Kaderplanung beim HC Erlangen

Geht Overby? Bleibt Ziemer? HCE-Sportdirektor Alonso zu den aktuellen Vertragsverhandlungen

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 28.09.16..FOTO: Michael Matejka MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait - Sportredakteur Sebastian Gloser ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Sebastian Gloser

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9.11.2021, 16:20 Uhr

"Es geht nicht immer nur um Neuzugänge, sondern auch darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die aktuellen Spieler entwickeln können": Raúl Alonso hat noch einige Vertragsverhandlungen vor sich. © Sportfoto Zink / Oliver Gold, NN

Die Handballer des HC Erlangen durften es in der vergangenen Woche etwas ruhiger angehen lassen, für den Sportdirektor war die Länderspielpause dagegen eine intensive Zeit. Wann man über neue Verpflichtungen oder Vertragsverlängerungen nachdenkt? Am besten "losgelöst von Emotionen" - und deshalb losgelöst vom aktuellen Spielbetrieb, hat Raúl Alonso kürzlich gesagt. Direkt nach Siegen oder Niederlagen würde das Entscheidungen vielleicht zu sehr beeinflussen.

Vor zwei Wochen war er in Skandinavien unterwegs, um potenzielle Neuzugänge zu beobachten, um mit den Spielern und ihren Beratern zu sprechen. Die Mannschaft für die Saison 2022/23 steht zwar bereits in großen Teilen, aber natürlich versucht Alonso auch schon weiter zu denken und Baustellen gibt es im Sport ja sowieso immer. Wobei er das Wort "Baustellen" nicht mag. "Das klingt so, als hätten wir Probleme", sagt er und spricht lieber von "Entscheidungen, die für die Zukunft getroffen werden müssen".

Ist Overby noch zu halten?

Auf mindestens drei Positionen muss der HCE noch in dieser Spielzeit Entscheidungen treffen, wahrscheinlich kommt auch noch eine vierte dazu. Seit vergangenem Jahr halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass sich Kreisläufer Petter Overby dem Spitzenklub THW Kiel anschließen könnte, gut möglich, dass sie in Erlangen Ersatz brauchen für ihren Abwehrchef. "Das ist eine schwebende Personalie, zu der ich im Moment nichts sagen kann", sagt Alonso, der natürlich ahnt, dass es nicht ganz leicht werden dürfte, adäquaten Ersatz für den norwegischen Nationalspieler zu finden.

Die weiteren Baustellen, pardon, Entscheidungen, die getroffen werden müssen, drehen sich um die Torhüterposition, den Rückraum Mitte und die Linksaußen.

Nach anspruchsvollen, am Ende aber erfolgreichen Gesprächen mit Klemen Ferlin ist klar, wer auch in den kommenden Jahren die Nummer eins zwischen den Pfosten ist. Die Frage ist jetzt: Wer gibt sich mit der Rolle als Nummer zwei zufrieden und ist trotzdem so gut, dass kein Einbruch der Fangquote zu befürchten ist, wenn Ferlin einmal ausfällt oder keinen guten Tag erwischt. Der Vertrag von Martin Ziemer läuft aus, auch der des dritten Torhüters Janis Boieck, es geht weniger darum, hier den Konkurrenzkampf zu befeuern, sondern um ein harmonisches Miteinander.

"Wir wissen, was wir an ihm haben", sagt Alonso

"Wir wissen, was wir an ihm haben", sagt Alonso über Ziemer, "und auch, dass es nicht leicht ist, die Rolle in dieser Qualität auszuführen." Gegen Magdeburg zeigte Ziemer zuletzt wieder einmal, dass er keine große Anlaufzeit braucht, selbst wenn er vorher lange auf der Bank gesessen hat, allerdings ist er Ende der Saison bereits 39 Jahre alt. "Wir können uns eine weitere Zusammenarbeit gut vorstellen, aber natürlich gibt es auch die Möglichkeit, sich strategisch anders aufzustellen", hält sich Alonso im Ungefähren.

So ähnlich ist das auch bei den anderen Kandidaten, deren Verträge auslaufen. Die entscheidenden Gespräche stehen hier noch aus, auch weil man beim HCE glaubt, genügend Zeit zu haben. Bei Christopher Bissel geht die Entwicklung stetig nach oben, außerdem ist er "HCE pur, eine Identifikationsfigur", wie es Alonso formuliert, die Frage ist nur, ob der Linksaußen die zwei anspruchsvollen Aufgaben Handball-Bundesliga und Jurastudium weiter verbinden kann und will. Max Jaeger, sein Vertreter, hatte in den vergangenen Monaten vor allem mit den Folgen der Corona-Infektion zu kämpfen. "Im Moment ist die Priorität, dass Max kerngesund ist und auch bleibt", kommentiert Alonso die Personalie. Dass mit Yannik Bialowas einer aus der zweiten Mannschaft mit den Hufen scharrt, dürfte natürlich weder Alonso noch Jaeger entgangen sein.

Das Thema Rückraum Mitte

Und dann ist da noch das Thema Rückraum Mitte. Der Vertrag von Nico Büdel läuft aus, beim HCE kennt man seine Stärken und Schwächen, eine tiefergehende Analyse braucht es hier eher nicht mehr. Die Frage wird sein, wie gut sich Neuzugang Patrik Leban hier integriert, welchen Spielertyp die Mannschaft als Pendant braucht - und welche Namen man sich auf der Position mittelfristig leisten kann. Wobei, das ist Alonso schon auch wichtig: "Es geht nicht immer nur um Neuzugänge, sondern auch darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die aktuellen Spieler entwickeln können."

Ein Sieg am Donnerstag (19.05 Uhr/Sky) gegen Balingen-Weilstetten wäre, ausnahmsweise ganz kurzfristig gedacht, dieser Atmosphäre sehr zuträglich.

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