14°

Montag, 21.10.2019

|

zum Thema

Stromausfall statt Fußballspiel auf Madagaskar

Die "Nürnbergerin auf Weltreise" erlebte das EM-Aus der Deutschen auf ganz besondere Weise - 15.07.2016 12:30 Uhr

Auch wenn das Land zu klein ist, um bei einem großen Turnier mitzuspielen: Die Menschen sind absolut fußballbegeistert, gespielt wird überall. © Elke Zapf


Seit drei Monaten sind Elke Zapf und ihr Mann nun auf ihrer Reise um die Welt unterwegs. Dank Internet ist die Heimat noch relativ nah. Sie schauen auch unterwegs immer wieder in die online-Ausgaben von NN und NZ oder in die Tagesschau-App. Und sie suchten während der Fußball-Europameisterschaft stets nach einem Fernseher, um das Turnier auch in der Ferne live zu verfolgen.

Die aktuelle Wunsch-Mail von Irene Haffa aus Bubenreuth traf also genau ins Schwarze: "Ich bin mir ganz sicher, dass auch in Madagaskar begeistert Fußball gespielt und geguckt wird. Und da ist es ja so naheliegend, dass ich mir ein Foto wünsche aus einer Bar/Kneipe, in der eines der EM-Spiele mit deutscher Beteiligung läuft - am besten mit jubelnden Madagassen als Zuschauer und nicht in der Lobby einer internationalen Hotelkette."

Einsendeschluss für die Mail war Donnerstag, 10. Juli, also genau der Tag, an dem Deutschland gegen Frankreich im Halbfinale antrat – und natürlich überlegten die beiden Reisenden schon den ganzen Tag auf ihrer Fahrt durch Madagaskar, wo sie das Spiel wohl verfolgen können.Ihr Fahrer Eddy – auf Madagaskar sind sie mit einem Auto mit Fahrer unterwegs, weil die Straßen hier sehr sehr schlecht sind und man sich wirklich gut auskennen muss – ist sich ganz sicher, dass das kleine Hotel für diesen Abend einen Fernseher hat und sie dort das Spiel anschauen können. Und wie alle Madagassen, die man an diesem Tag auf das Thema Fußball anspricht, unterstützt er die deutsche Mannschaft. Natürlich auch ein wenig, weil die beiden Deutschen das gerne hören. Aber viel mehr noch, weil die Franzosen hier als ehemalige Kolonialmacht kein hohes Ansehen genießen und eine Niederlage der französischen Mannschaft eine kleine Genugtuung wäre. Nun ja, es sollte anders kommen...

Auch wenn das Land zu klein ist, um bei einem großen Turnier mitzuspielen: Die Menschen sind absolut Fußballbegeistert, gespielt wird überall. © Elke Zapf


Und auch für Elke Zapf und ihren Mann kam es anders als gedacht, denn ihre Unterkunft an diesem Abend war – wie auf Madagaskar durchaus üblich – ziemlich schlicht und hatte weder Fernseher noch WLAN für einen Liveticker. Auch in der Umgebung fanden sie keinen solchen „Luxus“, der für uns in Deutschland so selbstverständlich ist. Hinzu kommt: Überall wird hier von 21 Uhr abends bis 7 Uhr am nächsten Morgen der Strom abgeschaltet, der über einen Dieselgenerator erzeugt wird. Durch die Zeitverschiebung wäre das Spiel erst um 22 Uhr übertragen worden – also selbst mit Fernseher viel zu spät.

So mussten sie bis zum nächsten Morgen warten, um das Ausscheiden der deutschen Mannschaft mitzubekommen. Anders als viele in der Heimat hatten sie also eine gute und ruhige Nacht, aber einen schlechten Start in den Morgen.

Abends kamen sie dann übrigens in Ifaty an, ein kleiner Ort an der Südwestküste von Madagaskar – und am Strand spielen die madagassischen Jungs Fußball und sagen, dass sie im Endspiel den Portugiesen die Daumen drücken. Es hat geholfen, wie wir inzwischen wissen.

Elke Zapfs Weltreise im Blog:
www.weltreise-logbuch.de

nie

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Reise