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Wie gemacht für tolle Bilder: Die Azoren leuchten anders

Bei einer Fotoreise auf die Insel San Miguel schulen Touristen ihren Blick - 16.05.2015 17:09 Uhr

Typisch für die Atlantikinseln sind die knallbunten blühenden Sträucher, hier an der Nordküste San Miguels. © Matthias Niese


Schlotternd steht der Tourist in Bademantel und Schläppchen vor dem dampfenden Becken, während die Vögel zwitschernd den noch kühlen Tag begrüßen. San Miguel, die größte Insel der Azoren, erwacht langsam, doch die Neuankömmlinge vom Kontinent sind wegen des Jetlags schon hellwach. Und so steigen sie morgens um sechs in Europas größtes künstliches Thermalwasserbecken und nehmen ein Bad.

Sie treiben in dem 30 Grad warmen Wasser auf dem Rücken, drehen eine Runde um das Inselchen im Becken oder lassen sich von der Fontäne den Rücken massieren.

"An kaum einem Ort in Europa kann man so tolle Fotos schießen wie auf den Azoren", sagt Fotograf Oliver Ostermayer. © Matthias Niese


Das Wasser sprudelt heiß aus der Erde, denn die Azoren sind eigentlich die Bergspitzen von Vulkanen, die sich zwischen Europa und Amerika ein Stück weit aus dem Atlantik heben.

Was für ein Fotomotiv: Dampf steht über dem Wasser, das Licht einiger Lampen bricht sich darin, während die Morgendämmerung den Himmel über dem Terra Nostra Park mit all seinen exotischen Bäumen in ein tiefdunkles Blau und später in kräftiges Violett taucht. Wolkenfetzen ziehen über die Berge im Tal von Furnas, das inmitten eines erloschenen Vulkankegels liegt.

Anleitung von Foto-Profis für die Amateure

„An kaum einem Ort in Europa kann man so tolle Fotos schießen wie auf den Azoren“, sagt Oliver Ostermayer. Der Fotograf begleitet spezielle Fotoreisen, auf denen ambitionierte Amateure unter Anleitung von Profis ihren Blick fürs Motiv schulen und Tipps bekommen, wie man mit kreativen Einstellungen mehr aus der Kamera herausholt als nur geknipste Bilder.

Das Licht ändert sich fast im Minutentakt, denn vom Atlantik ziehen ständig neue Wolkenfelder herein. Leichter Regen wechselt sich mit Sonnenschein ab, dazwischen spannt sich manchmal auch ein Regenbogen vom Meer über weiße Dörfer in die grünen Berge.

Bilderstrecke zum Thema

Die Azoren stehen Fotomodell

Wer endlich mehr möchte als nur knipsen, kann auf speziellen Fotoreisen unter Anleitung eines Profis sein Auge schulen. Außerdem lernt man Tricks, mehr aus der eigenen Kamera herauszuholen.


Wer die Hügel auf Serpentinen durchfährt, wähnt sich mancherorts im Allgäu. Der Vulkanboden ist fruchtbar, es regnet viel, das Klima ist mild, die Wiesen auf den Hängen der Vulkane sind sattgrün, überall strecken sich bunte Blüten ins Bild. Alleine auf San Miguel stehen 200 000 Kühe auf den Weiden und geben die Milch für Käsespezialitäten und den cremigen Frischkäse, der auf keinem azorianischen Frühstücksbuffet fehlen darf.

Die Hügel sind das Tor zu den Vulkanseen von Sete Ciudades oder zum Feuersee. Mit dem Jeep umrundet man sie auf dem Grat des Vulkans und möchte gar nicht daran denken, was passiert, wenn der Fahrer nur ein wenig das Lenkrad verreißt — hunderte Meter geht es rechts und links bergab. Trotzdem brettert einmal im Jahr auf dieser Höllenstrecke die Elite des Rallyesports um die Wette.

