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Salzburger Saalachtal: Wasserläufer in Lofer

Hier kommen Berge und Beschaulichkeit zusammen - 27.04.2019 08:00 Uhr

Und immer geht‘s bequem bergab und teils auf Holzpfaden am Bächlein entlang: Der Wasserfallweg. © Johanna Husarek


Auf rund 1500 Metern Höhe liegen 30 Holzhütten verstreut. Viele davon sind im Sommer bewirtschaftet, in einigen kann man einkehren, nur wenige werden vermietet. Zwischen den Hütten schlängeln sich Wanderwege. Vier Gipfel, leicht zu erreichen, liegen im Sonnenschein. Für wanderfreudige Familien oder Genuss-Mountainbiker eine Bergwelt wie gemacht.

Hermann Hollaus hat sich für heute eine besonders tolle Tour ausgesucht: den Wasserfallweg, auf ihm geht es einfach immer abwärts ins Tal. Eine erfrischende Tour, ganz im Zeichen des nassen Elements, durch schattige Wälder, entlang von Wasserfällen und Bächen. Unerschrockene baden zwischendurch auch in einem der eiskalten Gumpen.

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Wasserwandern im lieblichen Saalachtal

Wilde Wasser, eine urige Almenwelt und wenig los: Im Salzburger Saalachtal können Touristen noch die unberührte Natur erleben. Denn im Ort Lofer und Umgebung geht es im Gegensatz zu vielen anderen Orten eher gemütlich zu. Obwohl große Abenteuer locken: Eine Raftingtour auf der Saalach, eine Wanderung durch Schluchten und Höhlen oder ein Bad in einem eiskalten Gumpen.


"Immer an der rauschenden Saalach entlang, das hat etwas", sagt Hermann. "Es sind die einfachen Sachen, die die Menschen berühren. Barfuß laufen oder stundenlang wandern, bis du frei bist im Kopf", ist er überzeugt. Und genau das und noch einiges mehr machen Urlauber in dem fast unberührten Tal noch in aller Seelenruhe. Und egal, wohin es geht: Fast immer begleitet die Urlauber das Wasser.

Ein richtig spritziges Ausflugsziel, bei dem die Saalachtaler Naturgewalten hautnah zu spüren sind, ist die Seisenbergklamm. Tosend sprudelt hier der Bach durch ausgewaschene Felsen und schont auch die Besucher nicht. Über Jahrtausende hinweg hat er sich seinen Weg durch den harten Kalkstein gebahnt. Fasziniert von dem Schauspiel laufen die Neugierigen immer tiefer über Brücken und Treppen in die Schlucht hinein und werden am Ende im Wald von der Schlucht wieder ausgespuckt.

Noch abenteuerlicher ist nur eine Rafting-Tour auf der wilden Saalach. Obwohl Lofer für Durchreisende zunächst verschlafen wirkt, ist unter den Brücken auf dem Fluss mächtig was los. Kanuten kämpfen sich durch reißende Stromschnellen und Touristen im Schlauchboot lernen die Kraft des Flusses fürchten.

Kanuten aus der ganzen Welt trainieren hier

"Menschen aus sämtlichen Nationen kommen mit ihren Booten hierher", erzählt Rafting-Lehrer Stefan, als er ein Boot bereitmacht. Schließlich zählt die kristallgrün schimmernde Saalach zu den schönsten und stellenweise schwierigsten Wildwasserrevieren Europas.

Wanderführer Hermann Hollaus liebt die Flora und Fauna des Tales und steckt mit seiner Leidenschaft gerne kleine und große Gäste an. © Johanna Husarek


Bergwanderführer Hermann Hollaus sucht den Adrenalinkick nicht. "Ich bin eher für das Kleine und Überschaubare", sagt er. Deshalb hat er sich hier vor ein paar Jahren niedergelassen. Sein altes Leben, als Landwirt im Oberpinzgau, gab er auf. Drei Sommer hatte er zuvor auf einer Alm verbracht. Drei Bergsommer, um sich mit einem Schicksalsschlag auszusöhnen.

"Kein Strom, kein Radio, 30 Kühe und 140 Kälber versorgen, Feuer machen, Wasser holen", das half ihm, sein Leben neu in die Hand zu nehmen. Inzwischen ist er angekommen. Auf der Durchreise ist er jedenfalls nicht.

Mehr Informationen:
Salzburger Saalachtal Tourismus
www.lofer.com, das die Reise unterstützt hat.
Anreise:
Mit dem Auto ab Nürnberg gut 300 Kilometer in dreieinhalb Stunden, mit dem Zug etwas umständlich über Salzburg zwischen fünf und neun Stunden.
Günstig wohnen:
Camping Grubhof
www.grubhof.com
Luxuriös wohnen:
Family Resort Post
www.post-familyresort.com
Beste Reisezeit:
Ganzjährig als Wanderurlaub oder Winterurlaub. 

Johanna Husarek

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