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Peru: Über Linien fliegen

Die Nürnbergerin auf Weltreise sah die Zeichnungen von Nasca - 24.06.2017 08:00 Uhr

Elke Zapf kurz vor dem Einstieg in ihren Flieger. © Elke Zapf


Fährt man mit dem Mietwagen von Lima noch Nasca, taucht rund 25 Kilometer vor Nasca ein Aussichtsturm direkt neben der „Ruta Panamericana“ auf. Der „Torre Metalica Maria Reiche“ ist benannt nach der deutschen Mathematikerin und Geografin Maria Reiche, die ihr Leben der Erforschung der Nasca-Linien widmete. Zwölf Meter ist der Turm hoch, und von oben sieht man ein paar Geoglyphen, also die riesigen Zeichnungen im Boden, ganz gut. Einen Baum zum Beispiel oder winkende Hände. Wer mehr sehen will, bucht in Nasca einen Flug mit einer kleinen Propellermaschine.

Alle Fluglinien starten am „Maria Reiche Airport“nahe Nasca. „Der Flughafen ist winzig, aber es gibt Check-in-Schalter, eine Sicherheitskontrolle und leider auch eine Flughafensteuer“, berichtet Elke Zapf. „Und hier wird wiegt das Personal nicht das Gepäck, sondern die Passagiere. Denn die Sitzplatzverteilung in dem kleinen Flugzeug erfolgt nach Gewicht.“

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Nürnbergerin auf Weltreise: Flug über Strichmännchen

Elke Zapf ist in Peru angekommen und erfüllt wieder einen Leserwunsch. Diesmal sollte sie über der Nascat-Wüste fliegen und die berühmten Strichmännchen und Figuren von oben sehen. Am Boden sammelte sie noch mehr Impressionen und Fotos.


Knapp eine halbe Stunde dauert der Flug für 85 Dollar über die riesigen Figuren und kilometerlangen Linien, die als „Linien und Bodenzeichnungen von Nasca und Pampa de Jumana“ 1994 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurden.Entdeckt wurden sie auf einer Fläche von 500 Quadratkilometern erst 70 Jahre vorher. 1924 flogen die ersten kommerziellen Fluglinien über die Wüste im Süden Perus, und Passagiere entdeckten die Zeichnungen. „Wir haben aus unserer kleinen Maschine zum Beispiel den Wal, den Kondor und die Eidechse gesehen, die von der Panamericana durchgeschnitten wird“, freut sich Elke Zapf. „Aber auch das kleine Männchen, das Astronaut genannt wird, und einige Zeit für Spekulationen sorgte, ob die Linien und Symbole vielleicht von Außerirdischen stammen.“

Rätsel über Rätsel

Waren die Scharrbilder ein Bewässerungssystem? Ein riesiger Kalender? Eine Sportarena? Oder eben eine Basis für Außerirdische? Gesichert scheint heute, dass die Scharrbilder ab 800 vor Christus von der Paracas-Kultur und später von der Nasca-Kultur angelegt wurden und Teil eines Fruchtbarkeitsrituals waren.

Vom Flugzeug aus sieht man deutlich die Figuren im Felsboden. © Elke Zapf


Neben den Wüstenlinien gibt es auch Siedlungsreste aus dieser Zeit. Zum Beispiel ein Aquädukt und die Pyramidenstadt Cahuáchi, die ein religiöses Zentrum gewesen sein soll: „Außer uns waren nur an diesem beeindruckenden Ort nur vier andere Besucher da.“ Deshalb empfiehlt sie allen auf jeden Fall einen Stopp in dieser unbekannten Ausgrabungsstätte.

„Der Flug lohnt sich natürlich auch. Denn am besten sieht man die Figuren wirklich aus der Luft. Man braucht nur einen stabilen Magen, denn der Pilot geht ganz schön oft in heftige Schräglagen.“

Elke Zapf reist weiter nach Mexiko und kann in Yucatan einen Leserwunsch erfüllen. Schicken Sie uns Ihre Idee an magazinaktion@pressenetz.de oder per Post an Magazin am Wochenende, Marienstraße 9-11, 90402 Nürnberg. Einsendeschluss ist Sonntag, 2. Juli.

zapf / nie

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