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Bayerns beste Pressebilder des Jahres 2018

Ausstellung in Nürnberg zeigt preiswürdigen Bildjournalismus - 10.05.2019 11:59 Uhr

Die Grünen im Freudentaumel nach der bayerischen Landtagswahl im Oktober: Die Aufnahme von Andreas Gebert wurde zum Pressefoto des Jahres 2018 gekürt. © Foto: Andreas Gebert


Sieger des zum 19. Mal vom Bayerischen Journalisten-Verband (BJV) ausgeschriebenen Wettbewerbs wurde Andreas Geberts Momentaufnahme von den Grünen im Freudentaumel nach der Landtagswahl im Oktober, die sie zur zweitstärksten Partei in Bayern machte. Während seine Parteifreunde jubelnd Arme und Fäuste recken, steht Grünen-Vorsitzender Robert Habeck ganz still da, mit geschlossenen Augen, als könne er das Glück noch gar nicht fassen.

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Insgesamt 800 Bilder wurden zum Wettbewerb eingesandt, in der Ausstellung zu sehen sind rund 80, die von einer Jury ausgewählt wurden und sämtlich nicht nur durch ihre Qualität überzeugen, sondern auch durch ihr großes Gespür für den besonderen Augenblick. Dabei finden sich in jeder der sechs Kategorien – Kultur, Sport, Tagesaktualität, Land & Leute, Serie und Umwelt & Energie – witzige und ernste Aufnahmen und immer wieder solche, die auf Anhieb und manchmal ganz unerwartet berühren. In jeder Kategorie wurde ein Siegerfoto gekürt. Zum sechsten Mal wurde auch ein Nachwuchswettbewerb für Fotografen bis 35 Jahre ausgeschrieben.

Sein Beruf sei für ihn noch immer "der schönste der Welt", sagt der Hersbrucker Fotograf und Vorsitzende der Fachgruppe Bildjournalisten im BJV, Thomas Geiger. Doch er konstatiert auch einen dramatischen Niedergang der Wertschätzung professioneller Fotografen seitens der Verlage. Immer häufiger werde der Bereich outgesourct, würden feste Stellen abgebaut und die Honorartöpfe für die freiberuflichen Kollegen auf Sparflamme zurückgefahren.

Weitverbreitet als kostengünstiger Ersatz in fast allen Medienhäusern seien heute die großen Bildagenturen – wie Adobe Stock oder iStock –, die Fotopakete zum Download zu Niedrigstpreisen anbieten – oder sogar gratis wie Unsplash. "Dass Fotograf ein mehrjähriger Ausbildungsberuf ist und eine professionelle Ausrüstung um die 24 000 Euro kostet, spielt keine Rolle mehr", beklagt Geiger den Trend, schreibende Journalisten auch gleich das Foto machen zu lassen – natürlich mit dem Smartphone.

Die Ausstellung zeigt, dass hochwertiger Bildjournalismus viel mehr kann und oft neue Perspektiven auf Vertrautes öffnet und Fremdes nahebringt. Unbedingt sehenswert (bis 16. Juni). 

REGINA URBAN

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