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Reisewarnung, Risikogebiet? Das bedeuten die Begriffe

Was steckt hinter dem Corona-Wortschatz der Behörden für Urlauber? - 17.10.2020 08:00 Uhr

Fliegen oder nicht fliegen? Derzeit sollte man sich genau überlegen, ob man die Heimat verlässt. Zu unsicher sind die Folgen, jederzeit kann sich die Einordnung des Zielgebietes ändern.

© Arne Dedert, dpa


ALLGEMEINER REISEHINWEIS: In seinen Länderinformationen führt das Auswärtige Amt unter diesem Punkt alles auf, was für Reisende unterwegs wichtig werden könnte. Darunter fallen Einreisebestimmungen, Zollgesetze, strafrechtliche Vorschriften sowie medizinische Hinweise. Ein Reisehinweis enthält also nützliche Infos für die Reisevorbereitung. Über die aktuelle Gefahrenlage im Land sagt er erst mal nichts aus.

SICHERHEITSHINWEIS: Seit jeher informiert das Auswärtige Amt über potenzielle Risiken beim Besuch eines Staats. Dies kann Einschätzungen zur Kleinkriminalität genauso einschließen wie aktuelle Hinweise zu Naturkatastrophen oder Streiks. Das Ministerium weist ausdrücklich darauf hin, dass damit keine Beratung geleistet wird, sondern dass es sich nur um Infos für eine präzisere Einschätzung der persönlichen Gefahrenlage handelt.

Sicherheitshinweise werden regelmäßig überprüft und aktualisiert – falls nötig mehrmals am Tag. Die Entscheidung, ob man letztendlich an ein Ziel mit Sicherheitshinweis reist, liegt einzig und allein bei einem selbst. Wichtig: Ein Sicherheitshinweis hat keinerlei rechtliche Folgen für eine gebuchte Pauschalreise.

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REISEWARNUNG: Besteht Gefahr für Leib und Leben, dann spricht das Außenministerium eine Reisewarnung aus. Dabei handelt es sich nicht um ein Reiseverbot. Das Amt gibt auch für einzelne Regionen eines Staates sogenannte Teilreisewarnungen heraus.
Eine weitere Eskalationsstufe ist die Aufforderung des Amts an alle Deutsche, die sich im Land befinden, auszureisen. Vor Corona galten nur für wenige Länder Reisewarnungen. Oft waren Bürgerkrieg und Terror Gründe für eine solche Einstufung. Eine Reisewarnung ermöglicht Pauschalurlaubern die kostenfreie Stornierung der Reise.


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Für Individualreisende, die das Hotel im Ausland und den Flug selbst gebucht haben, gilt das allerdings nicht. Wenn sie in ein Land mit Reisewarnung fahren wollen, sollten Urlauber sicherheitshalber bei der Krankenversicherung nachfragen, ob ihr Versicherungsschutz weiterhin besteht. Denn manche Versicherungen schließen in ihren Policen diesen Fall aus.

RISIKOGEBIET: Seit der Corona-Pandemie ist dieser Begriff in aller Munde. Ob eine Region Risikogebiet wird, bestimmen Robert Koch Institut, Außen-, Innen- und Gesundheitsministerium. Maßstab sind 50 Neuinfizierungen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Darüber hinaus bewerten die Ministerien anhand der Situation vor Ort die Gefahrenlage. Dabei spielen die Art des Ausbruchs, Testkapazitäten, Maßnahmen, aber auch die Verlässlichkeit der Informationen aus dem Land eine Rolle.

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Ausgewiesene Risikogebiete ziehen automatisch eine Reisewarnung bzw. Teilreisewarnung des Außenministeriums nach sich. Vor "nicht notwendigen, touristischen Reisen" abgeraten wird zugleich vor einer wachsenden Zahl der Risikogebiete innerhalb Europas. Wer aus einem Risikogebiet zurückkommt, muss in Quarantäne – ab 15. Oktober nur noch für zehn (statt bisher 14) Tage oder bis zum Ergebnis eines negativen Tests nach fünf Tagen.

INDIVIDUELLER REISEHINWEIS: Zusätzlich zum "Allgemeinen Reisehinweis" des Auswärtigen Amts gibt es den "Individuellen Reisehinweis" für die Corona-Lage. Es ist eine Art verschärfter Sicherheitshinweis bzw. eine abgeschwächte Reisewarnung. Hier informiert das Auswärtige Amt detaillierter über Infektionsschutz und Gefahrenlage vor Ort. Aber Außenminister Heiko Maas betont zugleich: "Reisehinweise sind keine Reiseeinladungen."
Im Gegenteil: In manchen Fällen rät die Behörde im individuellen Reisehinweis ausdrücklich von Reisen ab, wenn für diese Länder Einreisebeschränkungen gelten oder umgekehrt für Reisende aus diesen Staaten Einreisebeschränkungen nach Deutschland beschlossen wurden.


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Tinga Horny

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