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Spaniens Extremadura: Auf des Königs alten Pfaden

Radler kommen hier in uralte Städte und in eine karge, dünn besiedelte Natur - 06.04.2019 08:00 Uhr

Auf altem Pflaster vor alter Kirche im hüschen Städtchen Càceres. © Stefan Hippel


Nahezu baumlos und von Menschenhand für Viehzucht und vereinzelt auch für Getreideanbau geformt, bieten kleine Erhebungen in der Ebene einen Ausblick über die weite Landschaft — gut geeignet zur Vogelbeobachtung und unter Naturschutz gestellt.

Hier sehen wir Lerchen, Bussarde, Adler, Geier sogar die seltene Großtrappe. In der Ferne, hinter einem der langen Zäune, weiden Schafe, weit oben kreisen Raubvögel.

Unsere Fahrradtour führt über sandige und geschotterte Wege, auf einem Granitstein am Wegesrand findet sich ein Hinweis: "Cañada Real" (Königlicher Weg), ursprünglich gedacht für den Viehtrieb.

Trockenheit im Sommer und die gemäßigten Winter der Extremadura zwangen die Bauern, ihre Herden zur Fütterung in geeignetere Regionen zu treiben.

Der König legte sogar Länge und Breite der Wege fest

Bereits 1273 wurden die Wege von Alfons dem Weisen per Dekret als wichtige Landverbindungen geschützt, sogar Länge und Breite hat er festgelegt.

Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Eisenbahn die Viehtransporte übernahm, verloren die Cañadas jedoch an Bedeutung. Nur vereinzelt nutzen sie Schäfer.

Nun hat die Region Extremadura diese Wege als Wander- und Fahrradwege für Touristen entdeckt. So können sie sogar lange Strecken etwa nach Badajoz zurücklegen.

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Spanische Extremadura: Radeln auf königlichen Pfaden

Beinahe mühelos lässt sich das E-Mountainbike durch die "LLanos de Caceres", alten Weidewegen, fahren. Die spanische Region Extremadura will diese Wege als Wander- und Fahrradwege für den Tourismus nutzen. Wir haben es ausprobiert.


Càceres sollte man unter gar keinen Umständen auslassen. Die Altstadt ist Unesco-Weltkulturerbe und weitgehend Fußgängerzone. Keine Leuchtreklame, keine Stromleitung trübt das Bild des mittelalterlichen Zentrums.

Was einst ein klarer Nachteil war, ist also heute eher ein Vorteil: In den 1950er bis 1970er Jahren war einfach kein Geld da, um die Stadt zu modernisieren.

Die "zentrale" Plaza Major — in fast allen spanischen Städten gibt es einen zentralen Platz, der so oder Plaza España heißt — liegt hier sogar vor den Stadtmauern, sie ist eine der größten Spaniens.

Ein Stopp in karger Landschaft. Die Extremadura in Spaniens Zentrum ist hügelig und steppenartig. © Stefan Hippel


Der Grund: Im 15. Jahrhundert wurde die ärmere Bevölkerung vor die Tore der Stadt gedrängt. Dort bauten sich die Menschen ihre Häuser in der Ebene um die Altstadt herum und erschufen damit den sehenswerten großen Platz.

Herz und Zentrum der Extremadura ist gut 70 Kilometer weiter südlich die Stadt Mèrida. Sie war schon im Römischen Reich wichtiges wirtschaftliches und kulturelles Zentrum.

Hier haben die Römer mit dem Amphitheater, dem Dianatempel, Aquädukten und der Römischen Brücke ihre Spuren hinterlassen.

Gerade das Amphitheater ist einen Besuch wert, der Marmor reflektiert den Schall von der Bühne in jede Ecke des Publikums. Noch heute versteht man die Sprecher auf der Bühne so gut, dass man sich vorstellen kann, wie gut der Klang damals gewesen sein muss.

Mehr Informationen:
Tourespana, www.spain.info/de, die diese Reise unterstützt hat.
Anreise: z.B. mit Lufthansa Nürnberg — Frankfurt — Madrid, dann mit dem Mietwagen über die A5 rund 320 Kilometer in drei Stunden bis Caceres.
Günstig wohnen: Palacio De Oquendo www.nh-collection.com/de/hotel/nh-collection-caceres-palacio-de-oquendo
Luxuriös wohnen: Restaurant Hotel Atrio, www.restauranteatrio.com/hotel
Beste Reisezeit: Von Mitte September bis Juni. In den Sommermonaten kann es sehr heiß werden.

  

Stefan Hippel

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