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Urlaubsplanung wackelt? Abwarten, stornieren oder umbuchen - das sind die Vor- und Nachteile

Wieder und wieder mussten wir Urlaub schieben oder stornieren - 30.04.2021 14:23 Uhr

Ein Pool unter Palmen auf Mauritius. Wer schon gebucht hat, muss eventuell zittern. Die Einreise ist derzeit nicht erlaubt.

28.04.2021 © Matthias Niese


Hunderttausende Urlaubswillige schreiben derzeit ihre Pläne für die Pfingstferien ab, denn während sie etwa auf einige Mittelmeerinseln fliegen könnten, werden eigentlich banale Auroreisen über Grenzen wegen nach wie vor zu hoher Inzidenzwerte und drohender Quarantäne ab Ende Mai kaum möglich sein.

Und schon schauen sie ängstlich auf die Sommersaison. Denn viele hatten bereits im vergangenen Jahr einen Urlaub gebucht und den dann teils wiederholt verschoben, umgebucht oder abgesagt. Klappt es diesmal? Und wenn nicht, was dann? Für alle, die ihre schon bezahlte Reise coronabedingt vor sich herschieben, geben wir Antworten auf die wichtigsten Fragen.


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Kann ich diesen Sommer reisen?

Das wüssten alle gern. Die Veranstalter bieten zwar ab Mitte Mai zu allen gängigen Zielen Flugpauschalreisen an. Aber manche Feriengebiete sind noch geschlossen (in großen Teilen etwa Portugal) oder verlangen Quarantäne (Mauritius, Thailand). Andere freuen sich zwar auf Gäste (Festlands-Griechenland, Kroatien, Türkei), stehen aber auf der Risikoliste des Auswärtigen Amts: Quarantäne nach der Rückkehr in Deutschland.

Selbst bei Zielen, die aktuell frei bereisbar sind (darunter Mallorca oder die Dominikanische Republik), weiß niemand, ob das bis zum Sommer so bleibt. Steigen die Infektionszahlen womöglich sprunghaft an? Wird das Urlaubsland kurz vor Abreise zum Risikogebiet erklärt? Dann kann man immerhin ein weiteres Mal umbuchen, denn wenn eine Reisewarnung vorliegt, ist eine gebührenfreie Umbuchung in den allermeisten Fällen möglich. Wer also flexibel ist, der wird wahrscheinlich schon etwas finden.

Lieber nochmal umbuchen?

Noch ist die Unsicherheit groß. Da erscheint es vielen Familien erstrebenswert, erst noch einmal umzubuchen auf einen späteren Zeitpunkt am Ende des Sommers, der ihnen vielversprechender erscheint. Das ist auch durchaus möglich.


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"Es gibt generell keine Beschränkungen, wie oft eine Reise umgebucht werden darf. Und derzeit zeigen sich viele Reiseveranstalter sehr kulant, wenn es um ein erneutes Umbuchen geht", weiß Christoph Heinzmann, Tourismusexperte beim Ferienportal HolidayCheck. Wer allerdings jetzt bereits auf September umbucht, nimmt sich die Chance, eine vielleicht inzidenzarme Zeit im Juli mitzunehmen.

Sollte man einfach abwarten?

So unübersichtlich, wie die Lage momentan ist, neigt mancher dazu, statt der Umbuchung einer Pauschalreise erst mal gar nichts zu tun. Bei weiter entfernten Reiseterminen macht das auch Sinn. Aber fünf bis sechs Wochen vor der geplanten Abreise wird es dann doch Zeit für eine Entscheidung.

Denn vier Wochen vor Abreise beginnen bei den meisten Veranstaltern die Stornostaffeln. Je später die Absage, desto höher die Kosten, wenn man dann doch nicht reisen will. Zudem ist die Restzahlung bei Pauschalreisen in der Regel vier Wochen vor Abreise fällig.

Ist gleich stornieren billiger?

