Bewerbung als Kulturhauptstadt: "Ich finde, wir waren super"

12.12.2019, 05:59 Uhr
Hans-Joachim Wagner leitet das Nürnberger Kulturhauptstadt-Bewerbungsbüro.

Hans-Joachim Wagner leitet das Nürnberger Kulturhauptstadt-Bewerbungsbüro. © Foto: Günter Distler

Herr Wagner, wie lief’s?

Wagner: Ich finde, wir waren super. Die Jury fand unsere Präsentation mit dem Männleinlaufen ziemlich witzig. Die Stimmung war sehr wohlwollend, aufmerksam und zugewandt.

Vorher drang ja wenig Konkretes nach außen. Wie genau sah diese Präsentation nun aus?

Wagner: Die Künstlerin Johanna Pichlbauer hat das berühmte Männleinlaufen der Frauenkirche animiert. In den Film hat sie als jeweiligen zusätzlichen Kurfürsten oder Kurfürstin die Person reingebaut, die dann vor der Jury aufgetreten ist.

Das Männleinlaufen war also zu sehen, blieb stehen und oben in der Mitte war zum Beispiel unser Oberbürgermeister Ulrich Maly zu erkennen. Er kam dann in den Raum und hat seinen Text gesprochen. Dann kam der oder die nächste kam dran.


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Wurde Deutsch oder Englisch gesprochen?

Wagner: Beides. Je nachdem, wie es einem bei bestimmten Themen am besten lag. Ich musste nach der Präsentation zum Beispiel eine Frage zur Managementstruktur beantworten. Das habe ich auf Deutsch gemacht. Denn wenn es darum geht, zwischen künstlerischer Direktion und Verwaltungsdirektion zu differenzieren, hört es mit meinen Englischkenntnissen auch mal auf.

Welche Frage der Jury hat Sie am meisten überrascht?

Wagner: Wie ich mir die Eröffnungsveranstaltung am 1. Januar 2025 vorstelle, weil so etwas eigentlich erst Thema im zweiten Bewerbungsbuch ist.

Was haben Sie geantwortet?

Wagner: Dass Künstlerinnen, Künstler und Initiativen aus Nürnberg dieses Eröffnungsfest gestalten werden.

Was wollte die Jury noch wissen?

Wagner: Es kamen Fragen zur Kultur- und Kreativwirtschaft und man wollte zum Beispiel wissen, wie wir die große Metropolregion überhaupt zusammenbinden wollen. Darauf haben wir natürlich Antworten.


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Es kamen Fragen zur europäischen Dimension der Bewerbung und sehr viele zum Nationalsozialismus und dem Umgang damit unter anderem am Reichsparteitagsgelände.

Hört man etwas von der Konkurrenz?

Wagner: Nein, es dringt merkwürdigerweise nichts nach außen. 


Die Pressekonferenz wird heute ab 13 Uhr als Livestream auf nordbayern.de und dem YouTube-Kanal der Kulturstiftung der Länder übertragen.

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