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„Spiel-Hölle“ ist die beste Losbude

Jury aus Volksfestbesuchern bewertete unter anderem Freundlichkeit und Optik - 05.09.2012

25 Cent kostet ein Los in der „Spiel-Hölle“ von Beatrice Krug. Ein möglicher Preis ist das Schaf in ihrem Arm. © Fengler


An einem normalen Volksfesttag ist Hans Dreyer zwölf Stunden an seinem Stand, der „Spiel-Hölle“. Er verkauft Lose und verteilt Gewinne: Bleistifte, Glücksbärchen, Halma-Spiele. Heute hält Dreyer eine Urkunde in der Hand und deutet auf den schmalen Gang vor der Auslage mit den Preisen. „Da kommt die dann auch hin“, sagt er und lacht.

Damit die Auszeichnung des besten Betriebs unabhängig vergeben wird, bestand die Jury aus normalen Volksfestbesuchern. Sie bewerteten etwa die Freundlichkeit des Personals und die Optik der Stände. „Wir selbst kennen die Jury gar nicht, das lief alles über einen Mittelsmann“, sagt Rudi Bergmann, der Zweite Vorsitzende des Schaustellerverbands. Dieser legte nur die Sparte fest, in der ein Betrieb ausgezeichnet wird. Es soll kein Klüngel-Verdacht aufkommen.

Kleine Schaustellerwelt

Denn die Schaustellerwelt ist klein: Während Dreyer in der „Spiel-Hölle“ Lose zu je 25 Cent anbietet, können Kinder nur einige Meter weiter im Stand seiner Verlobten nach Enten angeln. Gehen sie danach Autoscooter fahren, treffen sie womöglich auf Krugs Eltern. Sie sind ebenfalls in Nürnberg mit dabei. „Seit ich geboren bin, war ich auf dem Volksfest“, sagt Krug. Ihr Verlobter Dreyer, ebenfalls Schaustellerkind, mag es am liebsten, wenn er abends „mit den jungen Leuten Gaudi machen“ kann. Dann bietet er Gewinnern manchmal einen Würfel mit aufgemalten Kamasutra-Stellungen an. Er sagt: „Mir macht’s Spaß, wenn’s den Leuten Spaß macht.“ 

luk

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