Mittwoch, 14.04.2021

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Gelbe Gießkannen fürs Totengräberhaus

Fünftägiges Kirchweihtreiben in Wöhrd mit Spendenaktion — Buntes Programm — Feuerwerk zum Ausklang - 16.08.2016 17:16 Uhr

„Die Rettung startet jetzt“: Hannes Ostermayer ruft vorm Totengräberhaus zur Spendenaktion auf.

16.08.2016 © Foto: Horst Linke


„Willkommen bei unserer Rettungsaktion“, sagt Pfarrer Hannes Ostermayer von der evangelischen Bartholomäus-Gemeinde und schwenkt eine gelbe Gießkanne. Sie werden auf der Kärwa, die der Stadtteil vom 19. bis zum 23. August feiert, für 10 Euro verkauft. Der Erlös kommt dem im Jahr 1529 errichteten Friedhofswärterhaus zugute, es ist das älteste Gebäude in Wöhrd.

Ein langer Weg

Ostermayer geht davon aus, dass die Sanierungsarbeiten im Herbst beginnen. Die Ausschreibungen laufen und Friedhofspflegerin Hanna Kabuschat ist bereits ausgezogen; sie ist in den nächsten zwei Jahren in der Hohfederstraße 69/Ecke Fichtestraße anzutreffen. Auch gibt es einen kleinen Blumenstand auf dem Friedhof.

Das alte Gebäude steht also leer, „wir sind bereit“, kündigt der Pfarrer an. Wie berichtet, haben sich die Planungen und die Frage der Finanzierung jahrelang hingezogen. Der Pfarrer will nun die Arbeiten vorantreiben, nicht zuletzt weil er im Januar 2017 seinen aktiven Dienst in der Gemeinde beendet. „Ich möchte vorher unbedingt die ersten Schritte einleiten“, so Ostermayer.

Dazu gehört im Vorfeld auch die Gießkannenaktion: „Die Rettung startet jetzt. Ihre Unterstützung hilft“ — so heißt es auf den Flyern. Denn die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf stolze 626 000 Euro. Knapp die Hälfte der Summe kommt vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege aus dem Entschädigungsfonds. Für die Differenz greift die Gemeinde auf Rücklagen zurück und setzt auf private Spenden und Sponsoren. Ostermayer: „Wir haben uns das Ziel gesetzt, 150 000 Euro zusammenzubekommen“

Und so begrüßt der Pfarrer am Kirchweih-Samstag die Besucher am Totengräberhaus, das beauftragte Architektenbüro informiert über die anstehenden Arbeiten. Nach einem Gang über den Friedhof wird dann das neue Grabfeld „Psalmenweg“ der Gemeinde übergeben.

Die Kärwa, die am Freitag, 19. August, um 19 Uhr auf dem Festgelände am Nordufer des Wöhrder Sees (beim Sandstrand) mit dem Bieransticheröffnet wird, bietet ein buntes Programm. So lädt etwa der Vorstadtverein am Samstag um 17 Uhr in Anlehnung an die neue Broschüre „Wöhrd, die untergegangene Vorstadt“ zum Rundgang ein. Treffpunkt: Bartholomäuskirche am Weinickeplatz; es führt der Autor Daniel Gürtler.

Am Kirchweihsonntag ist ab 10 Uhr Regionalbischof i.R. Prior Christian Schmidt als Festprediger zu Gast. Er wird eine fränkische Kirchweihpredigt halten. Ebenfalls in St. Bartholomäus findet am gleichen Tag um 16 Uhr eine Geschichts- und Kirchenführung statt. Am Montag von 14 bis 17 Uhr auf dem Festgelände Seniorennachmittag, zum Ausklang am Dienstag spielt ab 19 Uhr die Band „Zefixx“. Mit dem großen Seefeuerwerk endet dann die Kirchweih.

CLAUDIA BEYER

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