Fischiger Atem, den man gern riecht

Der Fotografentrupp wird hingegen am nächsten Morgen von brettharten Wellen durchgestaucht. Mit der Kraft zweier Außenbordmotoren rast das Schlauchboot zwölf Kilometer weit gegen die Brandung an.

Volltreffer mit Tele-Objektiv: Vor Ponta Delgada springen die Delfine. © Matthias Niese


Vor der Küste fressen sich Blau-, Finn- oder Pottwale in den Krill- und Fischgründen der Azoren voll. Nach ihren Tauchgängen kommen sie für ein paar Minuten kurz an die Oberfläche und stoßen in Fontänen ihren fischigen Atem fauchend in die Luft — ist man nah genug, riecht man ihn sogar im Boot.

Spähposten an Land funken den Skipper an und sagen, wo wieder eine Finne aus dem Wasser schaut. Sofort nimmt das Boot mit Volldampf Kurs auf die nächsten Tiere. Meist bekommen die Bootsinsassen nur ein Stück vom Buckel der Wale zu sehen, beim Betrachten ihrer Fotos sind sie dann etwas enttäuscht. Viel einfacher lassen sich die Delfine ablichten, die mit dem Besuch zu spielen scheinen und voller Lebensfreude um die Boote springen.

Mit welcher Kamera-Ausstattung sie sich für die nächste Reise gut rüsten, lesen sie hier.

Fotoreisen für Hobbyfotografen

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Die Azoren bieten Fotografen tolle Motive. © Niese


Hobbyfotografen, die im Urlaub ihre Technik und ihr Auge schulen möchten, finden im aktuellen Kooperationskatalog „Kultur- und Erlebnisreisen“ von Thomas Cook und Tour Vital jetzt erstmals auch Fotoreisen. Mit Nordindien, der amerikanischen Westküste und den Azoren stehen zunächst drei attraktive Ziele zur Auswahl.

Ein mitreisender Profi-Fotograf gibt während ausgiebiger Stopps Tipps zur Motivsuche, beantwortet technische Fragen und bespricht die entstandenen Bilder mit den Urlaubern. So führt beispielsweise die 17-tägige Rundreise „Glanzlichter Indiens“ kleine Gruppen von zehn bis 25 Teilnehmern ins farbenprächtige Nordindien: Von Delhi aus geht es nach Rajasthan und Uttar Pradesh mit Stopps in Jaipur, Mathura, am Taj Mahal in Agra oder Varanasi. Die Reise öffnet Hobbyfotografen die Augen für spannende Landschafts-, Menschen-, Tier- und Naturaufnahmen.

Dabei ist sie so konzipiert, dass die schönsten Motive im günstigen Licht am Morgen oder Abend fotografiert werden können. 17-tägige Rundreise im Oktober oder November 2015 inklusive Nonstop-Linienflug ab/bis Deutschland, Übernachtung in ausgesuchten Mittelklasse- und Vier-Sterne-Hotels, zumeist Halbpension sowie Transfers im klimatisierten Reisebus ab 2.099 Euro pro Person.

Als kürzere Schnuppertour präsentiert sich die achttägige Azoren-Reise „Fotoparadies für Entdecker“ – hier stehen vor allem bizarre Vulkanlandschaften und Kraterseen, Wasserfälle sowie Wale und Delfine im Vordergrund.

Acht Tage Rundreise im Mai oder August 2015 inklusive Nonstop-Flug ab/bis Deutschland, Übernachtung in guten Mittelklasse- und Vier-Sterne-Hotels mit Halbpension ab 1.379 Euro pro Person. Wer mag, kann eine einwöchige Verlängerung in Ponta Delgada dazu buchen.

Thomas Cook-Angebote sind buchbar in allen Reisebüros mit Thomas Cook-Agentur, unter www.thomascook.de sowie bei angebundenen Internet-Portalen und beim Thomas Cook-Kundenservice unter 0234 / 96103 5217.

 

Matthias Niese E-Mail

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