Alltag spielt: Alt und Jung, Paare und Familien, Geschäftsleute und Hausfrauen meditieren regelmäßig und bringen dem Buddha kleine Opfergaben. Zu den Gepflogenheiten gehört es auch, die orange und ocker gewandeten Mönchen mit Lebensmitteln zu versorgen.

Auch am Rand der gemütlichen Stadt liegt auf einem malerischen Hügel ein Kloster, von dem aus sich ein Blick über die sanfte Hügellandschaft eröffnet. Blickfang und Wahrzeichen ist eine neun Meter hohe Buddha-Statue in Gold, bekannt als der "Walking Buddha".

Ein sehenswertes Künstlerdorf

Seitdem Nan zum Königreich Thailand gehört, ist die einst eigenständige Kultur in den Hintergrund getreten. Die Provinz hat eine eigene Sprache und eigene Schriftzeichen, die aber in der Schule nicht gelehrt werden. In den letzten Jahren steigt das Interesse an der eigenen Kultur wieder, sagt Wirojana Promaree, bei dem man sowohl die alte Sprache als auch die Schrift lernen kann. Immerhin zehn Prozent der Einwohner sprechen laut seiner Aussage noch Nan.

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Der Nordosten Thailands: Tradition und Ruhe

Die nordöstlichen Provinzen Thailands sind bisher vom Massentourismus verschont. Es gibt viel zu entdecken - von spektakulären Tempelanlagen bis hin zu wunderschönen Landschaften. Das ursprüngliche Thailand, hier kann man es noch erleben.


Die kulturelle Identität von Nan liegt auch dem Künstler Winai Prabripoo am Herzen, der 2001 die erste Privatgalerie in der Region eröffnet hat. Mitten in der Natur liegt sein sehenswertes Künstlerdorf, in dem er neben eigenen Werken zeitgenössische Kunst aus Thailand präsentiert.

Es gibt eine Fotogalerie, ein Café nebst Souvenirshop sowie ein Gästehaus, in dem die Teilnehmer der Kunst-Workshops wohnen können. Fasziniert von dem Wandbild "Das Flüstern" begann einst Winai Prabripoo, sich mit der Kunstgeschichte seines Landes zu beschäftigen. Eine Dauerausstellung, die oft von Schulklassen besucht wird, informiert über das geheimnisvolle Bild und ihren Schöpfer. Außerdem hat sich der 65-Jährige selbst wiederholt mit diesem Motiv beschäftigt und moderne Versionen des Bildes geschaffen. Wie Tradition und Moderne einander befruchten, lässt sich im "Nan Riverside Arts Space" beispielhaft erleben.

Mehr Informationen:

Thailändisches Fremdenverkehrsamt

www.thailandtourismus.de

Anreise:

Thai Airways fliegt regelmäßig von Frankfurt nonstop nach Bangkok (Flugzeit etwa elf Stunden), von dort aus Inlandflug nach Udon Thani oder Nan

www.thaiairways.com

Fremdenverkehrsamt und Fluglinie haben diese Reise unterstützt.

Günstig wohnen:

Nan Boutique Resort

www.tazshotels.com

Luxuriös wohnen:

PhuNaCome Resort

www.phunacomeresort.com

Beste Reisezeit:

Von Oktober bis Februar 

Steffen Radlmaier

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