TV-Produktion

Genial oder bemüht? Das sagen bekannte Nürnberger zu "1806 Die Nürnberg Saga"

30.12.2021, 17:52 Uhr

1806 - Die Nürnberg Saga: Moderatorin Kadda Gehret und Andreas Leopold Schadt (Rolle: Paul Wolfgang Merkel) bei den Dreharbeiten. © BR/Loopfilm GmbH, NN

Der Dreiteiler "1806 - Die Nürnberg Saga", gedreht an Originalschauplätzen, erzählt, wie es dazu kam, dass Nürnberg bayerisch wurde: Vom Niedergang der Freien Reichsstadt bis zum atemberaubenden Wiederaufstieg Nürnbergs zum industriellen Zentrum Bayerns. So fanden bekannte Nürnberger den Dreiteiler:

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König. © Stefan Hippel, NN

Marcus König, Nürnberger Oberbürgermeister: "Die Nürnberg-Saga rückt eine Zeit in den Mittelpunkt, die unsere Stadt bis heute prägt. Der Bayerische Rundfunk zeigt mit der Saga, dass nicht nur München und Oberbayern historisch bedeutsam sind – sondern auch unsere Noris eine spannende Geschichte hat und den Freistaat prägt. Mir hat der Dreiteiler sehr gut gefallen – ein tolles Format, inhaltlich tiefgehend, gleichzeitig unterhaltsam und anschaulich."

egionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern © Ralf Rödel, NN

Elisabeth Hann von Wehyern, Regionalbischöfin: "Das war ein super Projekt des BR. Ich habe wieder ein Stück Nürnberger Geschichte besser verstanden und viel gelernt. Ein klitzekleines Bisschen zur Geschichte der Kirche wäre auch interessant gewesen... Schauspielerisch war’s zwischendrin leider arg bemüht."

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Karl Freller, Vizepräsident des Bayerischen Landtags. © via www.imago-images.de, NN

Karl Freller, Landtagsabgeordneter (CSU) und Vize-Präsident des Bayerischen Landtags: "Ich habe nur einen Ausschnitt gesehen, den Part mit den Franzosen. Das habe ich sehr spannend gefunden. Bisher kann ich mich noch an keinen Film erinnern, der Nürnberger Stadtgeschichte so authentisch gezeigt hat. Historische Fakten einer breiten Masse zu öffnen ist nicht einfach – der Film könnte etwas dazu beigetragen haben. Ich fand es jedenfalls sehr gelungen. Was die Sprache betrifft: Auch wenn Franken gewollt Fränkisch sprechen, kann das ungewohnt sein."

Modelagentur-Chef und Veranstalter der "Miss Nürnberg"-Wahl: Christian Fischer © Fisher's House

Christian Fischer, Modelagentur-Chef und Veranstalter der "Miss Nürnberg"-Wahl: "Inhaltlich fand ich das mega interessant. Wie der Nürnberger Alltag zu der Zeit war, davon bekommt man ja sonst wenig mit. Das war wirklich spannend anzuschauen – auch wenn mir die fränkische Moderation zu gekünstelt vorkam. Der Film bewegt einen auch dazu, mal wieder eine Stadtführung in der eigenen Stadt mitzumachen."

Schauspielerin Luna Mittig. © Michael Matejka, NN

Luna Mittig, Schauspielerin und Museumspädagogin: "Eigentlich ein Pflichttermin. Neben dem ,Franken-Tatort’ und ,Macho Man 1-3’ gibt es ja nicht viele wirklich aufwändige regionale Produktionen, die es ins kollektive Bewusstsein der TV-Zuschauer schaffen. Fazit: g’wolld, aber net konnt! Die Idee an sich ist schön, sehr erfrischend vor allem die O-Töne der Beteiligten aus Museen und Sammlungen und der Mix zwischen Retrospektive, Moderation und Interviews. Allein, es fehlte der Pep. Zu oft wirkten Schauspieldialoge und Moderationen aufgesetzt, insbesondere, was den Lokalkolorit der Sprache betrifft. Einige löbliche Ausnahmen an Darsteller*innen können das Gesamtbild leider nicht retten. Sehr schön aber zumeist die Kostüme und Drehorte. Auch einige Figuren, die nicht so bekannt sind, zum Beispiel Paul Wolfgang Merkel, sind interessant."

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. © Sven Hoppe, NNZ

Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident, twitterte am Tag der Ausstrahlung: "Das ist für alle Geschichtsfans und selbstbewusste Franken spannend. Schön sind auch die vielen Panorama-Aufnahmen von Nürnberg und der Kaiserburg. Also Reinschauen lohnt sich."

Vizechefin der Nürnberger SPD und Historikerin: Kerstin Gardill © Roland Fengler

Kerstin Gardill, Vize-Vorsitzende der Nürnberger SPD und Historikerin: "Es wurde unaufgeregt Geschichte erzählt. An einzelnen Persönlichkeiten wie Tucher oder Cramer-Klett aufgemacht, mit persönlichem Drama. Damit kann man auch Menschen begeistern, die sich sonst nicht groß für Geschichte interessieren. Ich fand es einen großen Aufschlag und erhoffe mir, dass Nürnberg auch über die fränkischen Grenzen hinaus jetzt anders wahrgenommen wird. Der Franke neigt ja nicht dazu, sich aufzuplustern."

Kabarettist Matthias Egersdörfer. © Stephan Minx, NN

Kabarettist Matthias Egersdörfer, der im Film interviewt wird, zieht ein kurzes Fazit: "Man sieht Nürnberg sehr oft von oben. Ich bin danach gleich ins Germanische Nationalmuseum, weil ich nach dem Film da Lust drauf bekommen habe."

Karin Falkenberg, Leiterin des Spielzeugmuseums. © Eduard Weigert, NN

Karin Falkenberg, Leiterin des Spielzeugmuseums (auch sie kommt im Doku-Film vor): "Ich bin begeistert, dass Nürnberg so prall dargestellt wurde, wie es ist. Es gibt ja viele Dokus, aber das war eine geniale Idee. Es ist homemade, in der Region entstanden. Aus der Nabelschau sieht man manchmal besser, weil sich die Leute richtig auskennen. Die Authentizität gefällt mir. Und man merkte auch beim Dreh, dass es ein echtes Herzensprojekt war."

Zur Info: Das Doku-Drama ist noch bis Ende nächsten Jahres in der BR-Mediathek zu sehen.