Der harte Schnitt kostet in aller Regel Geld. Wieviel, steht in den AGB des jeweiligen Reiseveranstalters. Tui verlangt üblicherweise bei Storno bis 30 Tage vor Abflug 25 Prozent des Reisepreises. Echt ärgerlich wäre es dann allerdings, wenn zum Reisezeitpunkt das Ziel einer Reisewarnung unterliegt und der Veranstalter kostenfreies Storno anbieten muss.

Trotzdem kann sich die frühe Storno-Entscheidung lohnen: Der Stress ist weg, und beim nächsten Mal bucht man vielleicht einen Flex-Tarif mit kostenloser Stornierung bis 14 Tage vor Abflug. Eine Alternative für alle, die vom Vorjahr noch einen Gutschein oder ein Guthaben besitzen, ist, einfach zu warten. Denn diese Gutscheine müssen zum 31.12.2021 ausbezahlt werden.

Darf ich trotz Reisewarnung reisen?

Reisewarnungen sind noch kein Reiseverbot. Und so bieten viele Veranstalter Pauschalreisen auch zu Zielen an, vor denen das Auswärtige Amt warnt. Die Infektionszahlen dort sind in den Ferienzielen schließlich oft deutlich niedriger als bei uns. Und der Veranstalter hat weiterhin "die Pflicht zur mangelfreien Durchführung der Reise gegenüber dem Kunden", so Reiseprofi Christoph Heinzmann.

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23.04.2021 © imago/Westend61, NNZ


Die Pflichtquarantäne in Deutschland nach der Rückkehr vom Urlaub kann allerdings auch der beste Veranstalter nicht verhindern. Ein Recht zum Storno, wenn man es sich anders überlegt, ist umstritten. Der Reiserechtler Ernst Führich verneint zum Beispiel ein kostenloses Stornorecht, wenn die Reisewarnung zum Buchungszeitpunkt schon bestand. Wer gezielt ein Risikogebiet bucht, sollte sich also sicher sein.


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Wie teuer ist eine Umbuchung?

Da kann es beim Umbuchen ein böses Erwachen geben. Generell gilt nämlich: Reisen werden immer zum aktuellen Tagespreis umgebucht. Wer vergangenes Ostern schnell noch ins kurzfristig geöffnete Mallorca wollte, zahlte deutlich mehr als eine Woche vorher für dieselbe Leistung. Ist die Reise dagegen mal (um-)gebucht, kann der Veranstalter im Nachhinein nur in sehr engen Grenzen Geld nachfordern. Das Gleiche gilt aber auch andersherum für den Urlauber: Wenn die Reise im Verlauf der Zeit günstiger wird, dann hat er nichts mehr davon.

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Wer eine Pauschalreise umbuchen will, ist nicht auf das ursprünglich gebuchte Reiseziel festgelegt. Innerhalb des Veranstalterangebots kann er in der Regel frei wählen. Ein Wechsel zu einem coronamäßig günstigeren Ferienziel ist daher meist kein Problem.

Eine Pauschalreise muss es allerdings stets bleiben. Auch der Wechsel zu einem anderen Reiseanbieter ist ausgeschlossen. Das gilt oft sogar für andere Veranstaltermarken innerhalb eines Konzerns.

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Greift die Reiseversicherung?

Wer sich aktuell für eine Pauschalflugreise entscheidet, braucht eine Versicherung. Eigentlich sogar drei: Auslandskranken-, Reiserücktritt- und Reiseabbruchversicherung. Die meisten Umbucher haben die ja auch noch vom vergangenen Sommer. Allerdings hat sich in der Zwischenzeit herausgestellt: Viele Versicherer haben in den AGB das Risiko einer Pandemie ausgeschlossen. In solchen Fällen raten die Fachleute dringend zum Abschluss einer ergänzenden Covid-Versicherung. Die schützt zum Beispiel, wenn man vor der Reise in Quarantäne muss.

Wichtig: Solche Reiseversicherungen lassen sich nur bei oder kurz nach der (Um-)buchung abschließen. Eine umfangreiche Übersicht, welche Anbieter welche Corona-Leistungen inkludiert haben, gibt es von der Stiftung Warentest (Finanztest Heft 1/21).

Hans-Werner Rodrian

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