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AC/DC-Chef im Interview: Haben Legenden über Abschied nachgedacht?

Am Freitag, den 13ten, kommt "Power Up" auf den Markt - 10.11.2020 14:59 Uhr

Mehr AC/DC geht nicht im Jahr des Herrn 2020. In nahezu klassischer Besetzung von links nach rechts: Cliff Williams (Bass), Phil Rudd (Schlagzeug), Angus Young (Lead-Gitarre), Brian Johnson (Gesang) und Stevie Young (Rhythmus-Gitarre).

10.11.2020 © Josh Cheuse, NNZ


Schlüpft wieder in seine Schuluniform: AC/DC-Bandchef und Lead-Gitarrist Angus Young.

10.11.2020 © Josh Cheuse, NNZ


Seit fast 50 Jahren stehen AC/DC für kernigen Hardrock und Gitarrenriffs mit Ohrwurmqualität. Drei Jahre nach dem Tod von Bandgründer und Rhythmusgitarrist Malcolm Young erscheint ein neues Album der Australier. Im dpa-Interview spricht Bandchef und Leadgitarrist Angus Young über geplatzte Konzertpläne und die Vorteile des Kleinseins.

Viele Menschen waren überrascht über das AC/DC-Comeback. Hatten Sie schon über einen Abschied nachgedacht?

Angus Young: Nein, das ist mir nie in den Sinn gekommen. Nach dem Ende der "Rock Or Bust"-Tournee hab ich eine kleine Pause gemacht. Dann bin ich haufenweise Songs durchgegangen, die mein Bruder Malcolm und ich über die Jahre angesammelt hatten. Vor allem die Songideen, an denen wir gemeinsam gearbeitet haben, wollte ich veröffentlichen.


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"Power Up" wurde schon 2018/2019 aufgenommen. Hatte die Pandemie trotzdem irgendwelche Auswirkungen auf die AC/DC-Pläne?

Young: Wir waren schon im Proberaum und haben viele Songs live gespielt, auch einige von den Neuen. Wir hatten uns eigentlich darauf vorbereitet, vielleicht ein paar Konzerte zu spielen und das Album früher rauszubringen. Dann haben wir eine kurze Pause gemacht, und in dieser kurzen Pause brach das Virus aus.

Das neue Album wirkt dynamischer als die letzten AC/DC-Alben. Ein Song wie "Demon Fire" ist geradezu rasant. Woran liegt das?

Young: Ich plane sowas nicht, das passiert einfach. Das war ein Riff, an dem Malcolm und ich zusammen gearbeitet haben, das entstand einfach so. Wir wollen Songs machen, die wirklich AC/DC-Songs sind. Wenn du das Lied zum ersten Mal hörst, denkst du: Das ist AC/DC.

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Vor 40 Jahren erschien das erfolgreichste AC/DC-Album "Back In Black", das erste mit Sänger Brian Johnson. (Vorgänger Bon Scott war 1980 kurz vorher gestorben.) Wie optimistisch waren Sie damals, dass es mit einem neuen Sänger klappen könnte?

Young: Ich hatte keine Ahnung. Die Welt kannte AC/DC mit Bon als Frontmann. Wir waren uns nicht sicher, ob die Leute Brian akzeptieren würden. Wir wussten aber, dass unsere Songs gut waren. Wir haben gedacht: Brian ist nicht derselbe Typ wie Bon. Also müssen wir dafür sorgen, dass seine Persönlichkeit in der Musik durchkommt, und wir hatten Songs, mit denen das funktionierte. Ich glaube, viele Leute waren auch einfach froh, dass die Band weitergemacht hat.


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Trotzdem gab es Mitte der 80er Jahre einen Karriereknick. AC/DC waren nicht so populär, wie sie es seit den 90ern wieder sind.

Young: Vielleicht hatten wir es etwas ausgereizt. Aber als wir nach einer Pause zurückkamen (mit dem Album "Razor's Edge", 1990), waren die Leute auf einmal glücklich, uns wiederzusehen. Schwer zu erklären. Wir hatten einige Schicksalsschläge in unserer Karriere, aber wir können uns glücklich schätzen, dass wir so lange überlebt haben.

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Was ist das Rezept für den langen Erfolg?

Young: Keine Ahnung. (lacht) Hätte ich das damals bloß gewusst! Wenn man am Anfang seiner Karriere steht, dann ist es ein langer Weg - so wie es in unserem Song heißt: "It's A Long Way To The Top (If You Wanna Rock'n'Roll)". Es dauert viele Jahre. Wir haben es geschafft, uns treu zu bleiben. Wir haben uns nie darum gekümmert, was gerade die Mode oder der Trend war. So machen wir auch weiter.

Stilecht am Freitag, dem 13ten (November 2020) erscheint das 16te AC/DC-Studioalbum "Power Up".

10.11.2020 © --, dpa


Haben Sie heute noch so viel Spaß an der Musik wie früher?

Young: Oh ja! Heute sogar noch viel mehr. Das Schöne für uns war schon immer, dass neue Generationen nachkommen. Im Publikum sind immer Menschen, die uns zum ersten Mal sehen. Und hoffentlich können wir sie begeistern. Das ist immer eine Freude.

Nach jeder Tournee verschwinden Sie aus der Öffentlichkeit. Wie schaffen sie das in Zeiten von Smartphones und Social Media?

Young:Wenn wir Pause machen, erholen sich alle. Das war schon immer so. Wir sind alle sehr zurückhaltende Menschen und gehen nicht auf viele Events. Die Leute haben heute alle ein Telefon mit Kamera und können Fotos machen, aber Sie wären überrascht – ich kann immer noch rausgehen. Glücklicherweise bin ich nicht so groß. Wenn viele Leute auf der Straße sind, kann ich einfach vorbeigehen. Keiner guckt nach unten, um zu sehen, wer da neben seinen Füßen rumläuft.

dpa

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