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Anton Bruckners Achte am Sonntagnachmittag

12.11.2018 20:36 Uhr

Die Nürnberger Symphoniker unterstrichen in der Meistersingerhalle ihre Ambitionen, im spätromantischen Repertoire zu reüssieren, mit einer druckvollen und streckenweise mitreißenden Interpretation von Bruckners längster und in größter Orchesterstärke besetzten Sinfonie. Und das ohne Chef Kahchun Wong, denn es war der bewährte Gastdirigent Roger Epple, der aus den Motivbausteinen des österreichischen Komponisten kühne, kontrapunktisch stabilisierte Klanggebäude errichtete.

Die personell massiv verstärkten Symphoniker überzeugten vor allem in den Steigerungen, den Crescendi und den über das Forte hinausreichenden Dynamikbereichen. Von großer innerer Kohärenz waren das Scherzo sowie das ausgedehnte Adagio in seiner tristanesken Themenreflexion geprägt; das Finale als Synthese alles Vorausgegangenen hätte allerdings eine etwas kompaktere Klangdramatik vertragen.

Vor der Pause gefiel der junge Pianist Hardy Rittner mit einer von innovativer Frische geprägten Deutung im Solopart von Mozarts Jeunehomme-Konzert (KV 271). Das kontrastierte er wirkungsvoll mit der abgründigen Tiefe des c-Moll-Andantinos. Die Symphoniker gaben der klassisch ebenmäßigen Anlage des Werks so viel Elastizität, dass Rittner sich gestalterische Freiheiten boten, zum Beispiel im Übergang zum Menuett im Prestofinale. Dessen Schluss wurde als Zugabe wiederholt. 

th

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