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Gefährliche SMS: Statt Paket hoher Schaden

Üble Masche Krimineller: Beim Anklicken eines Links entwickelt das Smartphone teures Eigenleben - 19.04.2021 20:13 Uhr

Finger weg: Wer aktuell solche oder ähnliche SMS auf sein Smartphone bekommt, löscht sie besser sofort und klickt keinesfalls auf Links. Dies könnte allerlei unerwünschte Folgen haben.

19.04.2021 © Foto: Till Simon Nagel/dpa


"Smishing" nennt man diesen Versuch einer Abzocke – eine Mischung aus SMS und Phishing. Hierbei wollen Kriminelle Daten abgreifen, um sich daran zu bereichern oder anderweitigen Schaden zu verursachen. Klickt man auf die mit der SMS mitgeschickten Links, kommt man auf gefälschte Webseiten – mit wahrscheinlich fatalen Folgen.

Klick mit unabsehbaren Folgen

In der SMS an die beiden Treuchtlinger war jeweils davon die Rede, dass ein Paket an sie unterwegs sei. Der Nachricht beigefügt war der bereits erwähnte Link, mit dem man angebliche weitere Informationen bezüglich des vermeintlichen Pakets erlangen könne. Tatsächlich würde das Anklicken des Internet-Links unabsehbare Folgen auslösen.

Seit einigen Wochen bereits kursieren im gesamten Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen diese sogenannte Smishings, wie vor Kurzem die Polizei Weißenburg mitgeteilt hat. Es seien massenhaft Nachrichten per SMS versandt worden, die behaupteten, für den Empfänger sei ein Paket unterwegs. Über den beigefügten Link könne die Sendung überprüft werden. "Wer allerdings einen solchen Link öffnet, installiert gleichzeitig eine Malware, die das Smartphone mutmaßlich umfassend ausliest, manipuliert oder Daten abgreift. Über die Malware wird dann beispielsweise eine Bestellung vorgenommen oder es werden Telefonkosten produziert", so die Warnung der Weißenburger Polizei.

Aus Tapfheim ist beispielsweise ein Fall bekannt, bei dem durch eine betrügerische SMS schließlich ein Schaden von rund 500 Euro ausgelöst worden ist.

2000 SMS versandt

Eine 18-Jährige hatte einen Link per SMS erhalten, der den Lieferstatus eines Pakets betraf. Da die junge Frau tatsächlich ein Paket erwartete, klickte sie den Link an. Daraufhin wurden von ihrem Handy über 2000 SMS an fremde Personen versandt. Da die Tapfheimerin keine Flatrate abgeschlossen hatte, entstanden auf einen Schlag Kosten von circa 500 Euro. Die Polizeiinspektion in Donauwörth leitete Ermittlungen ein.

Durch die eigentlich unabsichtlich heruntergeladene Schadsoftware kann unter anderem eine sogenannte "Prozesskette" in Gang gesetzt werden, wie dies im Fall der jungen Frau aus Tapfheim geschehen ist. Ihre sämtlichen Handy-Kontakte erhielten deshalb SMS quasi wie bei einem "Schneeballsystem".

Zwischenzeitlich ist auch bekannt, dass die unbekannten Täter ihre Technik verfeinert haben. Die unbemerkt auf dem Smartphone installierte Schadsoftware ist in der Lage, die Vornamen der im Handy gespeicherten Kontakte auszulesen, um die dann weiter versandten SMS praktisch zu personalisieren. Dadurch wirken die SMS fatalerweise noch vertrauenswürdiger.

tk

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