Klettern in Tirol muss nicht schwer sein

So zähmen selbst blutige Anfänger den Wilden Kaiser

9.8.2021, 11:53 Uhr
Tom Rabl zeigt: Hier geht´s hinauf!

Tom Rabl zeigt: Hier geht´s hinauf! © Michael Husarek, NN

Ausgerechnet dort, wo die alpine Kletterei ihren Anfang nahm, wollte lange Zeit kaum einer was davon wissen: "Zu Hause sind wir selten geklettert", räumt Tom Rabl, Obmann der Kitzbüheler Bergführer, unumwunden ein.

Doch als Jugendlicher hat er sie bestiegen, die schroffen Gipfel des spektakulären Gebirgszuges, den viele Touristen vom Vorbeifahren kennen. Schwierig sind sie und ihre Erschließung als Kletter-Eldorado liegt schon lange zurück: Ende des 19. Jahrhunderts waren es Münchner Alpinisten, die die Routen als erste erkundeten.

Tom Rabl erzählt das während des Aufstiegs zum Ellmauer Tour. Der markante Einschnitt ist einer der beliebtesten Zustiege zu den Kletterklassikern an diesem Tiroler Massiv.

Kaiserpaket für Einsteiger

Die Bergführer haben ihre Hausberge wiederentdeckt. Mit dem Programm "Kaiser hoch 6" wollen sie das Klettern auch für Einsteiger attraktiv machen. "Überall gibt es Kletterhallen, wir Bergführer sind zudem in der ganzen Welt unterwegs, jetzt wird es Zeit, den Wilden Kaiser in den Mittelpunkt zu rücken", erläutert Rabl das Konzept.

Ein halbes Dutzend Klassiker haben sie im "Kaiser hoch 6"-Paket gebündelt. Heute geht es auf den einfachsten Gipfel, den Hinteren Goinger Halt. Kurz nach der Durchschreitung des Ellmauer Tores steigen wir schroff nach oben in Richtung Nordgrat.

Eines des steileren Stücke auf der Route. Anfänger schaffen das trotzdem, außerdem sind sie gut gesichert.

Eines des steileren Stücke auf der Route. Anfänger schaffen das trotzdem, außerdem sind sie gut gesichert. © Michael Husarek, NN

Rabl klettert vor, die leichte Route (durchgehend als 3 oder 3plus eingestuft) schaffen auch Anfänger - vorausgesetzt, Kondition ist vorhanden und Schwindelfreiheit. Denn rechts und links des Nordgrats geht es Hunderte von Metern nach unten.

Bergführer Rabl nimmt maximal 2 Gäste mit auf die Tour, weil er sonst nicht ausreichend sichern könnte. Am Gipfel mischen sich beim Kletter-Novizen Erleichterung und Stolz. Was auch an den anerkennenden Blicken der Wanderer liegt, die die 2195 Meter hohe Hintere Goinger Halt auf dem normalen Weg erreichen.

Der Ehrgeiz ist geweckt

Die Erkenntnis, dass der Wilde Kaiser seinen Namen vollkommen zurecht trägt, hat sich beim Klettern rasch verfestigt. Mehr braucht es eigentlich nicht. Ein griffiger Fels, sagenhafte Blicke und stets eine Portion Nevenkitzel beim Blick nach unten.

Dieser Meinung ist auch der Bergführer, der über die Felsen spaziert als wäre es ein gepflasterter Weg: "Wir ham an Kaiser vor der Haustür!" Frei übersetzt: Warum in die Ferne schweifen, wo das Gute so nahe liegt. Am Ende der Tour gibt es das Stempelheft "Kaiser hoch sechs". Fünf Touren sind noch offen, der Ehrgeiz ist geweckt…

Mehr Informationen:
Kitzbüheler Alpen Marketing GmbH, Dorfstraße 11, A-6365 Kirchberg in Tirol, Tel.: +43 57507 8000, info@kitzalps.com, www.kitzalps.com, www.kat-walk.at
Kitzbüheler Bergführer unter www.kitzbuehelerbergfuehrer.at
oder telefonisch unter 0043 / 66 43 71 07.
Es handelt sich jeweils um Tagestouren, die persönlich gebucht werden müssen, bezahlt wird nach der Bergführerpauschale: 410 Euro für eine Einzeltour, 255 Euro für eine Zweiertour.

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