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Berlinale 2021: Das sind die Preisträger

Schauspielerin Maren Eggert gewinnt Auszeichnung, Daniel Brühl geht leer aus - 05.03.2021 12:36 Uhr

Die Goldenen Bären 2021 stehen bereit zur Verleihung.

04.03.2021 © HANNIBAL HANSCHKE, AFP


Die Auszeichnungen sollen erst im Juni bei einem öffentlichen Festival verliehen werden, bekannt gegeben wurden sie aber bereits per Livestream. Der Goldene Bären geht nach Entscheidung der Jury an "Bad Luck Banging or Loony Porn" (Im Original: Babardeală cu bucluc sau porno balamuc) von Radu Jude.

Der nun ausgezeichnete Film zeichnet in satirischer Weise eine aufgeladene Debatte über konsensuale Sexualität, Pornografie, Chauvinismus und Scheinheiligkeit nach.

Auch deutsche Preisträger

Unter den Preisträgern der Silbernen Bären ist mit der Schauspielerin Maren Eggert auch eine deutsche Preisträgerin. Sie wurde als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in "Ich bin dein Mensch" prämiert. Außerdem erhält Maria Speth für "Herr Bachmann und seine Klasse" den Silbernen Bären Preis der Jury.

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Den Großen Preis der Jury erhielt 2021 Ryusuke Hamaguchi für "Wheel of Fortune and Fantasy" (Original: Guzen to sozo). Als bester Regisseur wurde Dénes Nagy für "Natural Light" (Original: Természetes fény) mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet. Lilla Kizlinger wurde für die beste schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle gewürdigt.

Daniel Brühl geht leer aus

Zudem wurde Hong Sangsoo für das beste Drehbuch von "Introduction" (Original: Inteurodeoksyeon) mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet. Den Preis für eine Herausragende Künstlerische Leistung erhielt Yibrán Asuad für die Montage von "A Cop Movie" (Original: Una película de policías) von Alonso Ruizpalacios.

Im Rennen waren diesmal 15 Filme. Darunter waren weitere deutsche Produktionen wie etwa die Literaturverfilmung "Fabian oder Der Gang vor die Hunde" von Dominik Graf und das Regiedebüt von Schauspieler Daniel Brühl mit dem Titel "Nebenan", die aber leer ausgingen.

Radu Jude erhielt den Goldenen Bären 2021 für "Bad Luck Banging or Loony Porn".

27.02.2021 © ODD ANDERSEN, AFP


Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den wichtigen Filmfestivals der Welt. Eine internationale Jury, die diesmal aus sechs Filmschaffenden besteht, entscheidet über die Gewinner. Der Goldene Bär für den besten Film gilt als höchste Auszeichnung. Silberne Bären gibt es zum Beispiel für die beste Regie.

Auszeichnung nicht nach Geschlecht

Erstmals hat die Berlinale bei den Schauspielpreisen nicht mehr nach Geschlecht unterschieden. Bisher wurden die beste Darstellerin und der beste Darsteller ausgezeichnet. Nun gibt es jeweils einen Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle und in einer Nebenrolle.


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Die Festivalleitung sprach von einem Signal für ein gendergerechteres Bewusstsein in der Filmbranche. Schauspielerin Maren Eggert, die im Wettbewerbsfilm "Ich bin dein Mensch" mitspielt, sprach in dieser Woche von einer guten Entscheidung. Ihr Kollege Dan Stevens ("Downton Abbey") wertete die Idee als Kennzeichen eines der großen Filmfestivals in einer der fortschrittlich denkenden Städte der Welt.

Rückschritt für Frauen?

In Teilen der Filmbranche war die Entscheidung dagegen auf Kritik gestoßen. Das Gleichstellungsbündnis Pro Quote Film hatte die Entscheidung im Sommer als Feigenblatt kritisiert.

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Auch der Bundesverband Schauspiel (BFFS) bewertet die Neuerung - zum Beispiel angesichts der noch geltenden Rollenverteilungen - als einen "großen Rückschritt". Den Preis für weibliche Rollen abzuschaffen, werde dazu führen, dass Schauspielerinnen für ihre Leistungen künftig ähnlich wenig gewürdigt werden, wie es bereits jetzt bei Frauen in anderen Kategorien der Fall sei.

Dass nun beide Preise für die schauspielerische Leistung an zwei Frauen gingen, könnte diese Debatte etwas beruhigen.

dpa, jvo

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