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Verloren geht hier niemand

Das irische Dublin besticht mit wohligem Kleinstadtcharme - 29.07.2016 18:00 Uhr

Die Ha’penny Bridge ist eine der Brücken, die mitten in Dublin den Liffey überspannen. Sie ist ausschließlich Fußgängern vorbehalten. © Lucian Milasan - Fotolia


Obwohl dort über eine halbe Million Menschen leben, besticht Dublin mit wohligem Kleinstadtcharme und ist deshalb mit keiner anderen europäischen Metropole zu vergleichen. Die Häuser sind bunt, keine Straße ähnelt der nächsten, Hochhäuser sind selten zu sehen. Spätestens nach zwei Tagen finden sich Besucher auch ohne Hilfsmittel zurecht. Und falls nicht – einfach fragen. Selbst zu später Stunde verraten die Iren verloren gegangenen Touristen gerne den schnellsten Weg ans Wunschziel – immer mit dem Hinweis, im Bus stets passend zu bezahlen, da man hier vergeblich auf sein Rückgeld wartet.

Im Stadtzentrum ist die O’Connell Bridge ein idealer Dreh- und Angelpunkt, von dem aus alle Highlights schnell zu erreichen sind. Die Brücke überquert den Fluss Liffey, der Dublin in eine Nord- und eine Südhälfte teilt.

Der Liffey dient auch als Orientierungshilfe und ist garantierter Bestandteil jeder Wegbeschreibung der Einheimischen. Vor allem nachts ist das Schlendern entlang der Flusspromenade ein Erlebnis, wenn sich alle Lichter im Wasser spiegeln und Dublin die Magie verleihen, die den Reisenden im Sightseeing-Stress tagsüber vielleicht entgeht.

Von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hetzen ist in der irischen Hauptstadt ohnehin die falsche Strategie. Bei einem entspannten Spaziergang kann man sich auf die Spuren von Dublins Dichter und Denkern begeben: Die Oscar Wilde Statue im Merrion Square Park besuchen, oder das Abbild von James Joyce im St. Stephen’s Green. Das Vermächtnis von Dublins größten Berühmtheiten ist in der ganzen Stadt verteilt, es gilt nur, es aufzuspüren.

Wer mehr über die Helden und historischen Wendepunkte der Stadt erfahren möchte, sollte sich einer der zahlreichen Führungen anschließen – am besten immer mit einem Regenschirm im Gepäck. Die Guides führen Besuchergruppen unter anderem zum Trinity College, der St. Patrick`s Cathedral und dem Dublin Castle. Mit Witz, Charme und einer geballten Ladung Wissen machen sie die Tour – selbst im strömenden Regen – zu einem spannenden Abenteuer durch die Geschichte.

Der Clou dabei: Gezahlt wird nach der Führung und jeder gibt, was er möchte. Die Guides haben oftmals keine festen Route, sondern passen die Stationen an die Interessen der Gruppe an. Ein Muss gibt es jedoch: Die Mittagspause im Pub. Bei Fingerfood und dem ersten Guiness des Tages lernen sich die Weggefährten besser kennen und genießen einmal mehr den Irish Way of Life.

Ein kühles Guiness und eine tolle Stadt - das sind die Argumente für einen Besuch in Dublin. © Theresa Dennerlein


Damit geht es dann abends weiter, egal ob Wochenende oder nicht. Die Dubliner treffen sich nach der Arbeit gern mit ihren Kollegen im Pub, dem zweiten Wohnzimmer der Iren. Dort tauschen sie Neuigkeiten aus, treffen Freunde und lassen den Tag ausklingen.

Der Bezirk Temple Bar gilt als Party- und Kulturzentrum der Stadt, und damit leider auch als Touristenviertel. Wer nicht zu viel für sein Guiness zahlen will und sich lieber unter die Einheimischen mischt, der sucht besser etwas abseits des großen Getümmels, in den kleineren Gassen des Bezirks. In jedem Fall sollte die Wahl auf eine Kneipe mit Live-Musik fallen. Meist sind es nur zwei oder drei Musiker, die, mit nichts als einer Gitarre und einer Fidel, den Pub zum Kochen bringen. Dabei schmettern sie immer wieder die selben alten Lieder, die alle von den Stühlen reißen. Selbst als Nicht-Ire kann man die wichtigsten Zeilen bald auswendig.

Am nächsten Tag mildert ein Full Irish Breakfast mit Eiern, Bohnen, Speck und Würstchen den Kater und stärkt für die nächste Runde Sightseeing. Hinter der Ursache der morgendlichen Kopfschmerzen steckt natürlich auch, wie könnte es anders sein, eine Geschichte.

Um sie zu erfahren, ist ein Stopp im Guiness Storehouse Pflicht. Das Museum, das in der früheren original Guiness-Brauerei eingerichtet wurde, weiht seine Besucher in die Geheimnisse des dunklen Bieres und seines Erfinders Arthur Guiness ein. Wie wird es gebraut? Wie zapft man es richtig? Am Ende kann man hoch oben über den Dächern in der rundum verglasten „Gravity Bar“ den Ausblick bei einem Guiness genießen. Für Whiskey-Liebhaber steht ein passendes Pendant zur Verfügung: Die Old Jameson Distillery.

Informationen:

www.dublin.de

www.visitdublin.com

www.ireland.com

 

Theresa Dennerlein

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