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Schummelfrei statt Schule daheim? Streng verboten!

Wer außerhalb der Ferien seine Kinder in den Urlaub mitnimmt, macht sich auch jetzt strafbar - 04.07.2020 07:21 Uhr

Schön, wenn die große Tochter noch mit in den Wanderurlaub fährt - auch wenn man deshalb in der teuren Feriensaison reisen muss. Doch nur so ist Urlaub mit schulpflichtigen Kindern legal.

© Matthias Niese


Der Philologenverband monierte schon vor Jahren, dass Eltern ihre Kinder immer öfter krank melden, um an günstigere Urlaubstarife zu kommen. Dieses Jahr ist das noch einfacher: Wer in der letzten oder ersten Woche Schule daheim hat, der kann leicht auf den Gedanken kommen, dass sich die digitale Lernplattform und der Zoom-Unterricht eigentlich auch aus dem Ferienhotel starten lassen.

Doch zulässig ist das offiziell nicht. Baden-Württembergs Kultusministerium zum Beispiel erklärt, Schüler dürften während der Online-Phasen des Unterrichts nicht verreisen. Sie sollten die Fernlernangebote der Schule "in heimischer Arbeit" nutzen. Und Bayerns Kultusministerium stellt lakonisch fest: "Eine Urlaubsreise in der letzten Schulwoche kommt nicht infrage."

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Eine echte Handhabe dagegen haben die Schulen jedoch nicht. Das Schulzeugnis kann sich der Schüler auch am Anfang des neuen Schuljahres abholen.

Am Flughafen fliegen viele Schulschwänzer auf

In allzu großer Sicherheit sollten sich Eltern dennoch nicht wiegen. Denn offiziell herrscht Schulpflicht bis zum letzten Tag. Und bei der Passkontrolle am Flughafen können die Beamten durchaus feststellen, ob da Schulkinder ausreisen, die eigentlich noch Unterricht haben. In den vergangenen Jahren gab es vor und nach den Schulferien immer wieder Razzien. Kann die Familie dann keine Befreiung von der Schule vorlegen, darf sie zwar ins Flugzeug steigen, bekommt aber nach den Ferien einen Bußgeldbescheid.

Und der kann durchaus heftig ausfallen, weiß Tobias Klingelhöfer. Der Anwalt der Arag-Versicherung sammelt solche Bußgeldbescheide und ermittelt dabei ein deutschlandweites Preisgefälle: Während man in Erfurt meist mit Bußgeldern unter 50 Euro davonkommt, setzt Stuttgart pro Tag 150 Euro an, in Dresden mussten bereits 1 250 und in Berlin sogar 2500 Euro Strafe gezahlt werden.

In Bayern zahlen Sie doppelt Strafe

Bei bayerischen Eltern hängt die Strafe davon ab, wie hoch der wirtschaftliche Vorteil durch das Schuleschwänzen war: Wer also 1000 Euro an der Urlaubsreise gespart hat, der muss die Ersparnis wieder herausrücken und noch ein Bußgeld zahlen. Dabei werden die Elternteile separat belegt, die Familie zahlt doppelt.

Auch viele Lehrer schauen inzwischen genauer hin und ziehen bei offensichtlichen Urlaubsverlängerungen die Reißleine. Die Schulgesetze sprechen eine klare Sprache: "Eine Beurlaubung zur Verlängerung der Ferien ist grundsätzlich nicht möglich", heißt es etwa in Niedersachsen, "über Ausnahmen in dringenden Notfällen entscheidet der Schulleiter".

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Als begründete Ausnahme gelten runde Geburtstage von Großeltern oder die Hochzeit einer Tante. Das Wahrnehmen günstiger Urlaubsangebote oder das Vermeiden eines Verkehrsstaus sind keine hinreichenden Gründe: "Grundsätzlich müssen Ferienreisen innerhalb der Ferien durchgeführt werden. Vorher gebuchte Flüge sind keine Begründung für einen Antrag auf Beurlaubung", formuliert das Kultusministerium in Hannover.

Kleine Wehwehchen taugen nicht als Entschuldigung

Husten, Schnupfen oder Bauchschmerzen taugen, solange sie nur von den Eltern bescheinigt werden, ebenfalls nicht als Entschuldigung. Wenn Eltern ihre Kinder drei Tage vor beziehungsweise nach den Ferien krank melden, liegt der Verdacht nahe, dass eine Verlängerung der Ferien der eigentliche Grund ist. Die Schule kann dann ein ärztliches Attest verlangen.

Lässt sich das nicht beibringen, kann die Schule das Ordnungsamt einschalten. Und das wiederum stellt die oben genannten Bußgeldbescheide aus. Die Schule hat darüber hinaus auch selbst Möglichkeiten, sich zu wehren: Auf der Liste der Sanktionsmöglichkeiten steht als Erstes eine Verwarnung durch die Schulleitung. Im Wiederholungsfall kann die Schule das unentschuldigte Fehlen im Zeugnis eintragen.

Doch egal, wie die Sanktion aussieht: Ein gutes Vorbild für ihre Kinder sind schummelnde Eltern definitiv nicht. Besser haben es Erziehungsberechtigte in der Schweiz: Dort gibt es zwei Jokertage pro Schuljahr. Zwei Tage im Jahr können die Eltern also selbst ihrem Kind frei geben. Und schon gibt es kaum mehr einen Anlass für Schummeleien.

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Hans-Werner Rodrian

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