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In Bus und Bahn für einen Euro täglich

Auch Fürth soll Söders Jahresticket für 365 Euro erhalten — Wann es kommt, ist offen - 16.11.2018 06:00 Uhr

Ein ganzes Jahr lang öffentlicher Nahverkehr für 365 Euro: Dieses Angebot – nach dem Vorbild der Stadt Wien – sollen bayerische Großstädte den ÖPNV-Kunden unterbreiten. © Foto: Winckler


Markus Söder hatte im September angekündigt, dass Bus- und Bahnfahrer in einigen Jahren nur noch 365 Euro für eine Jahreskarte zahlen müssen: und zwar in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Würzburg. Ihm zufolge soll das vergleichsweise günstige Ticket nach dem Vorbild der österreichischen Hauptstadt Wien den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) stärken und damit auch für bessere Luft in Bayerns Großstädten sorgen.

Kaum erklärbar

Der Name "Fürth" fiel in Söders Ankündigung zwar nicht, aber die Süddeutsche Zeitung berichtete schon vor zwei Monaten, dass in den fünf bayerischen Modellregionen nicht nur die "Einwohner in der Kernzone", sondern auch die Einpendler aus den Ballungszentren profitieren sollen. Tatsächlich wäre es aufgrund der räumlichen Nähe – beide Städte sind bekanntlich miteinander verwachsen – den Fürthern kaum zu erklären, dass die Nürnberger günstiger mit Bus und Bahn fahren.

Jetzt haben sowohl das Rathaus als auch die Fürther CSU fast zeitgleich per Pressemitteilung bekanntgegeben, dass auch die Kleeblattstadt in den Genuss des Jahrestickets für 365 Euro kommen soll. Die Pressestelle der Staatskanzlei schaffte es am Mittwoch leider nicht, dies – trotz einer frühzeitigen Anfrage dieser Zeitung – zu bestätigen. Obendrein blieb auch unsere Frage unbeantwortet, ob auch Landkreis-Bewohner das Ticket werden kaufen können. Im Fürther Rathaus jedenfalls begrüßt man Söders Vorhaben und den Umstand, dass die günstige Jahreskarte im Koalitionsvertrag zwischen CSU und Freien Wählern festgehalten wurde.

"An diesen Aussagen muss sich die neue Staatsregierung nun messen lassen. Ich gehe dabei von einer Einführung innerhalb der gerade gestarteten Legislaturperiode aus", sagt Rathauschef Thomas Jung – das würde bedeuten in den nächsten fünf Jahren. Dies werde Fürth gemeinsam mit den anderen Großstädten in Bayern konsequent einfordern.

"Attraktives Angebot"

Jung nennt die Jahreskarte ein "attraktives Angebot", das den ÖPNV "sinnvoll und zukunftsorientiert unterstützt". Allerdings weist der Rathauschef darauf hin, dass die Kommunen damit überfordert wären, die Vergünstigung aus den eigenen Haushalten zu finanzieren. Hilfe könnte aus Berlin kommen: Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister und Söders Parteifreund, hat angekündigt, das bayerische Vorhaben zu unterstützen – offenbar auch finanziell.

Gegenwärtig kostet ein Jahresabo im Stadtgebiet Fürth 594 Euro, für Nürnberg, Fürth und Stein 722,40 Euro. Ein Jahres-Abo, das täglich erst ab 9 Uhr gültig ist, gibt es bei der infra schon für 312 Euro, für die meisten Pendler kommt es wegen der Ausschlusszeit jedoch nicht infrage.

Auch bei der Fürther CSU herrscht Jubelstimmung ob der Nachricht aus München. Die Christsozialen hatten schon im Juni im Stadtrat – gemeinsam mit der Linken – einen Kurzstreckentarif für das gesamte Stadtgebiet gefordert, in dem jede Fahrt nur noch einen Euro kostet.

"Um mehr Bürgerinnen und Bürger zur Nutzung des ÖPNV zu bewegen, müssen die Preise attraktiv sein. Mit dem 365 Euro-Jahresticket sind wir auf einem guten Weg dahin", heißt es in einer Pressemitteilung der örtlichen CSU. 

Johannes Alles

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